Wesel: Hospiz-Neubau für 1,9 Millionen am Evangelischen Krankenhaus

Wesel : Hospiz-Neubau für 1,9 Millionen Euro

Die Weseler Kati-Faßbender-Stiftung errichtet im Schatten des Evangelischen Krankenhauses der Kreisstadt das erste stationäre Hospiz am rechten Niederrhein. Am Donnerstag wurden die Pläne vorgestellt.

Läuft alles nach Plan, dann starten im Sommer 2019 die Bauarbeiten für das erste stationäre Hospiz am rechten Niederrhein. Errichtet wird der schätzungsweise 1,9 Millionen Euro teure Flachdachbau im Schatten des Evangelischen Krankenhauses (EVK) in Wesel. Und zwar auf einem rund 1000 Quadratmeter großen, parkähnlichen Grundstück. Mitte 2020 oder vielleicht auch erst im Herbst soll dann das Vorzeigeobjekt mit seinen elf Heimplätzen und dem einen Gästezimmer eingeweiht werden. Ganz in der Nähe befinden sich unter anderem die Palliativstation, der ambulante Dienst der Hospiz-Initiative und die Praxis für Palliativtherapie. So wird das stationäre Hospiz vom vorhandenen Angebot profitieren und umgekehrt.

Dass es zwischen Emmerich und Oberhausen einen großen Bedarf nach einem stationären Hospiz gibt, darauf wiesen am Donnerstag bei der Vorstellung der Planung Vertreter der künftigen Betreibergesellschaft mehrfach hin. Apropos Betreibergesellschaft: Dass das Hospiz vom Evangelischen Krankenhaus Wesel, vom Weseler Marien-Hospital, vom Caritasverband für die Dekante Wesel und Dinslaken und von der Kati-Faßbender-Stiftung mit Sitz in Wesel geführt wird, zeige, „dass man breit und professionell aufgestellt ist“, sagte Heinrich Schnieders. Der Vorsitzende der Kati-Faßbender-Stiftung legte Wert auf die Feststellung, dass dies nicht aus seinem Munde komme, „sondern die Überzeugung der AOK ist, die auch den Bedarf für dieses Projekt bestätigt hat“.

Auf dieser Rasenfläche im Schatten des Evangelischen Krankenhauses in Wesel wird das Neubauprojekt realisiert. Foto: Klaus Nikolei

Errichtet wird das Hospiz ganz alleine von der Kati-Faßbender-Stiftung, die 2007 vom ehemaligen Weseler Stadtdirektor Günther Faßbender und seiner Frau Kati gegründet wurde. Ziel der Stiftung ist es, Sterbenden in der Region einen würdevollen Abschied ohne Ängste und Schmerzen zu ermöglichen. Seit 2012 finanziert die Stiftung mit 60.000 Euro jährlich ein spezielles, durch die Weseler Hospiz-Initiative mitgetragenes Projekt zur Verbesserung der palliativen Versorgung in den Pflegeheimen des EVK und des Marien-Hospitals. Beide Kliniken unterstützen das Projekt mit jeweils 15.000 Euro. Durch das stationäre Hospiz soll nun eine „wesentliche Verbesserung für Sterbende am rechten Niederrhein erreicht werden, weil es einfach zu wenige Plätze gibt“, sagte André Gorres, der beim Evangelischen Krankenhaus als geschäftsführender Bereichsleiter für die Senioren- und Pflegeeinrichtungen zuständig ist.

Heinrich Schnieders sprach davon, dass das stationäre Hospiz „ein Herzenswunsch“ von Kati Faßbender, die in diesem 92 wird, und ihrem 2017 verstorbenen Mann gewesen sei. „Wenn er noch leben würde, dann säße er heute mit am Tisch“, so Schnieders.

Vertreter der Betreibergesellschaft, zu der das Evangelische Krankenhaus, das Marien-Hospital, Caritas und Kati-Faßbender-Stiftung gehören.

Der lichtdurchflutete und helle Neubau, der unter anderem über eine Doppelfluranlage, zwei Lichthöfe, Wohn- und Essbereiche sowie einen Raum der Stille verfügen soll, wird geplant vom Gocher Architekturbüro Wrede, das Heinrich Schnieders noch aus seiner Zeit als langjähriger Geschäftsführer des Weseler Marien-Hospitals kennt. Unter anderem waren die Wrede-Architekten verantwortlich für den Bau des Pflegeheimes St. Lukas in Wesel.

Nach der Eröffnung werden in dem Kati-Faßbender-Hospiz rund 15 Pfleger, mehrere Hauswirtschaftskräfte und Verwaltungsmitarbeiter tätig sein. Insgesamt werden 22 neue Arbeitsplätze geschaffen. Unterstützt werden die professionellen Mitarbeiter von ehrenamtlichen Kräften der Hospiz-Initiative Wesel.

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