Wesel: Freiwillige befreien das Rheinufer in Wesel von Müll

Wesel : Freiwillige befreien das Rheinufer von Müll

In Büderich, Bislich, auf der Grav-Insel und am Yachthafen halfen viele beim „Rhine Cleanup Day“ mit.

In der Geschichte der Hansestadt Wesel spielte der Rhein schon immer eine große Rolle. Grund genug, beim „Rhine Cleanup Day“ etwas zurückzugeben. Im Rahmen des europäischen Aktionstages rief auch die Stadt Wesel dazu auf, sich am Samstag an der Säuberungsaktion zu beteiligen. Und diesem Aufruf folgten zahlreiche Freiwillige, die sich an unterschiedlichen Orten versammelten und mit Handschuhen, Müllsäcken und Greifern dem angespülten Müll zu Leibe rückten.

Allein in Bislich leitete Peter Malzbender, der Kreisvorsitzende des Naturschutzbundes (Nabu) etwa 40 tatkräftige Sammler an. Auf einem weitläufigen Areal, das eigentlich höchstes Vogelschutzgebiet ist, durften die Freiwilligen ausnahmsweise ihrer Arbeit nachgehen. Malzbender warnte sie vor: „Da findet man die skurrilsten Dinge, von Schuhen bis Schirmen ist alles dabei.“ Das Kurioseste, was er jemals gefunden hat? „Fernseher und Kühlschränke. Die Leute glauben, sie können ihren Schrott einfach im Fluss entsorgen. Das muss aufhören“, mahnte er. Vor allem wegen des gefährlichen Mikroplastiks: „Jeder Gegenstand aus Plastik zersetzt sich in winzige Teilchen, die dann ins Meer gespült und von Fischen gefressen werden. Am Ende landen sie auf unserem Teller.“ Besonders schlimm seien die zahlreichen Feuchttücher und Wattestäbchen, die in die Toilette geworfen werden und dann im Rhein wieder auftauchen.

Mit zwei Radladern waren Mitarbeiter und Camper der Grav-Insel im Einsatz. Foto: FFS FUNKE Foto Services/Gerd Hermann

Aber das war natürlich nicht alles, was die Freiwilligen gefunden haben. Ingrid Hölzer aus Obrighoven war zum ersten Mal bei einer solchen Aktion dabei und machte direkt einige seltsame Entdeckungen: „Das ist irre, was hier alles rumliegt. T-Shirts, Schnapsflaschen, Blech und sogar ein Wasserkocher.“ Jochen Jakob kam aus Mehrhoog mit seiner Tochter. Er war begeistert: „Das ist wirklich eine tolle Veranstaltung. Wenn wir Gäste haben, fahren wir oft hier an den Rhein, um ihnen die Region zu zeigen. Da kann man auch mal hier saubermachen. Es wird sicher nicht das letzte Mal gewesen sein.“ Auch er fand zwischen Sträuchern und Muschelbergen Dinge, die dort nicht hingehören. So zum Beispiel einen Lautsprecher. Sogar ein ganzer Korbstuhl und ein Bett waren unter den Fundstücken. Peter Malzbender freute sich über die Unterstützung: „Ich finde es toll, wie viele gekommen sind und hätte das so gar nicht erwartet.“

Auch im Bereich des Yachthafens waren engagierte Sportlerinnen mit von der Partie. Foto: FFS FUNKE Foto Services/Gerd Hermann

Auch am Yachthafen, in Büderich und auf der Grav-Insel waren Freiwillige im Einsatz. Laut Campingplatz-Chef Frank Seibt beteiligten sich auf der Grav-Insel etwa 40 Personen. Im Einsatz waren auch zwei Radlader. Das Ergebnis: Ein Container voll mit Müll, darunter etwa Autoreifen, eine Autobatterie, zwei riesige Ölfilter „und Plastik, Plastik, Plastik“, so Seibt.

In Büderich waren nach Auskunft von Katrin Bremkens etwa 20 Personen dabei. Sie fanden hier neben Sperrmüll auch eine Flaschenpost.

(MH/acf)
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