Wesel: Profitipps für stillende Mütter

Wesel : Profitipps für stillende Mütter

Gründerin Kerstin Schulz aus Wesel hat sich jetzt selbstständig gemacht – als zertifizierte Stillbegleiterin.

„Am besten liegt man auf dem Rücken und hält das Baby auf dem Bauch, so, wie man auch im Kreißsaal liegt“, sagt Kerstin Schulz und demonstriert die korrekte Haltung auf ihrem Wohnzimmerteppich. „Richtiges Stillen ist intuitives Stillen, bei dem das Baby den Weg sucht, den Kopf hebt, den Mund öffnet und trinkt.“

Kerstin Schulz ist als Stillberaterin in Wesel und Umgebung tätig und will werdenden Müttern und stillenden Frauen unterstützend zur Seite stehen. Ihre Motivation sind die Erfahrungen, die sie mit ihrem Sohn Felix (18 Monate) gemacht hat, der während des Gesprächs immer wieder versucht, ein Glas Wasser vom Tisch zu stoßen, was die Mutter aber zu verhindern weiß.

Die 30-Jährige, die nach wie vor vormittags noch einige Stunden als Bürokauffrau tätig ist, hatte zunächst selbst mit Problemen beim Stillen zu kämpfen. In Fachbüchern suchte und fand sie Rat. „In Geburtsvorbereitungskursen kommt das Thema Stillen meist nur kurz zur Sprache. Nicht genug, um Frauen ausreichend zu informieren“, bedauert sie. „Durch den Austausch mit anderen Müttern habe ich erfahren, dass diese ähnliche Probleme wie ich haben.“ Vor einigen Monaten kam sie dann auf die Idee, ihre Hilfe als Stillberaterin anzubieten.

Stillberaterin darf sich in Deutschland jeder nennen, denn eine Ausbildung ist dafür nicht erforderlich. Zur Erhöhung ihrer Glaubwürdigkeit hat Kerstin Schulz beim Deutschen Ausbildungsinstitut für Stillbegleitung in Oldenburg einen mehrtägigen Kursus belegt. Mit Hilfe von Flyern macht sie derzeit auf ihre Dienstleistung aufmerksam. Reich, sagt sie, werde man mit dieser Tätigkeit sicher nicht. „Vielmehr handelt es sich bei dem Beratungsangebot um eine Herzensangelegenheit.“ Die Beratungskosten in Höhe von 30 Euro pro Stunde übernehmen die Krankenkassen in aller Regel nicht. „Aber teuer wird es trotzdem nicht. Nach der Stunde ist normalerweise alles Wichtige abgeklärt“, sagt Kerstin Schulz. Während der Beratungsstunde erklärt sie unter anderem, dass es durchaus sinnvoll sei, dem Neugeborenen noch im Kreißsaal direkt die Brust zu geben.

Bei wenige Tage alten Kindern seien täglich zwischen zehn und zwölf Mahlzeiten angebracht. Sie selbst stillt ihren Felix nur noch ein- bis zweimal am Tag. Da sein Magen schon größer ist, kann er mehr auf einmal trinken als Neugeborene. Die Weltgesundheitsorganisation WHO empfiehlt, Babys ab dem sechsten Lebensmonat zusätzlich zum Stillen Beikost zu geben. Gestillt werden könne bis zum zweiten Lebensjahr. „Oder so lange, wie sowohl Mutter als auch Kind die Stillbeziehung wollen“, sagt Schulz.

Und was rät die Fachfrau, wenn es um die Frage geht, wie man Zwillinge stillt? „Am besten gleichzeitig in der Football-Stellung: Der Milchspendereflex wird an beiden Brüsten ausgelöst“, sagt sie und demonstriert, wie man die Babys richtig hält. „Man nimmt beide Kinder seitlich auf die Arme. So können sie jeweils an einer Brust saugen.“

Probleme beim Stillen können aus ihrer Sicht zum Beispiel durch falsches Anlegen entstehen, wodurch die Brustwarzen wund werden. Auch das Tragen eines zu engen BHs hat Folgen: Die Brüste können sich nicht korrekt entleeren, es entsteht ein Milchstau. „Häufig denkt die Mutter nach drei bis vier Monaten, es sei keine Milch mehr da, weil die Brüste weicher sind“, so Schulz, „dabei haben sich die Brüste nur an das Stillen gewöhnt.“

In Zukunft möchte Schulz zusätzlich Gruppentreffs einrichten. Ab Oktober startet in Kooperation mit dem Katholischen Bildungsforum ein Stilltreff. In Planung befindet sich auch ein Workshop ab Januar im Reeser Kindercafé der Osteopathiepraxis „Plätzchen Lounge“.

Kontakt: Tel. 0152 22621664

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