Wesel: Projektgruppe "Niederrheinische UnART" zeigt Fotoausstellung

Ausstellung im Kleinen Salon des Kulturspielhauses Scala : Ein Sofa geht auf Reisen

Bitte Platz nehmen und diskutieren: Am Sonntag, 13. Oktober, zeigt das Fotografen-Trio „Niederrheinische UnART“ im Kleinen Salon des Kulturspielhauses Scala die Bilder des Projektes „Ortswechsel“

Wer sich für Fotografien begeistert und sich für Wesel und seine wechselvolle Geschichte interessiert, dem wird diese Ausstellung „Ortswechsel“ der Projektgruppe „Niederrheinische UnART“ gefallen. Nachdem die Künstler ihre Werke bereits in der Kulturnacht im September im kleinen Salon des Kulturspielhauses Scala an der Wihelmstraße präsentiert haben, öffnet das Trio Katja Neumann, Karin Nienhaus und Günter Wormann am Sonntag, 13. Oktober, in der Zeit von 14 bis 17 Uhr, noch einmal seine Ausstellung und stehen Besuchern Rede und Antwort.

Auf dem alten Friedhof an der Caspar-Baur-Straße . Foto: Unart

Allen Fotos der Ausstellung gemein ist, dass ein gediegenes altes Sofa in Braun und Grün im Zentrum steht. Es stammt aus dem Scala, wo es bei der Kreativrunde „Sofagespräche“ gute Dienste geleistet hat. Bei einem Termin im Jahr 2016, bei dem es darum ging, Kreative in der Stadt zusammenzuführen, lernten sich Scala-Chefin Karin Nienhaus, Katja Neumann und Günter Wormann sowie einige andere kennen und stellten fest, dass ihnen die Arbeit mit der Kamera Freude bereitet.

Auch in Büderich, wo abends oft Autorennen stattfinden, wurde das Sofa postiert. Foto: Unart

Schon ihr erstes Großprojekt fand in der Stadt reichlich Beachtung, als sie nämlich davon hörten, dass der alte Raiffeisen-Getreidespeicher im Stadthafen abgerissen werden sollte. Daraufhin planten sie eine Abrissparty. „Doch diese musste leider entfallen, da das Abrissunternehmen beauftragt und der Abriss schon kurz darauf terminiert worden war“, bedauert Katja Neumann. Dafür gelangen den damalig fünf Teammitgliedern Anfang 2017 spektakuläre Aufnahmen von dem in Teilen leeren, dem Verfall überlassenen Gebäude. In diesem Jahr nun hat sich das Trio etwas Neues einfallen lassen. Das Sofa, auf dem ihre kreative Freundschaft begonnen hatte, transportierten sie zu besonderen Schauplätzen in der Stadt. Beispielsweise in den Dom, zum Demeterhof Clostermann in Bislich, auf den Flugplatz Römerwardt, aufs Esel-Rock-Festival in den Heubergpark oder auf das – nur wenigen bekannte – Bombenopferfeld auf dem alten Friedhof an der Caspar-Baur-Straße. Die großformatigen Bilder sind objektiv schön. Doch darauf allein kommt den Ausstellungsmachern nicht an. „Unser Konzept sieht so aus, dass Besucher, die unsere Bilder sehen, ans Nachdenken kommen sollen“, sagt Günter Wormann. „Sie sollen sich Fragen stellen: Was ist an diesem Ort geschehen? Welche Gefühle kommen hoch beim Anblick der Bilder. Emotionen sollen transportiert werden. Wir möchten, dass die Leute darüber reden.“

Hatten an ihrer künstlerischen Arbeit viel Freude: Das Unart-Trio Günter Wormann, Karin Nienhaus und Katja Neumann (v.l.). Foto: Unart
Gebetbuch, Kreuze und alte Fotos sollen dafür sorgen, dass Besucher der Ausstellung über das sprechen, was sie mit dem Dom verbinden. Foto: Unart
Gleich mehrere Fotos gibt es zum Thema Dom. Foto: Unart
...befindet sich in der Ausstellung ein Tischchen mit historischen Aufnahmen der Zitadelle und des Denkmals, das früher am Bahnhof stand. Foto: Unart
Passend zum Bild vor dem umgelegten Kaiser-Denkmal am LVR-Niederrheinmuseum.... Foto: Unart

Was die neue Ausstellung so besonders macht: Unter jedem Bild mit Sofa sind passende Accessoires wie Möbel, Bücher, Briefe, Schmuckstücke oder historische Fotografien zu finden. Das soll zum Dialog anregen. Ein Gespräch mit den drei ambitionierten Fotografen ist möglich und gewollt.

Mehr von RP ONLINE