Wesel: Partyrent zieht aus Bocholt nach Hamminkeln an die Autobahn 3

Hamminkeln: Pendlerparkplatz muss neu gebaut werden

Für die Ansiedlung der Bocholter Firma Partyrent direkt an der A 3 wird auch der Pendlerparkplatz an der B 473 gegenüber von Bonita benötigt. Er wird neu gebaut werden müssen. Doch die Standortfrage ist nicht einfach zu lösen.

Robert Graaf, der Erste Beigeordnete, kennt sich sehr gut aus in Hamminkeln. Er hat viele Kontakte. Und so entstand nach vielen Gesprächen mit dem Eigentümer Verkaufsbereitschaft für eine Fläche zwischen der A 3 und dem Weikensee. Der Hamminkelner Stadtrat hat am Donnerstag den Weg frei gemacht für den veränderten Flächennutzungsplan und den vorhabenbezogenen Bebauungsplan Am Schlottinshof. Hier will bekanntlich die Partyrent Group aus Bocholt ihren Hauptsitz bauen – der größte Ansiedlungserfolg der Stadt seit Jahren.

5,7 Hektar erwirbt Hamminkeln zunächst, um die Fläche an das Unternehmen weiterzureichen. 1,7 Millionen Euro standen dafür im städtischen Haushalt bereit. Jetzt wird geplant, wobei im Rat bereits die Zukunft des Pendlerparkplatzes an der Autobahnauffahrt in den Blick kam. Er muss weichen, so viel ist jetzt schon klar. Er soll neu gebaut und auch größer werden. Die Frage, die sich stellt, ist wo?

Auf der gelben Fläche soll der Partyrent-Neubau entstehen. Foto: dpa

Klar ist, dass die heutige Längsaufstellung der Stellplätze an der B 473 wegfällt. Hier rückt der neue Firmensitz ganz nach an die Bundesstraße. Zudem muss die Erschließung des neuen Gewerbeareals verkehrsgerecht platziert werden. Das heißt im Klartext: Die Zufahrt für die vielen Lieferfahrzeuge von Partyrent erfolgt an der Ampelanlage bei Bonita und dem A3-Anschluss. Erste Planspiele sagen, dass hier auch die Zufahrt des Pendlerparkplatzes so angeschlossen wird wie bisher auch. Das freilich setzt voraus, dass die Stellplätze parallel zu Autobahnböschung neu entstehen – sozusagen im rechten Winkel verschwenkt werden. Die Zahl der Parkplätze für Pendler könnte hier auch ausgeweitet werden.

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Das Vorhaben muss aber mit vorgeschriebenen Abstandsgrößen und den Ansprüchen von Partyrent abgestimmt werden. Für eine endgültige Lösung ist es zurzeit zu früh. Das Unternehmen plant, wobei es um einen vorhabenbezogenen Bebauungsplan geht. Das bedeutet, dass nur machbar ist, was mit der Stadt planerisch vereinbart wird. Zum Vorhaben gehört auch der Pendlerparkplatz, dessen Umbaukosten die Firma Partyrent tragen wird. In zwei Jahren sollen die Bagger für das Gesamtvorhaben rollen.

Interessant ist auch das künftige Verkehrskonzept an dieser Stelle. Mehr Verkehr hier bedeutet, dass längere Wartezeiten und Staus möglich sind. Mehrere Nachfragen beschäftigten sich während der Sitzung des Stadtrates mit der künftigen Situation, obwohl die Planung erst beginnt. Die Freude und der Zuspruch für den Ansiedlungserfolg geriet dagegen ins Hintertreffen. Obwohl Partyrent für eine Million Euro Gewerbesteuer im Jahr gut ist.

Sicher ist die Einnahme allerdings noch nicht, denn ein Vertragsrücktritt ist noch bis zum 31. März 2019 möglich, wie zu hören ist. Die Planungsschiene ist also kurz und Eile im Verfahren angesagt. Trotzdem wurde im Rat der Zeitdruck kritisiert, statt den Ansiedlungserfolg zu feiern.

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