Wesel: Marien-Hospital rüstet auf für die Zukunft

Große Pläne für Weseler Krankenhaus : Hospital investiert in Steine und Personal

Baumaßnahmen, neue Technik und mehr Mitarbeiter: Das Weseler Krankenhaus hat große Pläne für die kommenden Jahre. Die Leitung stellte nun eine Reihe neuer Projekte vor, viele von ihnen sollen schon dieses Jahr kommen.

Das Marien-Hospital Wesel (MHW) wächst, baut und wird moderner. Die Leitung hat nun eine Reihe von Vorhaben vorgestellt: Schon in diesem Sommer soll die Notaufnahme strikt von dem Bereich für angemeldete Patienten getrennt werden. Das Krankenhaus schafft auch neue Geräte an, etwa für die OP-Säle, und weltweit einzigartige Lichttechnik zur Behandlung älterer Patienten. Auch neues Personal kommt dazu, insbesondere in der Pflege.

Marc Achilles (46) und Prof. Henning Schulze-Bergkamen (47) bilden erst seit einem Monat das neue Ärztliche Direktorium der Klinik, und schon lässt sich mit großer Sicherheit sagen: Sie werden in den kommenden drei Jahren die Hände voll zu tun haben. Achilles ist neben seinem Posten als Chefarzt für Anästhesie neuer Ärztlicher Direktor. Schulze-Bergkamen ist sein Stellvertreter, er bleibt zudem Chefarzt für Innere Medizin II (Magen-Darm-Erkrankungen, Rheumatologie, Diabetes und Krebsmedizin). „Seit ich hier bin, wird ständig gebaut“, sagte Schulze-Bergkamen, der 2014 als Krebs-Experte vom Universitätsklinikum Heidelberg nach Wesel wechselte. Eine Ende des Bauprogramms ist nicht in Sicht.

Denn in den kommenden Jahren geht es mit dem Um- und Anbauen im Innenstadt-Krankenhaus weiter. Erst vergangene Woche ist die Geriatrie vom Gebäude B ins frisch renovierte Gebäude A umgezogen, und schon werden weitere Baustellen vorangetrieben. Der Kreißsaal etwa wird saniert und um einen weiteren Saal ergänzt. 2018 seien die Geburtszahlen wegen der Zusammenlegung mit der Emmericher Geburtshilfe um etwa 30 Prozent auf 1270 gestiegen. Am MHW geht man von einem weiteren, wenn auch schwächeren Wachstum aus, dafür will man die passende Infrastruktur schaffen. Dazu werden auch weitere ältere Stationen des Krankenhauses modernisiert, allen voran die Ambulanz und die Station der urologischen Abteilung.

Eine für Patienten wichtige Neuerung ist die künftige räumliche Trennung von Notaufnahmefällen und geplanten Terminen. Die Zahlen der Patienten in der Notaufnahme sei in den vergangenen Jahren stetig gestiegen, was zu logistischen Engpässen führe, so die Krankenhaus-Leitung. Mit einer Entzerrung von Notfällen und elektiven, also geplanten Patienten will man Wartezeiten verkürzen, sowie eine schnellere Diagnostik und Behandlung bei akuten Fällen garantieren. Diese Struktur soll im Sommer in Kraft treten.

Der Leitung des Marien-Hospitals schwebt Großes vor – auch bei der Ausstattung. Als weltweit erstes Klinikum wird noch in diesem Frühling das System Vital Sky von Philips eingesetzt, so Marc Achilles. Das Gerät funktioniert wie eine künstliche Sonne und simuliert den natürlichen Wechsel der Lichtverhältnisse. „Wir alle brauchen tagsüber viel Licht, damit wir nachts gut schlafen können“, sagte Achilles. Insbesondere bei älteren Patienten werde dieser Rhythmus oft gestört, was zu Delir- beziehungsweise Verwirrtheitsszuständen und einer höheren Sterblichkeitsrate führe. Eine weitere technische Neuerung betrifft die OP-Säle. Die teilweise 15 Jahre alten Geräte sollen durch moderne Hybrid-OPs ersetzt werden. Diese sollen mit besonders guter Bildqualität die Arbeit der behandelnden Ärzte erleichtern. Zur neuen OP-Ausstattung gehören präzisere Röntgen-Anlagen. Deren Einsatz soll zu einer geringeren Strahlung für Patient und Arzt führen.

Auch im Personalbereich will das Hospital wachsen. Maya Lakshminarasimhan leitet als neue Oberärztin seit Montag die Abteilung Neonatologie, zuständig für die Versorgung Neu- und Frühgeborener. Für Monika Gappa, die zum 30. Juni 2019 als Chefärztin der Kinder- und Jugendmedizin das Krankenhaus verlässt, wird noch nach einem Nachfolger gesucht. Stark ausgeweitet werden soll das Ausbildungsangebot des Krankenhauses im Pflegebereich. So soll die Zahl der Auszubildenden von 290 auf 360 wachsen. Diese werden im kommenden Jahr nicht mehr nach Kranken-, Alten- und Kinderpflegern getrennt ausgebildet, sondern als Generalisten unter dem Sammelbegriff Pflegefachmann/frau.