Wesel: Fährmann-Stele wird des Bislicher Mundartgruppe wird enthüllt

Enthüllung am Samstag : Stele erinnert an Bislichs Fährleute

Am Samstag enthüllt die Mundartgruppe Am Damm ein Denkmal aus Edelstahl.

Am Samstag dürfte es auf dem Bislicher Deich nahe des Holemans-Kieswerks eng werden. Denn unweit der Häuser Am Damm 4 bis 6 wird die von der Mundartgruppe Bislich zur Verfügung gestellte Stele eines Fährmanns offiziell enthüllt. Dass das Denkmal aus Edelstahl ausgerechnet dort aufgestellt wird, hat nicht zuletzt auch damit zu tun, dass vor rund 200 Jahren im Haus Nummer 5 der legendäre Fährmann Johann Hermann Hartmann gelebt hat. Er soll, so ist es überliefert, Keith, einem Freund von Kronprinz Friedrich, bei dessen Flucht nach Frankreich unter Lebensgefahr über den Rhein gesetzt haben. Als Friedrich der Große im Jahr 1740 den Königsthron bestieg, soll er den Fährmann mit dem Haus Nummer 41 belohnt haben. Außerdem soll Hartmann eine Urkunde sowie eine goldene Uhr und eine Tabakpfeife erhalten haben. Damit Spaziergänger und Radfahrer wissen, was es mit der Stele auf sich hat, werden zwei Infoschilder angebracht.

Neben den geladenen Gästen – dazu gehören Vertreter des Deichverbandes, der Reeser Deichgräf und Wesels stellvertretende Bürgermeisterin Birgit Nuyken – werden auch zahlreiche Mitglieder des Heimatvereins erwartet. Denn die seit mehr als 20 Jahren bestehende Mundartgruppe ist Teil des Vereins. Ein paar Worte an die Gäste wird unter anderem Heinz Bienen-Scholt richten, der die Idee zur Aufstellung des Denkmals hatte. „Es ist ja so, dass die Mundart an ihre Grenzen stößt, weil in Familien kaum noch Platt gesprochen wird. Wir möchten aber die Dorfgeschichte lebendig halten“, sagt Bienen-Scholt. Unter anderem wird er davon berichten, dass der Fährbetrieb zwischen Bislich und Xanten-Wardt auf eine 700-jährige Geschichte zurückblicken kann. Jedenfalls sei dies urkundlich belegt. Das Denkmal soll also nicht direkt an Johann Hermann Hartmann, sondern generell an die Bislicher Fährleute erinnern.

Gefertigt wurde die gut 1,20 Meter hohe Stele bei der Hamminkelner Firma Micontec, die dem Bislicher Bernhard Michelbrink gehört. Auf die Frage der Mundartgruppe, ob die Stele in dem metallverarbeitenden Betrieb gefertigt werden könnte, antwortete der lange im Heimatverein aktive Michelbink: „Natürlich. Wir haben dann das Denkmal geplant und bei uns im Betrieb hergestellt.“ Als Vorbild für den Fährmann diente eine Skulptur, die der Weseler Schmiedemeister Bernd Buschmann gefertigt hat. Buschmann führt regelmäßig Schmiedevorführungen in der Außenstelle des Bislicher Deichdorfmuseums durch.

Nach dem offiziellen Teil der Stelen-Enthüllung sind alle Gäste am Samstag an Ort und Stelle noch zu Getränken und kleinen Häppchen eingeladen.

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