Wesel: Kunstausstellung 2019 im Städtischen Museum - Galerie im Centrum

„Material in Formation“ : Im Museum: Kaugummi aus Feuerwehrschlauch

Eine neue Gruppenausstellung des Niederrheinischen Kunstvereins mit dem Titel „Material in Formation“ im Weseler Museum Centrum zeigt ab Sonntag Alltagsgegenstände als Kunst. Zu sehen ist unter anderem ein aus Feuerwehrschläuchen erstellter überdimensionierter Kaugummi.

Wer die Werke der zwölf Künstler sieht, wird gleich das Thema „Material in Formation“ begreifen. Mit Claus van Bebber, Rita Beckmann, Jürgen Böttcher, Brigitte Dams, Sakir Gökcebag, Zahra Hassanabadi, Maria Kühnapfel, Norvin Leineweber, Hans-Peter Menge, Alice Musiol, Anja Maria Strauss und Ulrike Waltemathe sind zwölf regional wie überregional bekannte Künstler vertreten. Sie zeigen alle auf ihre Art, wie man aus Alltagsgegenständen Kunst machen kann. Die Gegenstände werden sozusagen zweckentfremdet. Erst beim genauen Hinsehen erkennt man das Material wieder: Schallplatten, Kassenzettel, Schläuche, Gurte, Zahnstocher, Stoffe bis hin zu Hula-Hoop-Reifen und getrockneten Pflanzen.

Claus van Bebber aus Kalkar kommt mit einer besonderen Idee: Er hat eine Komposition von jeweils 600 Schallplatten pro Meter geschaffen: 17 Tage könnte man mit diesen Tonträgern an einem Stück Musik hören.

Carla Gottwein, Vorstands-Beisitzerin des Kunstvereins, freut sich insbesondere über die Ausstellungsräume und sagt schmunzelnd: „Selbst wenn jemand nur zur Toilette gehen möchte, kommt er hier dran vorbei.“ Es gebe vieles zu entdecken, wirbt sie. Die Ausstellung sei auch geeignet für Leute, die sich sonst weniger mit Kunst beschäftigen – „quasi als eine Art Einstieg“.

Brigitte Dams (53) zeigt Industrie-Materialien und lässt dabei Strukturen, Muster und Formen wirken. Sie hat an der Kunstakademie Düsseldorf studiert und spezialisierte sich auf die Zeichnung. „Aber das war mir immer zu flach.“ Mit der Zeit habe sie angefangen, Papier zu schichten und zu bekleben. Im Centrum zu sehen ist auch ihr Werk „Bulb“ – das Kaugummi. Eigentlich sind es Feuerwehrschläuche. „Kaugummis kleben immer überall und werden mit der Zeit hart und eklig“, sagt Dams. „Das Kunstwerk sollte etwas darstellen, das groß und voluminös ist und sich in den Weg stellt.“ Die Farbe Rosa habe das Süßliche darstellen sollen.

Zur Eröffnung am Sonntag, 20. Januar, 11.30 Uhr, gibt Carla Gottwein eine Einführung. Es sprechen auch Dorothea Störmer, Vorsitzende des Kunstvereins, und Bürgermeisterin Ulrike Westkamp. Die Ausstellung ist bis zum 3. März zu sehen. Öffnungszeiten sind Dienstag bis Freitag von 10.30 bis 18.30 Uhr, Samstag von 10 bis 13 Uhr und Sonntag von 11 bis 17 Uhr. Am Donnerstag, 7. Februar, wird es um 17 Uhr eine After- Work-Führung mit Carla Gottwein geben.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Kunstverein stellt zwölf künstlerische Positionen im Städtischen Museum vor

Mehr von RP ONLINE