Wesel: Kraftwerksarmaturenhersteller AAS baut für 2,6 Millionen Euro

An der Rudolf-Diesel-Straße in Obrighoven : AAS baut neu für 2,6 Millionen Euro

Der Spezialist für Kraftwerksarmaturen errichtet einen neuen Firmensitz.

Vor gut fünf Jahren war Volker Wurzer, Chef des Kraftwerks­armaturenherstellers AAS (Armaturen Anlagen Service GmbH) mit angemietetem Sitz an der Mercatorstraße, auf die Stadt und den Kreis Wesel nicht gut zu sprechen. Auf der Suche nach einem Baugrundstück sei er nicht so unterstützt worden, wie er sich das gewünscht habe, hatte der damals 55-jährige Unternehmer gegenüber unserer Redaktion erklärt. Mittlerweile ist der Ärger verflogen. Bürgermeisterin Ulrike Westkamp und Wirtschaftsförderer Johannes Opgen-Rhein haben sich ab 2015 intensiv darum bemüht, die Wogen zu glätten und konnten dem aus Wanne-Eickel stammenden Wahl-Weseler letztlich doch noch zu einem geeigneten Grundstück verhelfen, wie gestern verkündet wurde: Auf einem exakt 2888 Quadratmeter großen Areal an der Rudolf-Diesel-Straße, direkt gegenüber der Firma Lase, wird die Baufirma Dammer aus Nettetal (Kreis Viersen) im Auftrag von AAS einen gut 2,6 Millionen Euro teuren Neubau errichten. Der Kontakt kam über die Niederrheinische Sparkasse Rhein-Lippe zustande, die AAS bei der Finanzierung des Projektes beraten hat. Läuft alles nach Plan, könnte der Neubau im Februar 2020 bezugsfertig sein.

Genau 2888 Quadratmeter groß ist das Areal, auf dem in den nächsten Monaten der 1200 Quadratmeter große Neubau an der Rudolf-Diesel-Straße errichtet werden soll. Foto: Klaus Nikolei

Beim ersten offiziellen Spatenstich für das Projekt betonte Volker Wurzer am Freitagmittag mehrfach, dass am 3. Mai 2019 ein neues Kapitel in der bald zehnjährigen Firmengeschichte aufgeschlagen worden sei: „Wir legen hier den Grundstein für unseren neuen Firmensitz mit Produktion, Lager und Verwaltung.“ Besonders zu schätzen weiß er die Nähe zur A 3, die gute Infrastruktur des Gewerbegebietes und die Tatsache, dass das Grundstück noch Raum für eine Erweiterung lässt.

Bürgermeisterin Ulrike Westkamp und Wirtschaftsförderer Johannes Opgen-Rhein gratulierten Volker Wurzer, der aktuell 30 Mitarbeiter beschäftigt und künftig unter anderem noch zehn Ingenieure und Kaufleute einstellen möchte. „Es ist immer ein gutes Zeichen, wenn ein Unternehmen selbst bauen will“, betonte die Verwaltungschefin. Das AAS-Grundstück war übrigens das letzte freie Areal im Besitz der Stadt an der Rudolf-Diesel-Straße. „Hier und auch gegenüber auf dem früheren Gelände der Firma Ursa sind mittlerweile alle Grundstücke verkauft“, sagte Johannes Opgen-Rhein auf Anfrage. Ähnlich sehe es auch im Gewerbegebiet Am Schornacker aus. Größere Flächen für Gewerbebetriebe gebe es nur noch im Lippe-Mündungsraum und im Rhein-Lippe-Hafen (Stichwort: Delta-Port).

Am Rande der Veranstaltung erklärte Volker Wurzer, dass man stolz darauf sei, mittlerweile ganz offiziell Hersteller von Kraftwerksarmaturen zu sein. Zuvor habe man noch Einzelgutachten für jeden Auftrag benötigt. Wurzer, der einst seine Lehre in Wesel beim Armaturenhersteller Zikesch absolviert hatte, später dann beim Pumpenspezialisten KSB in Frankenthal (Rheinland-Pfalz) tätig war und sich vor knapp zehn Jahren in Wesel selbstständig gemacht hat, ist verheiratet und Vater einer Tochter.

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