Wesel: Gindericher Junggesellen-Schützenbruderschaft feiert 375-Jähriges

Am letzten Juni-Wochenende :  Junggesellen feiern ihr 375-Jähriges

Samstag bis Montag lockt volles Programm nach Ginderich. Hinweise aufs Gründungsjahr waren nach einem Brand im Mai 1900 zu finden.

Es gibt Jubiläen, für die sich nur schwer Parallelen finden lassen. Das der St.-Antonius-Junggesellen-Schützenbruderschaft Ginderich gehört definitiv dazu: 2018 besteht der Verein sage und schreibe 375 Jahre – Grund genug für die Junggesellen-Bruderschaft, gemeinsam mit der St.-Antonius-Schützenbruderschaft Ginderich am kommenden Wochenende ein besonderes Schützenfest zu feiern. Im vergangenen Jahr richtete die St.-Antonius-Schützenbruderschaft das Fest aus, daher feiern die Junggesellen ihr Jubiläum in diesem Jahr etwas verspätet.

Das Gründungsjahr ist somit auf 1643 datiert. Aus der Chronik der Bruderschaft lässt sich nachvollziehen, woher diese Jahreszahl stammt. Es war der 15. Mai des Jahres 1900, der für die Junggesellen eine Katastrophe wurde. Ein Brand im Haus der Gaststätte Ternierßen erfasste auch den kompletten Besitz der Bruderschaft. Unzählige silberne Schützenplaketten, eine silberne Mutter-Gottes-Statuette und mehrere Tuchschärpen fielen damals den Flammen unter anderem zum Opfer. Kurze Zeit später hat die Bruderschaft ein Protokollbuch angelegt. „Aus dem aufgefundenen geschmolzenem Silber, welches nach vorgenommener Läuterung sechshundert Gramm wog, wurden zwei Silber-Schützenplatten angefertigt, von denen eine innen die elegische dichterische Urkunde in Reimen trägt“, heißt es dort.

Die älteste Plakette trug die Jahreszahl 1643 – bis heute gilt das Jahr also als Geburtsstunde. Aber: „Die Jahreszahl beweist aber durchaus nicht, dass die Bruderschaft nicht älter ist“, so die Schützen.

Es folgten weitere schwere Zeiten. Das 275-jährige Bestehen konnte erst 1922 gefeiert werden – der Erste Weltkrieg und seine Folgen ließen ein Fest nicht zu. 1937 folgte die Zwangsauflösung durch das NS-Regime, „da man sich dem deutschen Schützenverband nicht anschließen wollte“, berichtet die Bruderschaft. Um eine finanziellen Notlage Anfang der 50er-Jahre zu vermeiden, beschloss die Junggesellen-Bruderschaft das Schützenfest zusammen mit der St.-Antonius-Schützenbruderschaft aus Ginderich abzuhalten. „Der Ablauf des Schützenfestes wie wir es heute kennen, besteht nun seit 1984“, erklären sie.

Am Samstag, 29. Juni, gibt’s um 15 Uhr einen Festgottesdienst, ehe die Schützen um 16.30 Uhr zum Kaiserschießen der ehemaligen Könige bitten. Nach dem Großen Zapfenstreich um 19.30 Uhr marschieren Thron und Schützen zum Festzelt am Kuhport, wo ab 20 Uhr der öffentliche Schützenball gefeiert wird.

Am Sonntag, 30. Juni, starten die Schützen um 14.30 Uhr im Dorf ihren großen Festumzug zum 375-jährigen Bestehen, anschließen wird der neue König ermittelt. Ab 19.30 Uhr lockt dann ein Dämmerschoppen für Jung und Alt bei freiem Eintritt.

(dmt)
Mehr von RP ONLINE