Wesel: Grüne mit großem Themenpaket

Politik in Wesel: Grüne mit großem Themenpaket für neuen Ausschuss

Am 22. Januar tagt in Wesel der Ausschuss für Stadtentwicklung, Umwelt und Nachhaltigkeit. Die Grünen haben viele Fragen. 

Mit einem großen Maßnahmenbündel zur Umweltpolitik starten die Grünen im Vorfeld der ersten Sitzung des neu gegründeten Ausschuss für Stadtentwicklung, Umwelt und Nachhaltigkeit am 22. Januar das politische Jahr. Grünen-Fraktionschef Ulrich Gorris geht darin auf mehrere umweltpolitische Themen ein, die Wesel und den Niederrhein bewegen.

Kiesindustrie Gorris fordert die Verwaltung auf, den Landesvorsitzenden des Naturschutzbundes Nordrhein-Westfalen, Josef Tumbrink, zum EU-Vogelschutzgebiet „Unterer Niederrhein“ einzuladen. Er solle eine naturschutzfachliche Bewertung vor dem Hintergrund der Auskiesungsanträge in Bislich-Vahnum und -Histenbruch abgeben. Aus Sicht der Grünen berücksichtigen die bisherigen Pläne nicht alle Regelungen der EU-Vogelschutzrichtlinien.

Mikroplastik Gorris bittet auch um ein Fachgespräch im Ausschuss mit Vertretern der Weseler Firma Altana über die Möglichkeiten zur Reduktion von Mikroplastik. „Ziel sollen koordinierte Problemlösungsstrategien zwischen Politik und Wirtschaft sein“, sagt Gorris. Er will Informationen darüber, welche Stoffe und Produkte durch biologisch abbaubare Alternativen ersetzt werden, wo auf potenziell schädliche Kunststoffe verzichtet werden kann.

Feinstaub Gorris macht auf die Probleme der Feinstaubbelastung durch Autoreifen-Abrieb aufmerksam. Demnach sei der größte Verursacher von Feinstaub in der Luft und Mikroplastik im Wasser der Abrieb von Lkw- und Pkw-Reifen. „Beide lassen sich zurzeit weder durch Filter reduzieren, noch durch Kläranlagen aus dem Wasser filtern. Eine effektive Reduzierung beider Schadstoffarten ist zurzeit nur durch eine Reduktion des Individual- und Lkw-Verkehrs möglich“, sagt Gorris.

Rhein Die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen beantragt ferner, Dirk Janzen, den RVR-Teamleiter Ökosystemmanagement/Ökostationen, in den Ausschuss für Stadtentwicklung, Umwelt und Nachhaltigkeit einzuladen. „Wir bitten um eine Darstellung der Bedeutung der Anbindung des Xantener Altrheins an den Rheinstrom auf der Bislicher Insel aus Sicht des Naturschutzes“, heißt es im Antrag. Bisher sei das Thema Anbindung des Altrheins an den Rhein vorwiegend aus der Perspektive der Einschränkungen für den Tourismus und die Landwirtschaft diskutiert worden. „Aus unserer Sicht wurden die Belange des Naturschutzes bisher nicht angemessen gewürdigt“, schreibt Gorris.
Luftqualität
Wie verändert sich die Luftqualität, wie die Temperatur in Wesel? Auch auf diese Fragen erwartet die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen eine Antwort. Gorris fragt: An welchen Standorten in Wesel werden welche Luftkennwerte gemessen? Wurden in den vergangenen Jahren in Wesel Messwerte oberhalb oder in bedenklicher Nähe der zulässigen Grenzwerte gemessen? Haben sich die durchschnittlichen Temperaturen in Wesel in den zurückliegenden Jahren erheblich verändert?“ Auch stellt er die Frage, ob von den veränderten Temperaturen oder von Luftschadstoffen Gesundheitsgefahren für die Weseler Bürger ausgingen. Die Stadt Wesel solle darstellen, wie die Erwärmung auch in Wesel mit kleinen Maßnahmen gebremst werden kann und welche Optionen es zur Reduzierung von Schadstoffen gibt.

(sep)
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