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Wesel: Handel leitet unter den Folgen der Corona-Beschränkungen

Wirtschaftsförderungsausschuss Wesel : Folien sollen Leerstände verschönern

Der Handel in Wesel leidet nach wie vor unter den Folgen der Corona-Einschränkungen. Im Wirtschaftsförderungsausschuss ging es jetzt um mögliche Rezepte, die Attraktivität der City zu steigern.

Der Einzelhandel leidet nach wie vor unter den Einschränkungen, die in direkten Zusammenhang mit der Corona-Pandemie stehen. Wie Bürgermeisterin Ulrike Westkamp jetzt im Ausschuss für Wirtschaftsförderung erklärt hat, gehe der Einzelhandelsverband davon aus, dass das Konsumniveau – im Vergleich zur Vor-Corona-Zeit – aktuell nur bei 60 bis 70 Prozent liege. Zwar sei die Innenstadt bei gutem Wetter wieder belebt. Aber: „Die Maske verführt halt nicht zu Lustkäufen, auch wenn es peu á peu besser wird“, ist die Verwaltungschefin überzeugt.

westkamp äußerte sich auch dazu, dass es in der Stadt immer mehr Leerstände gibt. Es sei schon vor Corona schwer gewesen, die Stadt „positiv am Laufen zu halten“. Nun komme hinzu, dass der Online-Handel weiter an Bedeutung gewonnen habe. Auf Anregung der CDU, die leeren Schaufenster attraktiver zu gestalten, haben sich Wesel-Marketing und die Wirtschaftsförderung zusammengesetzt und beschlossen, Fenster von leerstehenden Ladenlokalen mit Digitaldruckfolien zu bekleben. Man werde auf Hauseigentümer oder Makler zugehen.

Apropos Makler: Die Bürgermeisterin lobte ausdrücklich einen Makler, der mit witzigen Ideen und positiven Werbesprüchen freie Ladenlokale anbietet. Außerdem appellierte sie an die Politiker und alle Bürger, „in Wesel einzukaufen. Wir brauchen nicht woanders hinzufahren und nicht im Internet zu bestellen.“

 In einem Vorschlagspapier zur Attraktivitätssteigerung der Innenstadt, das die CDU im Februar im Rathaus eingereicht hatte, sprachen Fraktionschef Jürgen Linz und Bürgermeisterkandidat Sebastian Hense davon, dass die Reinigungsintervalle der Fußgängerzone und der Geschäftsstraßen erhöht werden müssten. Ulrike Westkamp verwies darauf, dass im Betriebsausschuss am 10. Juni ASG-Chef Franz Michelbrink mehr zum Thema sagen werde. Sie selbst zeigte wenig Verständnis dafür, dass Leute ihre Kinder durch die Hochbeete laufen lassen würden. „Das ist wohl Gedankenlosigkeit. Ich kann nur jeden bitten, diese Leute anszusprechen und auf ihr Fehlverhalten aufmerksam zu machen“, so Westkamp.

Der Wunsch, Straßenlaternen mit Blumenampeln zu versehen, wie die CDU nach Gesprächen mit Geschäftsleuten angeregt hatte, wird sich nicht erfüllen. Nach Rücksprache mit Experten ist die Verwaltung zu der Überzeugung gelangt, dass Blumenampeln zu den strengen Straßenlaternen nicht passen.

Auf dem Wunschzettel der CDU stand auch die Verbesserung des Parkraumkonzeptes. Im Ausschuss berichtete Dezernent Klaus Schütz (CDU) passend dazu, dass sich die Stadt aktuell mit der Firma Smartparking in Vertragsverhandlungen zum Thema Handyparken befindet. Noch in diesem Jahr soll ein System eingeführt werden, bei dem Autofahrer die Möglichkeit haben, ihre Parkgebühr auch bargeldlos mit Hilfe einer App zu entrichten.

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