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Wesel: Obst- und Gemüsegroßhändler Knorth setzt auf neuen Hofladen

Obst- und Gemüsegroßhändler aus Wesel : Knorth setzt auf neuen Hofladen in Schepersfeld

Der Obst- und Gemüsegroßhandel in Schepersfeld verkauft im Lookdown zweimal in der Woche auch Ware an Privatkunden. Das Modell ist für das traditionsreiche Familienunternehmen erfolgsversprechend.

Mit dem Auto vorfahren, Fensterscheibe herunterlassen, sagen, was man möchte, 20 Euro überreichen – und schon wandert die Kiste in den Kofferraum. So war es beim ersten Lockdown beim Obst- und Gemüsehändler Knorth im Schepersfeld. Wahlweise gab es damals eine Obst-, eine Gemüse- oder eine gemischte Kiste – kontaktlos und mit Maske, versteht sich. Das Drive-in-Angebot kam gut an. Doch nach und nach flachte das Interesse wieder ab, sagt Jan Knorth.

Also neu nachdenken und ein wenig anders durchstarten in diesen anderen, ungewissen Zeiten. Die gepackten Kisten gibt es bei dem Großmarkt, der bis zur Corona-Krise ausschließlich Gastronomiebetriebe und Großküchen beliefert hat, auch weiterhin. Doch noch viel mehr. Es entstand ein großzügiger Hofladen mit Holz und Deko an den Wänden sowie zahlreichen Kisten mit Ware. Nun kann hier jeder auch alles nach seinen Wünschen zusammenstellen oder einfach so einkaufen. „Shop to go“, nennt Jan Knorth die Corona-Idee, die bestens angenommen wird. Nicht zuletzt auch von Hobbyköchen.

Immer dienstags und freitags von 10 bis 17 Uhr öffnet der Hofladen Knorth, Am Schepersfeld 36, - und die Kunden kommen. Immer mehr, betont Jan Knorth, dessen Frau Nicole im August die Geschäftsführung von ihrem Vater Ulrich übernommen hat. Insgesamt arbeiten 60 Menschen in dem Weseler Unternehmen, das es seit 1967 gibt, darunter auch Sebastian und Fabian Knorth.

Rund um die Uhr ist jemand bei den Knorths aktiv. Morgens um vier geht‘s los. Dann wird die Ware ausgeliefert. Das Waldhotel Tannenhäuschen in Wesel und das Landhaus Ridder in Dingden-Lankern gehören genauso zu den Kunden wie viele weitere in einem großen Umkreis, darunter auch Schulcaterer. Der Bereich umfasst das Areal bis Kassel, Koblenz und Cloppenburg.

Doch zurück zum Hofladenverkauf in Wesel: Hier liegt alles fein sortiert in Kisten. Vieles kommt aus den Niederlanden, ist aus aller Welt in Rotterdam gelandet, manches stammt auch aus der Region. Zurzeit zum Beispiel Äpfel der Sorte Pinova aus Brünen und Kartoffeln aus Alpen.

Bei Knorth wird Wert auf gute konventionelle Ware gelegt. „Und es ist wichtig, dass das Obst auch schmeckt und nicht nur der Preis entscheidend ist“, fasst Jan Knorth zusammen. Dazu sind Dinge erhältlich, die es nicht in jedem Supermarkt gibt. Der Sakura-Mix zum Beispiel, sprich: bunte Kresse, oder Romanesco, Maniok-Wurzeln und Pariser Champignons. Die seien zwar ein bisschen teurer als die übliche Ware aus Holland, hätten dafür aber mehr „Fleischanteil“ und ein besonderes Aroma, betont Jan Korth.

(P.H. )