Wesel: Leser und ASG beklagen lange Wartezeiten an der Hotline von Schönmackers

Bürgermonitor: Weiter Ärger mit Gelben Säcken in Wesel

Bürger beklagen Probleme mit der Hotline der Entsorgungsfirma Schönmackers, bei der die Gelbe Tonne beziehungsweise die Abholkarten für Gelbe Säcke bestellt werden müssen. Kritik an Schönmackers übt auch der ASG.

Seit Anfang des Jahres können die Weseler bekanntlich wählen, ob sie Verpackungen mit dem Grünen Punkt – wie bisher – an den Abfuhrtagen in Gelben Säcken an die Straße stellen oder in den neuen Gelben Tonnen entsorgen. Mit der Auslieferung der ersten 4000 Exemplaren hat die zuständige Entsorgungsfirma Schönmackers Anfang der Woche begonnen. Zunächst in Bislich, Diersfordt und Flüren, dann in Blumenkamp und in der Feldmark.

Doch das neue System leidet noch an zahlreichen Kinderkrankheiten. Davon jedenfalls weiß unter anderem Leserin Barbara Wangrin-Horstkamp zu berichten. Sie ist Eigentümerin eines Mietshauses auf dem Fusternberg und hat erfahren, dass keiner ihrer Mieter von der neuen Regelung bislang gehört hat. „Dementsprechend gehen bei den Mietern auch die Gelben Säcke zur Neige. Ich habe ihnen zwar allen erklärt, dass sie die Schönmackers-Hotline anrufen müssen, um dort die Gelben Säcke zu bestellen. Doch das ist alles viel zu kompliziert“, findet sie. Zumal derjenige, der die Service-Hotline des in Kempen (Kreis Viersen) ansässigen Unternehmens Schönmackers anruft, minuntenlang in der Warteschlange hängt. Unsere Redaktion machte die Probe aufs Exempel und musste handgestoppte 6.40 Minuten warten (und alle 20 Sekunden der Ansage vom Band lauschen, dass man doch „einen Augenblick Geduld“ haben möge), um mit einer freien Mitarbeiterin verbunden zu werden.

Das Problem mit der langen Wartezeit ist bei Schönmackers bekannt. Nun, so heißt es, wolle man mit dem städtischen Betrieb ASG (Abfall, Straßen, Grünflächen) in Wesel nach einer Lösung des Problems suchen. Man arbeite an einer Optimierung. Statt die Hotline unter 0800 8884373 anzurufen, wird empfohlen, einfach eine Mail mit Namen, Anzahl der im Haushalt lebenden Mitglieder und kompletter Adresse an info@schoenmackers.de zu schicken. Wenige Tage später will Schönmackers dann Abholkarten versenden, mit denen die Antragsteller dann an den bekannten Stellen ihre Gelben Säcke abholen können – maximal zwei Rollen pro Haushalt. Wer sich das aufwendige Verfahren ersparen möchte, kann einfach eine Gelbe Tonne beantragen. Weitere Infos dazu gibt es auf der Homepage www.schoenmackers.de oder – wer die nötige Geduld mitbringt – unter der besagten Hotlinenummer. Wobei ASG-Chef Ulrich Streich noch eine weiteren Vorschlag macht, der „garantiert funktioniert“: Einfach die Mailadresse dsd-kreiswesel@schoenmackers.de eingeben und seine Wünsche inklusive der vollständigen Adresse und der Anzahl der Bewohner im Haushalt angeben.

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Denn aktuell, so Streich, „ist das auf der Internetseite der Firma nicht möglich, weil dort eine Freifeldeingabe für die Hausnummern fehlt“. Dass man beim Anruf der Hotline viel zu lange in der Warteschleife hängt, ist dem ASG-Chef durchaus bewusst. Zum einen, weil viele Weseler sich telefonisch beim ASG beklagen und davon reden, dass sie vier Stunden gebraucht hätten, um jemanden zu erreichen. Außerdem hätten ASG-Mitarbeiter Testanrufe getätigt. „Der beste Wert lag bei etwa zwei Minuten. Teilweise musste man fünf bis acht Minuten warten. Manche unserer Leute haben nach zehn Minuten entnervt aufgelegt.“ Das gehe natürlich überhaupt nicht. Man hätte dafür sorgen müssen, kritisiert er die Verantwortlichen, dass die Hotline mit genügend Mitarbeitern besetzt sei. Mittlerweile aber habe man mit Schönmackers intensive Gespräche geführt. „Klar ist, dass das Problem gelöst werden muss“, sagt Streich. Er hofft, „dass wir da bald weißen Rauch aufsteigen lassen können“.

Gelbe Tonnen statt Gelber Säcke will Barbara Wangrin-Horstkamp übrigens nicht bestellen, da es an dem Mietshaus keine geeigneten Stellflächen mehr gebe. Und alternativ einen der raren Pkw-Parkplätze für weitere Müllgefäße zu opfern, ist für sie keine Option. Auf dem Hof des Hauses stehen schon jetzt fünf Restmülltonnen, zwei blaue Tonnen für Papier und Pappe und zwei Biotonnen.

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