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Wesel: EVK entlässt Krankenpflegerin nach KZ-Posting

„Missachtung von christlichen Werten“ : EVK in Wesel entlässt Krankenpflegerin nach KZ-Posting

Die Krankenpflegerin des Evangelischen Krankenhauses Wesel, die bei Facebook ein Foto mit KZ-Bezug veröffentlicht hat, ist nicht mehr Mitarbeiterin des Hauses. Das teilte das Krankenhaus am Mittwochabend mit.

„Geschäftsführung und Betriebsleitung des EVK Wesel sehen in derartigen Social-Media-Postings eine grobe Missachtung von christlichen Werten und eine Verletzung der Loyalitätspflichten gegenüber eines Arbeitgebers, der verwurzelt in Kirche und Diakonie ist“, teilte das Krankenhaus mit.

EVK-Geschäftsführer Heino ten Brink sagte: „Die unvorstellbaren Verbrechen der Nationalsozialisten und das Leid der Opfer zu verunglimpfen im Kontext mit der aktuellen Pandemiedebatte, entsetzt mich sehr.“ Er betonte, dass es sich bei dem Facebookposting um persönliche Äußerungen der ehemaligen Mitarbeiterin handelt, von denen man sich ausdrücklich distanziere.

Die Krankenpflegerin hatte auf ihrem öffentlichen Facebook-Profil ein Foto veröffentlicht, das den verfremdeten Schriftzug zeigte, der sich am Konzentrationslager Sachsenhausen befunden hat. Statt „Arbeit macht frei“ heißt es auf dem Foto: „Impfung macht frei“. Der Beitrag ist gelöscht; Screenshots liegen unserer Redaktion vor. Die Frau war ausweislich ihres Facebook-Profils seit Januar 2019 als Gesundheits- und Krankenpflegerin am EVK beschäftigt. Bereits am Dienstag hatte die Geschäftsführung des Hauses arbeitsrechtliche Konsequenzen angekündigt.

Rainer Keller, SPD-Bundestagskandidat, hatte sich zuvor entsetzt über den Vorgang gezeigt. „Es scheint sich hierbei um eine ganz klar positionierte Gesinnungstäterin zu handeln und solche Personen sollten nicht in der Pflege arbeiten“, sagte Keller, der selbst in der Pflege und im Rettungsdienst tätig war.

Wolfgang Jung, Vorsitzender des Jüdisch-christlichen Freundeskreises Wesel, äußerte gleichfalls Entsetzen über den Facebook-Beitrag der Frau und zeigte volles Verständnis für die bereits am Vortag unmissverständlich missbilligende Haltung des Evangelischen Krankenhauses Wesel.

(her)