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Wesel: Kirchengemeinde feiert 100 Jahre Chor St. Antonius Obrighoven

Konzertreihe zum Jubiläum in Wesel : 100 Jahre Kirchenchor St. Antonius

Leiterin Gabi Rademacher erzählt aus der langen Geschichte des ausgezeichneten Chores.

„Als Männerschola hat unser Chor einmal begonnen. Aber schon bald haben sie sich gedacht: So ganz toll ist das ohne Frauen ja doch nicht“, sagt Gabi Rademacher über die Anfänge des Kirchenchores St. Antonius Obrighoven, der in diesem Jahr sein 100-jähriges Bestehen feiert. Die Leiterin weiß noch von weiteren kuriosen Dingen zu berichten. „Unser Chor ist sogar ein paar Jahre älter als unsere Kirche. In den ersten Jahren wurden die Gottesdienste im Saal der Gaststätte Schepers gefeiert.“ Wer hätte das gedacht.

Ministerin Isabel Pfeiffer-Poensgen (l.) ehrt Vorsitzende Margret Hofacker (M.) und Erika Jaehner. Foto: THOMAS AHRENDT

Mittlerweile hat sich natürlich vieles geändert. Gesungen wird in der St.-Antonius-Kirche unweit der Schermbecker Landstraße, die zur katholischen Kirchengemeinde St. Nikolaus gehört. Und männliche Sänger sind mittlerweile „Mangelware“. Die fast 50-köpfige Chorgemeinschaft besteht hauptsächlich aus Frauen im Alter von Mitte 20 bis 85. Ein paar Herren der Schöpfung würden der Gemeinschaft sicher gut tun (siehe Infobox).

Gabi Rademacher ist schon seit ihrem 14. Lebensjahr beim St.-Antonius-Chor mit dabei. „Wir waren damals zwölf junge Mädels“, innert sie sich. „Ein paar davon sind heute noch dabei“, sagt die mittlerweile 61-Jährige, die seit dem Jahr 2007 den Chor leitet. Ihr Vater Herbert Reismann hatte ihr schon immer prophezeit: „Irgendwann einmal übernimmst du den Chor.“ Herbert Reismann war eine der prägendsten Persönlichkeiten des Kirchenchores, den er selber fast vier Jahrzehnte – von 1966 bis 2004 – leitete.

Im aktuellen Jubiläumsjahr hat der Obrighovener Kirchenchor alle umliegenden Chöre eingeladen, um die Gottesdienste in der St.-Antonius-Kirche mitzugestalten. „Unsere Aufgabe ist es, unsere Gottesdienste zu verschönen – wir sind kein Konzert-Chor“, schildert Rademacher das Selbstverständnis der Sänger und Sängerinnen.

Etwas größer als sonst wird in diesem Jahr das Cäcilienfest am Sonntag, 24. November, gefeiert: Nach dem Festhochamt gemeinsam mit dem befreundeten Kirchenchor Lauerhaas wird nochmals auf die 100 Jahre des Bestehens zurückgeblickt. Den Abschluss des Jubiläums bildet am Sonntag, 29. Dezember, das „Singen an der Krippe“, wie immer gemeinsam mit dem Kirchenchor Lauerhaas.

Zum runden Geburtstag hat sich der Chor an diesem Wochenende aber auch etwas ganz besonders geschenkt: „Musik bei den Nachbarn“ (siehe Text unten). Besteht denn nicht die Gefahr, dass ein Wohnzimmer zu voll wird? „Die Frage haben mir schon ganz viele gestellt - aber ich bin mir sicher, dass keines der neun Wohnzimmer ganz leer und keines überfüllt sein wird“, antwortet Rademacher und lacht dabei. Sie hat solch ein Musikevent im niederländischen Doetinchem kennengelernt und sich gedacht: „Das wäre doch auch etwas für uns in Obrighoven.“

(jok )