Wesel: Lutz Sarzio war für die Hilfsorganisation Cap Anamur in Mosambik

Spenden benötigt : Weseler Helfer in Mosambik

Lutz Sarzio war für die Hilfsorganisation Cap Anamur eine Woche in der Notstandsregion. Für Hilfsprojekte, wie etwa der Wiederaufbau von Schulen nach dem zerstörerischen Zyklon Idai, werden dringend Spenden benötigt.

„Die Menschen dort haben die Steigerung von Nichts erlebt“, sagt Lutz Sarzio. Er wirkt gefasst, erzählt von seinen Eindrücke ruhig und sachlich. Es ist noch nicht lange her, dass er nach Mosambik geflogen ist. In das Land, in dem der Zyklon Idai vor wenigen Wochen komplette Städte und Ortschaften überschwemmt und zerstört hat. Kurz darauf, am 15. März, klingelte Sarzios Telefon. Es war die humanitäre Hilfsorganisation Cap Anamur, die ihm eine kurze Frage stellte: „Hast du Zeit?“

Sarzio kennt Mosambik. Schon früh wollte der Weseler nach Afrika, hat durch die Organisation mehr als sieben Jahre dort gelebt, seine heutige Ehefrau kennengelernt. Zu Helfen ist für ihn selbstverständlich. Also nahm er Urlaub, trat am 21. März mit einem Fotografen den Flug nach Beira an. „Der erste Eindruck war sehr schlimm“, sagt er. Schon am Flughafen fehlte es an allem: „Es gab keinen Strom, kein Telefon, nichts.“ Die Mitarbeiterin, die die Dokumente für die Einreise überprüfen musste, behalf sich mit der Lampe ihres Mobiltelefons.

Sein Weg führte ihn zunächst in das Viertel Praia Nova. Dort bot sich ihm ein Bild der Zerstörung: Straßen waren auseinandergerissen, Häuser zum Teil komplett zerstört. Und überall sammelten sich riesige Lachen von Wasser. „Wir haben uns die Leute angeschaut, wie sie durch die Wassermassen gewatet sind“, erzählt Sarzio. Die Stimmung sei niedergeschlagen. Der Sturm habe viele Dächer einfach weggetragen. „Als eine junge Frau bemerkte, dass ihr Dach wegflog, suchte sie Unterschlupf bei ihrem Nachbarn“, berichtet Sarzio. Dieser sei nicht zu Hause gewesen. Also suchte sie, wie viele andere Mosambikaner, Zuflucht unter Arkaden oder in leerstehenden Geschäften. „Die Leute da haben die Hoffnung nicht aufgegeben“, erzählt Sarzio. Unmittelbar nach dem Sturm fingen sie mit den Aufräumarbeiten an.

Von: Bernd Göken | Cap Anamur [mailto:bernd.goeken@cap-anamur.org] Gesendet: Donnerstag, 4. April 2019 15:13An: NRZ, LOK_WeselBetreff: Bilder Mosambik Liebe Frau Zimmermann, im Anhang ein paar Bilder aus Mosambik. Hoffe sie finden in der Auswahl geeignete Bilder für ihren Artikel. Herzliche Grüße Bernd Göken ************************************* Bernd Goeken Cap Anamur/German Emergency Doctors Thebaerstr. 30 50823 Cologne fon: 0221-9138150 fax: 0221-9138159 email: bernd.goeken@cap-anamur.org Skype: bento1166 internet: http://www.cap-anamur.org http://www.facebook.com/CapAnamur.

Für Sarzio gab es ein klares Ziel: Ein Projekt musste gefunden werden. Zurzeit ist eine Krankenschwester dort. Als mobile Klinik reist sie von Ort zu Ort, sorgt für Ersthilfe und versucht, die Not zu lindern. „Bald reist auch eine Ärztin hin“, sagt Sarzio. Nach der Katastrophe seien die Cholera-Fälle angestiegen. „Die Menschen waschen ihre Wäsche im Dreckwasser, Trinkwasser ist Mangelware“, erklärt er. Das macht ihn betroffen. Der Sturm traf das Land unmittelbar vor der Erntezeit, der Mais sei jedoch weitgehend zerstört. Das zeigt sich auch bei den Lebensmittelpreisen: Der Preis für Tomaten sei innerhalb von drei Tagen um das dreifache gestiegen. Auch Vieh sei zum Großteil in den Wassermassen ertrunken. „Dieser Zyklon hat in Mosambik ganze Existenzen zerstört“, sagt Sarzio.Eine weitere Mammutaufgabe ist der Wiederaufbau der Schulen. „Um die 3000 Schulen wurden hier komplett zerstört“, bedauert Sarzio. Mit der Rehabilitation sollen bald wieder rund 1160 Schüler in zehn Schulklassen untergebracht werden. „Es wird zwar mit einer Schule angefangen, aber da wird mehr bei rauskommen“, gibt sich Sarzio optimistisch. Parallel dazu sei der Wiederaufbau eines Krankenhauses geplant. Die Umsetzung soll in vier bis sechs Wochen beginnen.

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