Wesel: Heike Böken-Heinemann ist seit 100 Tagen Duden-Realschul-Chefin

Weseler Konrad-Duden-Realschule : Schulleiterin zieht positive 100-Tage-Bilanz

Heike Böken-Heinemann (54) ist neue Leiterin der Konrad-Duden-Realschule, in der sie seit knapp zehn Jahren tätig ist. Sie ist überzeugt, dass die Schule, in die Millionen Euro investiert werden sollen, dauerhaft erhalten bleibt.

Es ist einige Jahre her, da stand es in Wesel mit dem Image der Realschulen nicht zum Besten. Zurückgehende Anmeldezahlen, ausgelöst durch einen Run auf die Gesamtschule, sorgten im Herbst 2015 schließlich dafür, dass die Politik das Auslaufen der Realschule Mitte beschloss. Damals hatte auch die Konrad-Duden-Realschule zuweilen Mühe, mehr als 70 Viertklässler zu gewinnen, um drei fünfte Klassen bilden zu können.

Doch die Zeiten haben sich geändert – zum Positiven für die Realschule im Feldmarker Schulzentrum. Denn für immer mehr Eltern ist die Konrad-Duden-Realschule erste Wahl. Ende August wurden 93 neue Schüler in der fünften Jahrgangsstufe willkommen geheißen. „Wir habe es gerade so hinbekommen, dass wir kein Kind abweisen mussten“, sagt Schulleiterin Heike Böken-Heinemann. „Das heißt, dass wir nun drei fünfte Klassen mit jeweils 31 Kindern haben.“ Das sei zwar nicht optimal, funktioniere aber.

Seit genau 100 Tagen ist die 54-Jährige nun ganz offiziell Rektorin der Konrad-Duden-Realschule, die sie mehrere Monate zuvor als kommissarische Leiterin geführt hat. Zweifelsohne ein passender Zeitpunkt, um eine erste Bilanz zu ziehen. „Es ist alles so, wie ich es erwartet und auch erhofft habe“, sagt Heike Böken-Heinemann im Gespräch mit unserer Redaktion.

Dass die Stimmung in der Duden-Realschule mit ihren mehr als 560 Schülern derzeit so gut ist, hat aus ihrer Sicht nicht zuletzt mit dem engagierten Kollegium, zu dem sie auch die beiden Sozialarbeiterinnen zählt, als auch mit der engagierten Elternschaft zu tun. Natürlich gebe es das eine oder andere Problem. Aber: „Alles in allem läuft das hier schon prima. Zumal wir auch von der Stadt sehr unterstützt werden und in den nächsten Jahren ja auch kräftig in unsere Schule investiert wird.“ (siehe Infobox)

Dass sie einmal Lehrerin werden würde, stand für die Mutter eines erwachsenen Sohnes schon früh fest. Nach dem Abitur studierte Heike Böken-Heinemann, die als 14-Jährige mit ihren Eltern von Oberhausen nach Blumenkamp gezogen war, wo sie heute noch immer wohnt, Französisch und Sport auf Lehramt. Unter anderem an der Realschule in Kalkar, wo sie viele Jahre tätig war, wurde sie in die Arbeit des Schulleitungsteams einbezogen. In der Duden-Realschule war sie unter der Ende Januar in den Vorruhestand getretenen Ina Gaastra und dem 1. Konrektor Harald Welz 2. Konrektorin. Nachdem Welz im Februar eine andere Funktionsstelle in Kleve angenommen hatte, leitete Böken-Heinmann die Konrad-Duden-Realschule kommissarisch.

„Frau Gaastra hatte mir immer viel zugetraut, so dass ich reichlich Erfahrung in der Schulleitung sammeln konnte. Als die Stelle dann ausgeschrieben wurde, war klar, dass ich mich bewerben würde.“ Am Ende hat sie sich gegen mehrere Bewerber durchsetzen können. Obwohl sie durch ihr Kollegium nach Kräften bei der Arbeit unterstützt wird, hofft sie darauf, dass die vakante Stelle des 1. Konrektors zu Beginn des zweiten Schulhalbjahres wieder besetzt wird. Das Auswahlverfahren laufe derzeit, weiß sie. Aktuell sind auch noch drei Lehrerstellen ausgeschrieben.

Wie schon Ina Gaastra, so legt auch ihre Nachfolgerin größten Wert darauf, dass die Schüler soziale Kompetenzen erwerben. „Es ist uns wichtig, dass die Kinder sich gegenseitig begrüßen, sich bedanken, auf Wiedersehen sagen.“ Weiterhin sei es wichtig, vergleichsweise schwächere Schüler zu fördern und Leistungsstärkere zu fordern. Beispielsweise durch einen zusätzlichen Kreativworkshop und einen Informatikkursus.

Ein Zeichen dafür, dass das Fordern und Fördern zu den gewünschten Ergebnissen führt, ist für Böken-Heinemann die Tatsache, dass mittlerweile gut 60 Prozent der Schulabgänger eine Empfehlung für den Besuch der gymnasialen Oberstufe erhalten. Und die restlichen knapp 40 Prozent sind auf dem Ausbildungsmarkt begehrt. „Das“, so sagt die Schulleiterin stolz, „zeigen uns die Rückmeldungen viele Firmen aus der Region. Letztendlich finden alle unsere Absolventen eine geeignete Lehrstelle.“

Könnte sich Heike Böken-Heinemann etwas wünschen („Ich bin Lehrerin und Schulleiterin mit Herzblut“), dann wären das zusätzlich Sozialpädagogen. Da es diese aber nicht gibt, muss sich die Konrad-Duden-Realschule, so wie praktisch alle anderen Schulen auch, etwas einfallen lassen, um in Zeiten von Inklusion auch Schüler mit Handicap nach Kräften zu unterstützen.

„Um allen Kindern gerecht zu werden, arbeiten wir mit Multiplikatoren. Das heißt, dass unsere Kollegen von dem an unsere Schule abgeordneten Sozialpädagogen geschult werden beziehungsweise, dass sie an möglichst vielen Fortbildungen teilnehmen.“

(kwn)
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