Wesel: Die Zahl der Hüftoperationen am Marien-Hospital steigt

Wesel : Zahl der Hüft- und Knie-Operationen steigt

Das Endoprothetik-Zentrum des Weseler Marien-Hospitals lädt für Samstag, 15. September, zu einem Tag der offenen Tür ein, bei dem es um das Thema Kunstgelenke geht. Gut 300 Besucher werden zwischen 10 und 14 Uhr erwartet.

Am Samstag, 15. September, dürften in der Zeit von 10 bis 14 Uhr im Weseler Marien-Hospital deutlich mehr Menschen unterwegs sein als sonst. Denn die Zentren für Endoprothetik (EPZ) und Alterstraumatologie (ATZ) laden zu ihrem zweiten Tag der offenen Tür ein, an dem es ausschließlich um das Thema Kunstgelenke geht.

Chefarzt Levent Özokyay rechnet damit, dass rund 300 Interessenten der Einladung folgen werden. Beim ersten Tag der offenen Türen waren es ähnliche viele. Es ist aber durchaus möglich, dass am Samstag auch deutlich mehr Besucher kommen, denn in einer immer älter werdenden Gesellschaft werden auch immer mehr Menschen mit dem Thema Kunstgelenke konfrontiert. „Das ist auch ganz normal, weil vor allem Hüft- und Kniegelenke verschleißen und früher oder später ersetzt werden müssen“, sagt Chefarzt Özokyay.

Er ist schon ein wenig stolz darauf, dass das Marien-Hospital die einzige Klinik in der Region ist, in der Hüftoperationen in der sogenannten Amis-Technik durchgeführt werden. Das bedeutet, dass minimal-invasiv gearbeitet wird, also für eine Operation ein vergleichsweise kleiner Schnitt von sieben bis acht Zentimetern nötig ist und dass bei dieser Art der Operation das Muskelgewebe nicht beschädigt wird. „Das kann man sich wie eine Gardine vorstellen, die zur Seite geschoben und später zugezogen wird, ohne dass sie beschädigt wird“, sagt der gebürtige Krefelder, der vor sieben Jahren ans Weseler Marien-Hospital gekommen ist und das EPZ mit aufgebaut hat. Allein im vergangenen Jahr wurden hier 304 künstliche Hüft- und 109 Kniegelenke implatiert. Im ersten Halbjahr 2018 waren es 252 Hüft- und Knieprothesen.

Levent Özokyay wird am kommenden Samstag im Wechsel mit zwei Kollegen Vorträge halten, in denen er auch davon berichtet, dass im EPZ beziehungsweise ATZ mittlerweile Patienten auch direkt an beiden Hüften operiert werden. „Das ist mittlerweile kein großes Problem mehr.“ Die Vorträge, bei denen die Zuhörer Wissenswertes über Formen und Ursachen von Gelenkerkrankungen, Behandlungs- und Therapiemöglichkeiten erfahren, finden in einer Art „Dauerschleife“ zwischen 10 und 14 Uhr in der gut ausgeschilderten Cafeteria statt. Dort präsentieren sich auch Kooperationspartner des Hospitals.

Sicherlich gut besucht werden auch die Führungen über die Stationen sein. Dabei öffnet das Team um Chefarzt Levent Özokyay die Tür des Operationssaales und zeigt an einer lebensgroßen Puppe eine simulierte Hüft- und Knieprothesenversorgung. Die Besucher können also sehen, wie ein künstliches Gelenk an die richtige Stelle kommt. Experten werden den Besuchern deutlich machen, wie wichtig Vor- und Nachsorge sind.

Levent Özokyay kann nur jedem raten, der unter Arthrose leidet, frühzeitig einen Facharzt aufzusuchen. Und nach einer Operation sei es erforderlich, alle zwei Jahre zur Nachuntersuchung zu gehen. „Das muss man sich vorstellen wie beim TÜV, da muss das Auto auch regelmäßig untersucht werden“, sagt er. Passiert das nicht, kann das schwerwiegende Konsequenzen haben.

Denn weil künstliche Gelenke oft schon nach 15 Jahren erneut austauscht werden müssen, ist es wichtig, dass die Knochen noch stark sind. „Und genau das muss man regelmäßig kontrollieren, damit ein Austausch der künstlichen Gelenke problemlos über die Bühne geht“, sagt Levent Özokyay, dessen erklärtes Ziel es nach eigenen Angaben ist, „dass die Patienten nach einer Zeit vergessen, dass sie ein künstliches Gelenk haben“.

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