Wesel: kfd zeigt sich solidarisch mit der Aktion Maria 2.0

kfd-Aktionen in Wesel und Hamminkeln : Die Zeichen stehen auf Protest

Katholische Frauen in Wesel und Hamminkeln unterstützen die Aktion „Maria 2.0“ – auch Männer, unter anderem Pfarrer Ralf Lamers aus Hamminkeln, befürworten die Demonstration.

Auch in Wesel und Hamminkeln stehen bei den katholischen Frauen alle Zeichen auf Protest: „Maria 2.0“ ist angekommen. So fand die traditionelle Maiandacht der Pfarrei St. Nikolaus am Dienstag nicht in der Feldmarker Herz-Jesu-Kirche statt, sondern vor dem Gotteshaus. Beatrix Bottermann aus der Brüner Unterbauerschaft, die Geistliche Leiterin der kfd-Frauen, machte deutlich, dass man mit der Andacht unter freiem Himmel ein Zeichen der Solidarität mit den Münsteraner Frauen setzen wolle, die zur Aktion Maria 2.0 aufgerufen haben. Auf das weiße Maria 2.0-Tuch vor dem Eingang setzen die gut 70 Besucherinnen der Andacht am Ende ihre Unterschrift. Das Tuch wird nach Münster geschickt. Am Morgen hatte es schon eine Veranstaltung vor der katholischen Kirche in Flüren gegeben. Am Samstag findet um 18 Uhr ein Gottesdienst vor der Bislicher Kirche statt.

Beim sonntäglichen Gottesdienst in Hamminkeln gab es ein Stimmungsbarometer, welches die Solidarität aller Kirchenbesucher mit der Aktion belegte. Mit weißem Kirchenschmuck und weißen Papierblüten auf den Kirchenboden wiesen die kfd-Damen auf die Aktion hin.

Jeder Gottesdienstbesucher hatte die Möglichkeit, durch das Anheften von weißen Papierblumen seine oder ihre Unterstützung auszudrücken. Die Frauen freuten sich sehr darüber, dass sich auch Männer dem Protest angeschlossen haben. Auch Pfarrer Ralf Lamers befürworte die Aktion. „Für uns ist die aufgezeigte Solidarität der Grund, dran zu bleiben“, meinte kfd-Teammitglied Ilona Bussen.

Für den Kirchenstreik, der bundesweit für Aufsehen gesorgt hat, haben sich die Kfd-Gruppen aus den Ortsteilen Hamminkelns vernetzt und wollen so gemeinsam antreten, um den Machtinhabern der Kirche Dampf zu machen. „Wir müssen unangenehm auffallen, müssen dem Bischof auf die Pelle rücken – und das ständig und dauerhaft“, hieß es aus den Reihen der kfd. Vor der Kirchentür zu protestieren, wie es von den Organisatorinnen in Münster angeregt wurde, oder die Kirche für eine Woche nicht zu betreten, kommt aber für die Hamminkelnerinnen nicht in Frage. „Warum soll ich das verlassen, was mir Kraft gibt“, sagt Bussen.

Am Montag waren die Frauen zu einer Abendveranstaltung ins Pfarrheim eingeladen. „Teilhabe von Frauen in der Kirche“ lautete das Thema, welches von Ulrike Göken-Huismann gestaltet wurde. Sie ist für die kfd im Bundesvorstand und geistliche Begleiterin auf Bundesebene. Die Referentin berichtete auch anhand von Kapiteln aus den Römerbriefen von theologischen Erkenntnissen, die belegten, dass es im ersten Jahrtausend auch Apostelinnen und Diakoninnen – zum Beispiel Phoebe, Junia und Maria Magdalena – gegeben habe. Und auch das Zölibat sei von Jesus Christus so nicht festgelegt worden, sondern vom Klerus, dem der Unterhalt für die priesterlichen Familien zu hoch war, erlassen worden. Auch Ulrike Goeken-Huismann regte den dauerhaften, aber friedlichen Protest an. „Dadurch ist in Deutschland schon mal eine Mauer gefallen“, sagte sie.

(geg/kwn)
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