Wesel: Polizei warnt vor neuer Betrugsmasche am Telefon und gibt Tipps

Älteres Ehepaar in Wesel reagiert richtig : „Sohn vor Haftrichter“: Polizei warnt vor neuer Betrugsmasche

Die Polizei berichtet von einem ungewöhnlichen Trickbetrug in Wesel, bei dem ein Unbekannter Senioren eine vermeintlich schlimme Nachricht am Telefon mitteilt, um Geld zu ergaunern.

Angesichts aktueller Fälle einer neuen Masche von Trickbetrug im Kreis Wesel spricht die Polizei eine Warnung aus. Am Dienstag, so teilt die Polizei mit, kam es kreisweit zu mindestens 14 Trickbetrügereien. In einem Fall erhielt eine 81-jährige Weselerin am Dienstag gegen 13.30 Uhr einen Anruf. Der Mann am Ende der Leitung stellte sich als Hauptkommissar Müller aus Oberhausen vor und erklärte der Dame in stockendem Ton, dass ihr Sohn einen schweren Verkehrsunfall verursacht habe, bei dem ein 15-jähriges Mädchen gestorben sei.

Der vermeintliche Hauptkommissar erklärte weiter, der Sohn müsse zum Haftrichter und die Frau dürfe ihn nicht kontaktieren. Ziel des Betrügers war es, eine vermeintliche Kaution zu ergaunern. Doch die Dame fing sich schnell wieder. Da sie regelmäßig mit ihrem Sohn in Kontakt steht, wusste sie, dass er sich nicht in Oberhausen aufhalten konnte. Kurzerhand gab sie den Hörer an ihren Mann weiter und rief mit einem anderen Apparat sicherheitshalber ihren Sohn an. Nachdem dieser ihr bestätigt hatte, dass nichts passiert sei, konfrontierte sie den Betrüger damit, woraufhin dieser auflegte.

Dieser Fall ist für die Kreispolizei Wesel der Anlass, der Bevölkerung Tipps zu geben, wie man sich gegen solche Schockanrufe rüsten kann: „Die Polizei überbringt schlimme Nachrichten niemals telefonisch. Wir haben speziell ausgebildete Kolleginnen und Kollegen, die Sie in einem solchen Fall persönlich informieren und betreuen würden“, heißt es. „Grundsätzlich gilt: Vertrauen Sie niemandem blind, auch nicht angeblichen Polizeibeamten. Wenn Sie einen Anruf von der Polizei erhalten, dann bestehen Sie darauf, zurückzurufen. Wählen Sie die Ihnen bekannte Nummer der örtlichen Polizeidienststellen und lassen sie sich dann zu dem Polizisten weiterverbinden. Geben Sie nur dann telefonisch Auskünfte.“ Beim geringsten Zweifel solle man keine Scheu haben, über den Notruf 110 die Polizei zu verständigen, teilt die Polizei mit.

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