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Wesel: Einzelhändler und Kunden begrüßen die Maskenpflicht

Bei Kunden und Händlern in Wesel : Viel Zustimmung für die Maskenpflicht

Ab Montag gilt für alle Kunden unter anderem beim Einkaufen in Geschäften die Pflicht, einen Mundschutz zu tragen. Doch nicht nur die Kaufleute begrüßen die Maskenpflicht. Viele Bürger hätten sie gerne schon viel früher gehabt.

Die wohl längste Kundenschlange in der Weseler Innenstadt hat sich an der Korbmacherstraße gebildet. Vor dem Laden „Der Stoff“ warten vor allem Frauen geduldig auf Einlass. Denn mehr als sechs Personen gleichzeitig können wegen der Corona-Hygieneregeln nicht ins Geschäft. Manche haben eine Mundschutzmaske um, andere setzen sie erst auf, sobald sie den Laden betreten. Ab Montag wird das Pflicht.

 „Wenn das sein muss, dann ziehe ich sie auf – keine Frage“, sagt Thorhild Ziegert-Haverkamp, die auf ihre Tochter Melanie wartet. Die junge Frau hat Homeoffice und näht bei Gelegenheit Masken. „Natürlich hat sie mir auch eine genäht“, sagt die Weselerin. So wie sie begrüßen auch die meisten anderen Bürger, mit denen unsere Redaktion am Freitagnachmittag gesprochen haben, die Pflicht, eine Maske zu tragen, um eine Ausbreitung des Coronavirus zu verhindern. Allerdings war am Freitag die Zahl derjenigen, die auch draußen eine Maske getragen haben, recht überschaubar. Aber das Bild wird sich zweifelsohne Anfang kommender Woche ändern.

Die Auflage, unter anderem einen Mundschutz zu tragen, Desinfektionsmittel für Kunden bereit zu halten und für Mindestabstände in den Läden zu sorgen, haben alle Einzelhändler, die seit Montag wieder öffnen dürfen. Mit einer selbst genähten Maske steht beispielsweise Marion Day in ihrem neuen Laden „My Day Dress“ an der Korbmacherstraße hinter der transparenten Acrylglaswand im Kassenbereich. Die Mitarbeiterinnen ihres Nähateliers haben in den vergangenen Wochen mehr als 1000 Masken genäht, die sie zum Selbstkostenpreis ausgeliefert hat. Dass sie seit Montag wieder öffnen durfte, macht Marion Day glücklich. „Ich habe wirklich gut zu tun. Es läuft prima“, sagt sie. Genauso wie ihr Online-Shop, den sie eigentlich nie gründen wollte. Aber in Zeiten von Corona... Die Boutique-Besitzerin geht davon aus, dass am Montag alle Kundinnen einen Mundschutz dabei haben. Dass die Pflicht kommt, ist in ihrem Interesse. „Das ist richtig. Und das hätte man eigentlich auch schon früher machen können.“

Ähnlich sieht das auch Christopher Kloß vom Sportpalast an der Hohen Straße. Zumal ihm aufgefallen ist, dass mit der Lockerung am Montag („Anfang der Woche hatten wir wirklich gut zu tun“) die Leute „doch ein wenig unvorsichtig geworden sind. Die Anfangsvorsicht verschwindet langsam.“ Zwischen 30 und 40 Prozent seiner Kunden tragen bereits Mundschutz. Er und seine Mitarbeiterinnen sowieso. „Ich habe die Hoffnung, dass die Maskenpflicht ab Montag dazu führen wird, dass wir vor einem weiteren Lockdown bewahrt werden. Alles, was dazu beiträgt, dass wir nicht noch einmal schließen müssen, ist gut.“

Ebenfalls etwa jeder dritte Kunde trägt bereits schon jetzt in der Mayerschen Buchhandlung an der Hohen Straße einen Schal, eine selbst genähte oder eine medizinische Maske, hat Mitarbeiterin Janina Thierfelder beobachtet. „Praktisch alle Kunden halten sich seit Anfang der Woche an die Abstandsregeln. Und ich gehe fest davon aus, dass ab Montag dann auch alle einen Mundschutz tragen.“ Und sollte jemand das nicht tun, „dann werden wir ihn höflich auf die Pflicht hinweisen“.

Wenige Schritte von der Mayerschen Buchhandlung genießt das Ehepaar Sonnenschein den warmen Nachmittag. Beide essen ein Eis. Ihren Mundschutz haben die beiden dafür naturgemäß abgelegt. „In Geschäften tragen wir sie seit Tagen“, sagt Ute Sonnenschein. Ihr Mann Heinz-Gerd nickt. Dann sagt er: „Die Maskenpflicht finden wir gut, sie schützt uns doch alle. Eigentlich ist es nicht nachvollziehbar, dass sie nicht schon viel früher eingeführt wurde.“

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