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Wesel: Großeinsatz der Feuerwehr - Katze miaut allein in der Wohnung

In der Weseler Innenstadt : Feuerwehreinsatz, weil Katze alleine in Wohnung miaut

Weil sich Mieter eines Mehrfamilienhauses in der Innenstadt Sorgen um den Verbleib einer jungen Frau gemacht haben, alarmierten sie die Polizei. Die Feuerwehr öffnete ein auf Kipp stehendes Fenster und fand in der Wohnung der Frau nur ihre Katze.

Für deutlich mehr als eine halbe Stunde war am Freitagnachmittag kurz nach 15 Uhr die Pastor-Bölitz-Straße im Bereich der Rheinstraße unweit des Willibrordi-Doms komplett gesperrt. Die Fahrbahn war blockiert durch mehrere Einsatzfahrzeuge der Polizei und der Weseler Feuerwehr. Mit Hilfe eines Teleskopmastfahrzeuges gelangte ein Spezialist der Wehr zu einer Wohnung in die oberste Etage eines Eckhauses. Besorgte Mieter hatten – nicht zum ersten Mal, wie es heißt – eine Katze miauen gehört. „Man hat sich Sorgen gemacht um die Besitzerin der Katze und deshalb die Polizei angerufen“, erklärte der Einsatzleiter der Feuerwehr. Um das Aufbrechen der Wohnungstür und einen damit verbundenen größeren Schaden zu vermeiden, hatte der Feuerwehrmann im Korb des Spezialfahrzeugs ein auf Kipp stehendes Fenster innerhalb weniger Minuten geöffnet. Kurze Zeit später gab es dann Entwarnung: In der Wohnung befand sich außer der Katze niemand.

Wie die Polizei auf Anfrage mitteilte, habe man nun Kontakt mit dem Weseler Ordnungsamt aufgenommen. Es sei nicht auszuschließen, dass die Katze in das Tierheim gebracht werde.

Der Hausmeister erklärte im Gespräch mit unserer Redaktion, dass er die Besitzerin der Katze seit gut drei Wochen nicht mehr gesehen habe und der Frau – unabhängig davon – fristlos gekündigt worden sei. „Die Katze hat so miaut, dass ich schon öfter Futter unter der Tür durchgeschoben habe.“ Eine Mieterin erzählt im Treppenhaus, dass die Polizei nicht zum ersten Mal gerufen wurde, um in der Wohnung im Obergeschoss nach dem Rechten zu sehen. Zumal es in der Wohnung zuletzt „irgendwie nach Gummi gerochen hat.“

Und wer bezahlt jetzt den Einsatz mit Teleskopmastfahrzeug, Rettungswagen, Notarztwagen, Löschfahrzeug und Polizei-Funkstreifenwagen? Diese Frage stellen sich einige der vielen Schaulustigen am Rande des Einsatzes. „Das muss niemand direkt bezahlen. Dafür sind wir ja da. Besser, dass die Leute einmal zu oft, als einmal zu wenig anrufen“, betont der Einsatzleiter. Diese Meinung vertreten auch der Hausmeister und einige Mieter. Schließlich höre man immer wieder von Menschen, die wochenlangtot in der Wohnung liegen. „Das könnte bei uns jedenfalls nicht passieren“, sagen sie.