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Wesel: Kirchenschiff von St. Franziskus soll Kolumbarium werden

Kirche in Schepersfeld wird zur Großbaustelle : St.-Franziskus-Pfarrheim wird abgerissen

In diesen Tagen beginnen in Schepersfeld die Abrissarbeiten am Pfarrheim. Parallel zum Nachfolgebau wird die alte Werktagskapelle zur neuen Franziskuskirche umgebaut, entsteht im großen Kirchenschiff ein Kolumbarium.

Der Bagger vor der Franzikskuskirche an der Straße Am Birkenfeld ist sichtbares Zeichen dafür, dass die Tage des alten Pfarrheims in Schepersfeld gezählt sind. Innerhalb der nächsten zwei bis drei Wochen wird der zweigeschossige Klinkerbau abgerissen sein. Und kurze Zeit später werden dann die Mitarbeiter der Weseler Baufirma Berge anrücken, um mit dem Bau des neuen, deutlich kleineren Pfarrheims zu beginnen. Läuft alles nach Plan, dann könnte der Neubau im August oder September 2019 eingeweiht werden. Davon jedenfalls ist Rainer Ticheloven (Ehling Architekten, Wesel) überzeugt, der im Auftrag der Pfarrgemeinde St. Nikolaus sowohl den Neubau als auch die Umgestaltung der ehemaligen Werktagskapelle zur neuen Franziskuskirche koordiniert. Die Gesamtkosten werden bei rund 500.000 Euro liegen.

Das neue, barrierefreie Pfarrheim erhält unter anderem neben einem Besprechungsraum und einer Teeküche ein großes Foyer, das mit der umgebauten Werktagskapelle eine Einheit bilden wird. „Bei größeren Gottesdiensten werden einfach drei große Flügeltüren geöffnet“, erklärt der Architekt auf Anfrage unserer Redaktion und verweist darauf, dass Teile des großen Altars aus dem Hauptschiff in die „neue Kirche“ integriert werden. Außerdem erhält die Kirche einen freistehenden Glockenturm.

Apropos Hauptschiff: Vor gut einem Jahr hieß es bei einem Ortstermin des Betriebsausschusses, dass womöglich schon im Herbst 2018 die ersten Urnenbestattungen in dem vom städtischen Betrieb ASG (Abfall, Straßen, Grünflächen) zum Kolumbarium umgewandelten Gotteshaus stattfinden könnten. Fakt ist jedoch, dass der ehrgeizige Zeitplan nicht eingehalten werden konnte. „Das hat sich leider alles etwas verzögert, weil wir den Erbbauvertrag mit der Kirchengemeinde erst in der vergangenen Woche unterschrieben haben“, sagt ASG-Chef Ulrich Streich. Das hat zur Folge, dass das Kolumbarium voraussichtlich erst Mitte 2019 eröffnet.

In einem ersten Schritt wird jetzt ein kleiner Wettbewerb ausgeschrieben, an dem sich mindestens drei Firmen beteiligen. Sie sind aufgefordert, ihre Vorstellungen zu Papier zu bringen, aus welchem Material die geplanten 500 Urnenkammern bestehen, wie sie angeordnet und wo Sitzbänke aufgestellt werden sollen. Im Januar oder Februar 2019 wird eine Jury – bestehend aus ASG-Fachleuten und Lokalpolitikern – den besten Vorschlag auswählen. Ulrich Streich rechnet mit Investitionskosten in Höhe von 280.000 Euro.

Bevor der ASG die Urnenkammern aufstellt, werden zwei neue Eingangstüren angeschafft, die sich abends automatisch schließen sollen. Außerdem muss im Bereich der Bänke der Boden neu gefliest werden, weil der bisherige Belag aus einer dünnen Asphaltschicht und einem Linoleumboden besteht.

Übrigens feiern die Gläubigen in Schepersfeld während der Umbauphase Gottesdienste im nahen Mehrgenerationenhaus. „Wir sind dankbar, dort schon seit einiger Zeit Gast sein zu dürfen“, sagt der Leitende Pfarrer Stephan Sühling.