Wesel: Wesel ist Fairtrade-Stadt: Am Freitag gibt's das Siegel

Wesel: Wesel ist Fairtrade-Stadt: Am Freitag gibt's das Siegel

Das erste Ziel ist erreicht: Am Freitag wird Wesel das Siegel Fairtrade-Stadt verliehen. "Darauf sind wir schon ein bisschen stolz", sagt Klaus Bauer. Der Vorsitzende der Eine-Welt-Gruppe hatte die Kampagne "Fairtrade Town Wesel" angestoßen. Rund ein Jahr nachdem der Rat den Beschluss gefasst hat, künftig zur Bewirtung in sämtlichen Sitzungen nur noch Kaffee oder Tee mit dem Fairtrade-Label auszuschenken, sind in Wesel die Kriterien der Fairtrade-Stadt erfüllt. "Bundesweit sind wir die zehnte Stadt, die Siegel und Banner tragen darf", berichtet Bauer.

Für ihn hat die Auszeichnung vor allem eine politische Dimension. "In einer Zeit, in der es darum geht, schnelles Geld zu machen, setzt Wesel ein Zeichen, dass es auch anders geht." Nämlich nicht auf Kosten der Menschen in Entwicklungsländern, sondern "gemeinsam mit ihnen". So steht das Logo "Transfair", das unter anderem auf Schokolade oder den "Wesel Café"-Packungen prangt, für gerechte Preise und Löhne, langfristige Handelsbeziehungen sowie verbesserte Lebens- und Arbeitsbedingungen.

40 Kooperationspartner gefunden

Um dem Ziel Fairtrade-Stadt näher zu kommen, wurde im März eine Steuerungsgruppe gegründet. "Dann ging es sprichwörtlich ans Klinkenputzen", sagt Klaus Bauer. Knapp acht Monate wurde in Geschäften, Restaurants, Cafés, Schulen, bei Kirchen und Vereinen für den Ausschank und Verkauf von Fairtrade-Produkten geworben. "Es gab den einen oder anderen Dämpfer, aber auch richtige Aha-Erlebnisse", erzählt Bauer. So waren die Kirchengemeinden und weiterführenden Schulen schnell mit im Boot. Einzelhändler wie Gerhard Aufischer, der die Rewe-Märkte in der Feldmark und in Flüren betreibt, sowie zwei Blumengeschäfte und der Kiosk auf der Grav-Insel sagten ihre Unterstützung zu.

"Sogar für das Tannenhäuschen haben wir eine Lösung gefunden", sagt Bauer. So liegen dort unter anderem in den Zimmern kleine fairgehandelte Schokoladentäfelchen auf den Kopfkissen für Übernachtungsgäste bereit. Inzwischen machen 40 Kooperationspartner mit. "Wir haben einen ersten Fuß in der Tür. Doch die Aktion ist sicher noch ausbaufähig", weiß Bauer. Denn deutschlandweit werden jährlich pro Person nur drei Euro für solche Produkte ausgegeben. In England sind es 15 Euro.

Der Initiator setzt auf die Zertifizierung, die am Freitag ab 17.30 Uhr in der Aula der Musik- und Kunstschule stattfindet. "Die Veranstaltung ist offen für alle. Wer sich informieren will, ist dort genau richtig." WDR-Moderatorin Julitta Münch führt durchs Programm, Jugendliche der Eine-Welt-Gruppe stellen den "Fairen Handel" vor. Die Miniköche bieten Fingerfood an und Musik gibt's vom Gospelchor "Quintussense".

(RP)