Wesel: Mehrgenerationenhaus zieht in die Seniorenbegegnungsstätte Im Bogen

Heiße Diskussion in der Weseler Seniorenbegegnungsstätte : Viele Fragen zur Zukunft des Bogens im Generationenhaus

Was passiert mit Kursen und Vereinen, wenn der Sozialdienst Katholischer Frauen ab Januar die Seniorenbegegnungsstätte Im Bogen übernimmt? Diese und andere Fragen wurden während eines Infonachmittags nur unzureichend beantwortet.

Was passiert mit den seit Jahren in der Seniorenbegegnungsstätte Im Bogen aktiven Vereine und Kursen, wenn die Einrichtung im Januar vom Sozialdienst katholischer Frauen (SkF) übernommen und für drei Monaten wegen Renovierung geschlossen wird? Wohin können dann einsame Menschen gehen? Antworten auf diese und viele andere Fragen erhofften sich am Mittwoch knapp 100 interessierte Besucher eines Informationsnachmittages, zu dem der noch bis 31. Dezember verantwortliche Trägerverein – bestehend aus Arbeiterwohlfahrt, Caritas, Rotem Kreuz, Evangelischer Kirchengemeinde, Evangelischem Krankenhaus, Marien-Hospital und Stadt Wesel – eingeladen hatte.

Die Stimmung in dem voll besetzen Bogen-Mehrzweckraum war von der ersten Minute spannungsgeladen. Das lag nicht zuletzt daran, dass so mancher treue Bogen-Besucher sehr mit dem Gedanken fremdelt, dass er künftig ins Mehrgenerationenhaus (MGH) gehen muss, das der SkF vom Schepersfeld in die Innenstadt verlegt. Die Politik hatte kürzlich den Trägerwechsel einstimmig beschlossen.

Die Befürchtung, dass mit dem neuen Träger auch die Preise steigen, versuchte MGH-Koordinatorin Ilka Meinka den Zuhörern zu nehmen: „Wir werden alles durchkalkulieren, aber nichts wird teurer.“ Auch bliebe die Kegelbahn erhalten, könnten auch weiterhin Räume für private Feiern angemietet werden. Und Kollegin Ute Zuckermann betonte, dass „auch die Kurse nach dem Umbau zu den gewohnten Zeiten weiterlaufen“. Außerdem würden die Öffnungszeiten deutlich ausgeweitet und künftig auch schnelleres Internet zur Verfügung stehen.

Bei Fragen zu konkreten Bauplänen musste nicht nur das MGH-Duo passen („Das ist Sache des Bauvereins, der baut um“), sondern auch der Interimsvorsitzende Uwe Stöfken und André Gorres (Evangelisches Krankenhaus). Vor allem Gorres hatte einen schweren Stand. Denn in erster Linie wurde er von wütenden Diskussionsteilnehmern für die Entlassung der langjährigen Bogen-Mitarbeiter zum 31. Dezember mitverantwortlich gemacht. „Es ist alles arbeitsrechtlich korrekt gelaufen“, verteidigte sich Gorres. Der Aufforderung, einmal die Namen der gekündigten Mitarbeiterinnen zu nennen, denen angeblich ein neuer Job angeboten worden sei, kam Gorres nicht nach. „Wir haben uns die Entscheidung nicht leicht gemacht. Aber am Ende mussten Kompromisse gefunden werden, um dem Bogen eine langfristige Perspektive geben zu können“, sagte er.

Froh war die Masse der Zuhörer darüber, dass den Gruppen und Kursen während der Umbauphase unter anderem Versammlungsräume im Pflegeheim am Dom, beim Roten Kreuz am Herzogenring beziehungsweise im Hanseviertel oder an der Sandstraße (Caritas) angeboten werden sollen.

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