Wesel: Neuer Träger SKF kontert Irritationen um Seniorenbegegnungsstätte

SKF und Bogenverein kontern Irritationen : Bogen-Verein will Sorgen nehmen

Die Abstimmung mit dem neuen Trägerverein der Begegnungsstätte geht voran.

Die Verunsicherung über den Trägerwechsel für den Bogen ist weiter groß. Hatte zuletzt der Sozialverband VdK seinen Unmut über eine ungewisse Zukunft der Seniorenbegegnungsstätte im Zentrum Wesels geäußert (wir berichteten), so hat jetzt Neithard Kuhrke (Stadtteilprojekt Schepersfeld, Betreuerverein) einen Bürgerantrag gestellt. Er möchte, dass der Tagesordnungspunkt im Sozialausschuss am Donnerstag, 15. November, öffentlich behandelt wird. Der spürbaren Unruhe unter den Nutzern traten am Dienstag Vertreter des aktuellen und des künftigen Trägervereins entgegen. Deren erste Botschaft ist eine bekannte: Es wird nicht weniger, sondern mehr Angebote im Bogen geben. Zweite Botschaft: In Kürze werden die Nutzergruppen ausführlich informiert, wann und wie es wo weitergeht. Der Kritik, mit den Betroffenen sei nicht gesprochen worden, hielten die Beteiligten gestern entgegen, dass dies ohne Votum der Mitglieder des Trägervereins nicht möglich gewesen wäre. Der hat in der vergangenen Woche getagt und grünes Licht für das weitere Vorgehen gegeben.

Zur Erläuterung der Pläne waren gestern André Gorres (Evangelisches Krankenhaus) und Hanne Eckhardt (Arbeiterwohlfahrt) für den Trägerverein (zu dem auch Caritas, DRK, Evangelische Kirchengemeinde Wesel, Marien-Hospital Wesel und Stadt Wesel zählen) sowie Ute Zuckermann und Ilka Mainka vom Mehrgenerationenhaus (MGH) des Sozialdienstes Katholischer Frauen (SKF) zusammengekommen. Der SKF wird bekanntlich die Einrichtung an der Pastor-Janßen-Straße übernehmen und auch 80 Prozent seiner MGH-Angebote dorthin verlagern. Außerdem werden alle bisherigen Aktivitäten weiterhin im Bogen ihren Platz haben. Dies sicherte die Runde am Dienstag ausdrücklich zu. Gelingen soll dies zum einen durch Umbauten, um die Räume flexibler nutzen zu können. Ein Beispiel wäre Rollstuhltanz im großen Saal, der durch mobile Raumteiler für kleinere Veranstaltungen gleichzeitig genutzt werden kann. Weitere Voraussetzungen für das Mehrangebot, das allen Generationen gerecht werden soll, werden durch eine Ausweitung der Öffnungszeiten auf wochentags 8.30 bis 18 Uhr geschaffen. Auch an Wochenenden wird es was geben, etwa den „Bunten Salon“ des MGH. Voraussetzung ist eine Renovierungsphase, die zum Jahreswechsel beginnen und bis April abgeschlossen werden soll. Zurzeit laufen Überlegungen, wie die Angebote des Bogens während der Bauphase an andere Stellen aufrechterhalten werden können.

Als Ursachen für den Niedergang des nun 34 Jahre tätigen Trägers Senioren-Begegnungsstätte Wesel e.V. „Im Bogen“, wie er offiziell heißt, nennt Gorres „gravierende Fehleinschätzungen“ zur Wirtschaftlichkeit des Betriebs in den letzten Jahren. Er ist ebenso erst seit Kurzem im Amt wie Eckhardt. Beide sagen, dass mit der Übergabe an den SKF der alte Verein eine Schlussabrechnung machen werde und dann für die Abwicklung der Verbindlichkeiten sorgen müsse. Übersetzt heißt das: Der über Jahre wegen Nichtanpassung von Entgelten stark defizitäre Betrieb ist bislang durch Vorleistungen eines Mitglied des Trägervereins ausgeglichen worden. Das muss durch alle Mitglieder entschädigt werden.

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