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Wesel: Im Info-Truck des Unternehmerverbandes wird Lust an Technik geweckt

Ausbildungsinitiative Kreis Wesel Präsentiert von Altana (Folge 4) : Jugendliche sind von Technik begeistert

Schüler der Weseler Konrad-Duden-Realschule haben sich jetzt im Info-Truck des Unternehmerverbandes über Berufe in der Metall- und Elektroindustrie informiert. Zudem blickten sie hinter die Kulissen der Firma Clyde Bergemann. 

Es gibt kaum eine Branche, die aktuell nicht nach motivierten und interessierten Ausbildungsplatzbewerbern Ausschau hält. Denn die Zahl der jungen Leute, die dem Lehrstellenmarkt zur Verfügung steht, sinkt seit Jahren. Also müssen sich Unternehmen mehr denn je darum bemühen, für den Nachwuchs attraktiv zu sein. Wie das funktionieren kann, beweist schon seit Jahren der Unternehmerverband Metall Ruhr-Niederrhein. Denn der in Duisburg ansässige Arbeitgeberverband sorgt dafür, dass der Info-Truck der Metall- und Elektroindustrie in regelmäßigen Abständen in der Region Station macht, um Schüler für die vielen abwechslungsreichen und vergleichsweise gut bezahlten technischen Berufe zu interessieren.

Kürzlich hatten zwei Dutzend Achtklässler der Weseler Konrad-Duden-Realschule die Möglichkeit, während eines Tages der sogenannten Berufsfelderkundung nicht nur hinter die Kulissen der Firma Clyde Bergemann im Lippe-Mündungsraum nahe des Wesel-Datteln-Kanals zu blicken. Sie konnten auch im Inneren des Trucks mithilfe einer computergesteuerten CNC-Werkzeugmaschine das Logo ihrer Lieblingsfußballmannschaft, ein Herz oder ein Emoji in ein Metallstück fräsen. Außerdem lernten sie unterschiedliche Elektrostecker kennen und konnten per 3D-Animation Produktionsprozesse live erleben. Und nicht zuletzt machten sie die Bekanntschaft mit einem ungewöhnlichen Roboter namens Panda. Wobei Panda eigentlich kein echter Roboter ist, sondern vielmehr ein Cobot, der dafür konzipiert ist, mit Menschen zusammenzuarbeiten. Panda hat den Realschülern beim Bau eines Getriebes aus Kunststoff-Zahnrädern geholfen.

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„Das war echt cool“, sagt Shafix Yazdo. Der 14-Jährige ist, so wie seine Klassenkameraden von der 8b, von dem, was er im Truck kennenlernen durfte, mehr als positiv überrascht. „Ich fand es toll, so viel über die Berufe in der Metall- und Elektroindustrie zu erfahren. Es gibt 50 verschiedene Berufe. Und man kann da auch richtig viel Geld verdienen.“ Nach den Sommerferien, wenn er in Klasse neun ist, will er ein zweiwöchiges Schülerpraktikum in einem Betrieb absolvieren, der Lehrstellen im Bereich Elektro oder Metall anbietet.

Ein Praktikum in dem Betrieb, in dem sein Vater als Industrieschlosser arbeitet, hat Seal Grawert (15) bereits sicher. Im Truck hat er sich sehr geschickt an der CNC-Fräse angestellt. Das Ergebnis, ein lachender Smiley auf einem Metallstück, will er seinen Eltern schenken. „Das hat mir echt Spaß gemacht. Ich würde gerne eine Ausbildung zum Industrieschlosser machen“, sagt er. Die Aussichten, dieses Ziel zu erreichen, stehen mehr als gut. Denn motivierte junge Leute wie Seal sind in Zeiten des Fachkräftemangels heiß begehrt.

Das weiß auch Martin Jonetzko, stellvertretender Hauptgeschäftsführer des Unternehmerverbandes, aus zahlreichen Gesprächen mit Vertretern der vielen Mitgliedsbetriebe. Und Jonetzko ist sehr froh, dass nach der Zwangspause durch die Corona-Pandemie der Info-Truck des Unternehmerverbandes endlich wieder auf Tour ist. „Anfassen und Selbermachen – nur so bekommt man ein Gefühl für Berufe“, sagt er. „Technik ist alles andere als graue Theorie. Und das wollen wir den Schülern und insbesondere auch den Schülerinnen, die wir gerne vermehrt für eine Ausbildung in MINT-Berufen gewinnen wollen, vermitteln.“

Ferner weist Jonetzko darauf hin, dass der Verband die Jugendlichen durch dieses Angebot mit praxisnahen Berufsfelderkundungen frühzeitig für die vielfältigen Berufschancen in der Metall- und Elektroindustrie interessieren will und ergänzt: „So können sie sich ein authentisches Bild über die Ausbildung dort machen und dies als Entscheidungsgrundlage für ihre eigene berufliche Laufbahn nutzen.“

Beim Berufsfelderkundungstag bei Clyde Bergemann haben die von Lehrer Hans-Dieter Koch begleiteten 24 Schülerinnen und Schüler nicht nur Zeit im Info-Truck verbracht, sondern bei einem Rundgang auch den Betrieb kennengelernt. Und der gehört seit vielen Jahren schon zu den erfolgreichsten in der Kreisstadt. Einen Namen hat sich Clyde Bergemann als Entwickler und auch als Hersteller von Reinigungssystemen für Kraftwerke, Müllverbrennungs- und Biomasseanlagen weltweit gemacht.

„Wir investieren in die Zukunft. Dazu benötigen wir Fachkräfte, die diesen Weg mit uns gehen“, sagt Clyde Bergemann-Mitarbeiter Maik Drost. Der ist schon ein wenig stolz darauf, dass die innovativen Produkte und technischen Lösungen einen wesentlichen Beitrag zur effektiven Stromerzeugung in Kraftwerken leisten. Pro Jahr könnten so bundesweit zwei Millionen Tonnen CO2 eingespart werden.

Hans-Dieter Koch war nach den Betriebsführungen der beiden Zwölfer-Teams ganz angetan vom Wissensdurst der Schülerinnen und Schüler. „Wir wollen den Jungen – und gerade auch den Mädchen – den Blick über den Tellerrand ermöglichen. Wer hier und heute entdeckt, dass man in einem solchen Beruf echt etwas bewegen kann, der oder die wird sich auch später daran erinnern, wenn es darum geht, sich um einen Ausbildungsplatz zu kümmern.“ Der Lehrer ist überaus dankbar, dass die Konrad-Duden-Realschule vom Unternehmerverband auf die Möglichkeit hingewiesen wurde, den Info-Truck einmal kennenzulernen.

Azubi-Tipp

 Jack Sill ist Auszubildener Lacklaborant.
Jack Sill ist Auszubildener Lacklaborant. Foto: Byk

Jack Sill aus Wesel, 20 Jahre, Auszubildender Lacklaborant: „Wenn Du anfängst, Deine Bewerbung zu schreiben, ist Ehrlichkeit einer der wichtigsten Punkte, auf die Du achten solltest. Präsentiere Dich so, wie Du bist. Achte darauf, dass Du Dich nicht verstellst oder vorgibst, jemand anderes zu sein. Spätestens im Vorstellungsgespräch fällt Deinem Gegenüber schnell auf, wenn es Unstimmigkeiten gibt. Überzeuge auf Deine eigene Art und Weise, dann funktioniert der Einstieg ins Berufsleben!“