Wesel: Kirchenchor St. Antonius Obrighoven feiert 2019 sein 100-jähriges Bestehen

Konzert am 30. Dezember in Obrighoven : Antonius-Kirchenchor feiert 2019 hundertjähriges Bestehen

Am letzten Sonntag im Dezember ist der 1919 gegründete Chor in der Obrighovener Kirche zu hören.

Kurz nach dem Ersten Weltkrieg wurde er 1919 gegründet, der Kirchenchor St. Antonius Obrighoven. Zunächst war er ein reiner Männerchor. Aber schon nach wenigen Monaten stießen die ersten Damen dazu, so dass bald die ersten Gottesdienste „besungen“ werden konnten.

Und die Gottesdienste in der Kirche St. Antonius sind auch das Kerngeschäft des rund 50 Personen starken Chores geblieben. Das hochgesteckte Ziel ist es, mindestens einmal im Monat öffentlich zu singen

Bei der Probe ist es derzeit besonders voll: Das erste Highlight des Jubiläumsjahres steht kurz bevor. Am Sonntag, 30. Dezember, findet das alljährliche „Singen an der Krippe“ statt. Und wie schon in den vergangenen elf Jahren gestaltet der Chor diese Veranstaltung gemeinsam mit dem Evangelischen Kirchenchor Am Lauerhaas.

Obwohl die Chöre schon oft zusammengearbeitet haben, gibt es doch am Anfang der Probe einige organisatorische Dinge zu klären: Wer steht wo? Kann jeder die Dirigentinnen Gabriele Rademacher und Andrea Adomeit sehen? Nach einigem Feintuning geht es dann mit „O du fröhliche“ vierstimmig und mit E-Piano-Begleitung los. Antonia Langner, die vor kurzem die C-Prüfung für nebenamtliche Organisten abgelegt hat und eine der Organistinnen an St. Antonius ist, greift in die Tasten.

Dass in nunmehr hundert Jahren die Geschichte des Chores auch Zeitgeschichte ist, zeigt sich auch daran, dass die Sänger von Beginn des Zweiten Weltkriegs bis 1947 zur Untätigkeit verurteilt waren. Erst dann konnte die Chorarbeit unter neuer Leitung wieder aufgenommen werden.

„Es wird langsam besser, aber richtig ist der Ton immer noch nicht“, kommentiert Gabriele Rademacher einen zweiten Versuch für einen Satz von „Es ist für uns eine Zeit angekommen“ in der Probe. Außer den Tönen muss natürlich auch geklärt werden, welcher Teil des Chors wann singt. Aber auch das ist schnell geregelt.

Auch die jüngere Geschichte der katholischen Kirche findet ihren Niederschlag in der Chorarbeit: Waren es vor dem II. Vatikanischen Konzil eher lateinische Texte, die das Chorrepertoire dominierten, kamen ab den 1960er Jahren deutsche Texte hinzu – und seit etwa 30 Jahren hat auch die Taizé-Bewegung Einzug in das Repertoire an St. Antonius gehalten.

In der Probe hat mittlerweile Andrea Adomeit die Leitung übernommen. Ein doppelchöriges Stück steht auf dem Programm. „Streng nach Konfessionen getrennt“ singt der St. Antonius-Chor den unteren Part, der Lauerhaas-Chor den oberen. Es erweist sich als nicht ganz einfach, die beiden Chöre zu koordinieren, aber am Ende klappt auch der Doppelchor für die erste gemeinsame Probe schon ganz gut...

Das „Singen an der Krippe“ findet  am 30. Dezember, 18 Uhr, in der St.-Antonius-Kirche statt. Für das Jubiläumsjahr hat sich der Chor Gäste eingeladen, unter anderem den Kirchenchor Drevenack, die Chorgemeinschaft Bergerfurth und die „Gospel People“. Die 47 Sänger freuen sich über Verstärkung.

(cbr)