Wesel: Kolpinghaus für die Zukunft fit gemacht

Wesel : Kolpinghaus nach Sanierung heller

Das Gute behalten und für die Moderne gerüstet: Gesellenhaus-Verein hat in die Kolping-Heimat investiert.

Am Nordglacis ist frischer Wind durch das Kolpinghaus gezogen. Nach gut vierwöchiger Renovierungszeit präsentiert sich das Erdgeschoss seit dem 21. August in neuem Glanz. Der kommt besonders dem großen Saal zugute, in dem Jürgen Göbeler, Vorsitzender des Vereins Kolpinghaus-Gesellenhaus mit dem Pächterehepaar Jutta und Friedhelm Selmke am Mittwoch das geschaffte Werk vorstellte.

Wer das Kolpinghaus kennt – und das sind in Wesel nicht wenige –, der bemerkt sofort den Unterschied. Eingang, Flur und Treppe (bis zur ersten Etage) präsentieren sich frisch, hell und einladend. Das gilt auch für das gern und von vielen Organisationen für Versammlungen genutzte Vorstandszimmer. Im großen Gastraum wurde das Gute behalten. Das heißt: Holzvertäfelung und Mobiliar samt Theke und Rückbüfett sind geblieben. Alles andere ist neu. Die Fliesen wurden durch einen ansprechenden Kunststoffboden in Holzoptik ersetzt, die Wände und die Decke sind hell, wobei an Lezterer das neue Beleuchtungssystem so wirkt, als käme Tageslicht herein. Von Warm- bis Kaltweiß lässt sich die Illumination dimmen. Hinter einem Deckensturz ist eine bei Bedarf abrollbare Leinwand versteckt. Freies WLAN kommt ebenfalls den heutigen Bedürfnissen entgegen.

Im Saal ist weiter Platz für 100 Gäste. Er ist als Veranstaltungsort bekannt für Versammlungen, Hochzeiten, Taufen, Konfirmations- und Kommunionfeiern, Geburtstage, Jubiläen, Firmen- und Vereinsfeste, Weihnachtsfeiern, Beerdigungen und nicht zuletzt Klassentreffen, die im Kolpinghaus für etliche Jahrgänge ebenfalls Tradition haben.

Traditionscharakter hat zudem das Ehepaar Selmke. Küchenchef Friedhelm und seine Frau feiern 2019 ihr 25-jähriges Pächterjubiäum. Auch die Kolpingfamilie Wesel kann was feiern. Im September 2019 blickt sie auf 160 Jahre zurück. 17 Gesellen um den Bäcker Albert Reitzing hatten 1859 für die Gründung gesorgt. Die von Adolph Kolping selbst unterschriebene Gründungsurkunde ging im Zweiten Weltkrieg ebenso verloren wie das erste Gesellenhaus an der Steinstraße, das ab Sommer 1888 durchreisenden Gesellen Unterkunft geboten hatte. Als ein Notheim an der Blücherstraße schnell zu klein wurde, bauten die Mitglieder am Nordglacis, wo die heutige Kolpingheimat im Mai 1951 eingeweiht wurde. Feiern lässt sich im kommenden Jahr übrigens auch die 50. Wiederkehr der Neuerung, dass Frauen die Möglichkeit erhielten, sich dem Verein anzuschließen.

Frisch im Amt des Vorsitzenden ist Jürgen Göbeler. Er hat Karl-Heinz Ortlinghaus abgelöst und führt jetzt mit Wilhelm Rosenthal (Stellvertreter und Schatzmeister) sowie Andreas Goldmann (Schriftführer) den Gesellenhaus-Verein, der aus zehn Mitglieder besteht, die von der Jahreshauptversammlung der Kolpingfamilie gewählt werden. Die Renovierung weiterer Abschnitte des Komplexes ist ins Auge gefasst. Das Kolpinghaus bietet neben den genannten Gasto-Räumen unter anderem noch Kegelbahnen und einen Biergarten mit 150 Plätzen sowie zwei Wohnungen und Büroräume, die von einer Firma genutzt werden.

Geöffnet ist das Lokal dienstags bis samstags von 17 bis 1 Uhr. Sonntags wird saisonabhängig Mittagstisch angeboten. Partyservice und Catering sind möglich. Näheres unter Tel. 0281 24943

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