Wesel: Monika Möbius ist Ersatzmutter für geretteten Igel Mecki

Weselerin hat ein Herz für Tiere : Ersatzmutter für Igel Mecki

Monika Möbius zieht einen kleinen Igel bei sich groß. Sie fand das geschwächte kleine Tier auf dem Weg nach Hause.

Mecki streckt seinen Kopf aus dem Küchentuch hervor und blickt sich neugierig um. Mit den kleinen Krallen drückt er sich am Rand des Tuches hoch. Seine Nase wackelt schnell hin und her – wie bei einem Kaninchen. „So neugierig warst du noch nie, kleiner Mann“, sagt Monika Möbius zu dem kleinen Igel auf ihrem Schoß. „Wenn schon ein Name für einen Igel, dann natürlich Mecki“, erklärt sie.

Gefunden hat sie das Tier vor einer Woche auf der Wittenbergstraße in Wesel. „Ich war mit unserem Hund auf dem Weg nach Hause als Mara plötzlich stehen blieb und den Igel entdeckte“, erzählt Möbius. Er habe auf dem Bauch gelegen, alle Viere von sich gestreckt und hyperventiliert. „Eigentlich bin ich nicht so, dass ich Tiere einfach mit nach Hause nehme, aber der Kleine hätte niemals überlebt, hätte ich ihn einfach liegen gelassen.“ Als sie ihn fand, habe er gerade mal 116 Gramm gewogen. „So kann kein Tier überleben“, sagt sie. Seit diesem Zeitpunkt hat Mecki schon 15 Gramm zugenommen. Jeden Tag wird er nämlich direkt nach dem Aufwachen gewogen. 131 Gramm stehen heute auf der Waage. Wenn er 300 Gramm wiegt, muss Möbius mit ihm wieder zum Tierarzt. „Der behandelt Wildtiere kostenlos. Das wissen viele gar nicht. Man hat wirklich nur Futterkosten und viel frisst so ein kleiner Igel auch nicht.“

Das Futter für den Igel mischt Möbius aus Fencheltee, gemahlenen Schmelzhaferflocken und Katzenfutter zusammen. „Seit drei Tagen erst frisst er alleine. Davor habe ich ihn mithilfe einer Spritze gefüttert“, sagt Möbius und stellt einen Joghurtdeckel gefüllt mit Futter in die Kiste, in der der Igel bei ihr zu Hause lebt.

Sofort macht sich Mecki über sein Mahl her. Dass er dieses dabei direkt wieder ausscheidet, scheint ihn nicht zu stören, gierig schleckt er die Schale weiter aus. Möbius: „Deswegen haben wir die Kiste mit Zeitungspapier ausgelegt. Flüssiges nimmt Zeitungspapier einfach am besten auf.“

Das muss allerdings öfter erneuert werden. Genauso wie das kleine Kuscheltier, das neben Mecki in der Kiste liegt. „Das wurde mir vom Nabu so empfohlen, damit er etwas hat, woran er sich beim Schlafen ankuscheln kann, wie ein kleines Kind. So ein Mini-Igel ist eins zu eins wie ein Menschenbaby zu behandeln“, sagt sie. Deshalb reicht es auch nicht, ihn nur zu füttern: „Ich kraule ihn nach dem Essen immer.“ Das sei gut für die Verdauung, aber auch, um dem Igel Nestwärme zu geben. In kreisenden Bewegungen streichelt Möbius den Bauch des Igels. Sichtlich entspannt lässt sich Mecki das gefallen. Er schließt die Augen und öffnet seine kugelige Igelhaltung immer mehr. „Man braucht schon ein bisschen Geduld beim Pflegen eines Igels und muss auch ein bisschen Zeit aufwenden, aber der Spaß an dem Igel, der ist viel größer. Es freut auch zu sehen, wie er von Tag zu Tag munterer wird, wie er wächst und mehr Stacheln bekommt“, erzählt sie.

Ein kleiner Igel wird am Dienstag, 09.10.2018, in der Wohnung von Monika Möbius aufgepäppelt. Das Jungtier wiegt im Moment nur 131 GrammFoto : Markus Weissenfels / Funke Foto Services. Foto: FUNKE Foto Services/Markus Weissenfels

Trotz des Zeitaufwands möchte Möbius für Mecki sorgen bis er groß und kräftig genug ist, alleine überleben zu können. Bis zum nächsten Frühjahr plant die Rentnerin, den kleinen Igel bei sich zu behalten und zu pflegen. „Und wenn es bald zur Tochter nach Norddeutschland geht, kommt er einfach mit und macht Urlaub.“

(NM)