Wesel: Freiburger Firma macht aus Franziskus-Kirche ein Kolumbarium

In Schepersfeld : Bestattung im Kolumbarium ab Sommer

Die Freiburger Firma Weiher hat einen Wettbewerb des städtischen Betriebs ASG gewonnen und erhält den Auftrag zur Umgestaltung der ehemaligen Franziskuskirche zu Wesels erstem Kolumbarium. 280.000 Euro werden investiert.

In dem zum Kolumbarium umgestalteten Hauptschiff der früheren Franziskuskirche in Schepersfeld werden voraussichtlich ab Sommer beziehungsweise Herbst dieses Jahres die ersten Bestattungen möglich sein. Wie unter anderem die Urnenwände und Sitzelement angeordnet werden sollen, darüber werden die Mitglieder des ASG-Betriebsausschusses während der nächsten Sitzung am Dienstag, 12. Februar, ab 16.30 Uhr im Sitzungszimmer des Betriebshofes informiert. Und zwar von Mitarbeitern der Freiburger Firma Weiher („Die Friedhofsexperten“).

Das mittelständische Unternehmen aus dem Breisgau hatte kürzlich einem kleinen Wettbewerb des für die Friedhöfe zuständigen städtischen Betriebs ASG (Abfall, Straßen, Grünflächen) gewonnen und den Auftrag für die Gestaltung des Kolumbariums erhalten, das in der Endausbaustufe Platz für 2000 Urnenkammern bieten soll. An dem Wettbewerb hatten sich neben Weiher noch V&P Friedhofskonzepte aus Hofheim (Hessen) und die Firma Paul Wolff (Mönchengladbach) beteiligt und insgesamt sechs Vorschläge eingereicht.

Wie ASG-Chef Ulrich Streich auf Anfrage erklärt, habe eine der beiden Gestaltungsideen der Firma Weiher die Jury – bestehend aus je einem Vertreter der Weseler Ratsfraktionen, einem Mitglied des Gestaltungsbeirates und drei ASG-Mitarbeitern – überzeugt. „Es war einfach der beste Vorschlag. Nicht nur aus wirtschaftlichen, sondern auch aus gestalterischen Gründen“, so Streich.

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Herzstücke des Kolumbariums sollen Urnenwände- beziehungsweise -Nischen werden, die nach Bedarf aufgestockt und verlängert werden können. In der ersten Ausbaustufe sollen die 1,30 bis 1,50 Meter hohen Urnenwände, die von Weiher als „sofort funktionierende Trauerräume“ beschrieben werden, am Rande der Halle in L-Form aufgebaut werden. In der Mitte des Kolumbariums entsteht eine multifunktionale Fläche. Auf dieser können Veranstaltungen wie kleine Konzerte, Lesungen oder Ausstellungen stattfinden. Mit diesem Konzept sollen mögliche Schwellenängste abgebaut werden. „Das Kolumbarium kann so zu einem Instrument der Bürgerkommunikation werden“, heißt es in einer Power-Point-Präsentation, die dem Ausschuss vorgestellt wird.

Bevor die ersten Urnenwände mit mehr als 530 Kammern in der ersten Ausbaustufe aufgebaut werden, müssen in dem ehemaligen Gotteshaus noch verschiedene Arbeiten durchgeführt werden. „Wir müssen den Boden ertüchtigen und das Material farblich den Stelen anpassen“, sagt Ulrich Streich. Dazu werden noch einige Termine vor Ort stattfinden müssen. Außerdem würden zwei neue Türen eingebaut. Bis die Arbeiten ausgeschrieben und erledigt sind, werden noch einige Monate vergehen. „Ich gehe davon aus, dass alles in den Sommermonaten oder auch etwas später fertig sein wird“, so Streich. Rund 280.000 Euro wird der ASG investieren.

Wer sich für eine Kammer (für zwei Urnen) im Kolumbarium entscheidet, zahlt für 25 Jahre rund 2800 Euro. Hinzu kommen die Bestattungsgebühren und die Kosten für die Grabplatte, die nach den Wünschen der Angehörigen beschriftet wird. Zum Vergleich: Für eine Kammer (zwei Urnen) in einer Stele auf den Friedhöfen an der Caspar-Baur-Straße beziehungsweise Am langen Reck berechnet ASG eine Gebühr von 1850 Euro für 25 Jahre. Ein Wahlgrab kostet für den gleichen Zeitraum 1350 Euro (Doppelgrab: 2700 Euro), ein Reihengrab 735 Euro (Doppel-Reihengrab 1470 Euro).

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