Wesel: Die Aktion "Eine Stadt liest ein Buch" ist in der Stadtbücherei eröffnet worden

Auftaktveranstaltung in Wesel : Aktion "Eine Stadt liest ein Buch" ist in der Stadtbücherei eröffnet worden

Bürgermeisterin Ulrike Westkamp hat am Freitagabend zusammen mit dem Literaturkreis Rotkehlchen in der Stadtbücherei die ungewöhnliche Aktion „Eine Stadt liest ein Buch“ eröffnet, bei der jeder mitmachen kann.

Die Idee stammt aus den USA. In Seattle im US-Bundesstaat Washington hatte die Mitarbeiterin der dortigen Stadtbibliothek, Nancy Pearl, die Idee, möglichst vielen Menschen in der Stadt die Lektüre eines Buches zu empfehlen. Die Folge war ein riesiges Lesefieber. „Was andere Städte können, das können wir auch“, dachte sich auch der pensionierte Weseler Studienrat Manfred Kaiser und brachte die Idee nach Wesel.

Hier gründete er den Literaturkreis Rotkehlchen, aus dem sich eine kleine Planungsgruppe gebildet und die Aktion „Eine Stadt liest ein Buch“ in fast einjähriger Arbeit vorbereitet hat. In den verschiedensten Stadtteilen gibt es im Laufe der nächsten beiden Wochen weitere Aktionen, die sich auf das Lesen beziehen, beispielsweise auf sogenannten Lese-Inseln wie Cafés, Restaurants, Kirchen, Buchhandlungen. Aber auch Podiumsdiskussionen und Filmbeiträge bereichern das Programm, das für sicherlich spannende Momente sorgen wird.

Wesels Bürgermeisterin Ulrike Westkamp als Schirmherrin fand diese Idee einfach gut. „Es ist für Wesel wieder einmal etwas Neues“, sagte sie am Freitag vor rund 60 Gästen in der Stadtbücherei während der Auftaktveranstaltung. Auch Manfred Kaiser war sehr stolz. „,Eine Stadt liest ein Buch’ ist einfach anders als ,Wesel liest’, bei der es sich ja nur um eine Vorlese-Veranstaltung handele. Wir wollen, dass die Menschen nur aus einem Buch lesen und sich dann untereinander austauschen“.

Vorgeschlagen wurde der Bestseller-Roman von Herman Koch „angerichtet“ aus dem Kiwi-Verlag. Man muss dieses Buch einfach lesen, denn es erzählt von einem Familiendrama in einem Spitzenrestaurant in den Niederlanden, bei dem es um Ängste, Krisen, Rivalitäten, Elternliebe, politische Ambitionen und Karriere-Träume geht. Die Geschichte ist hochspannend, aktuell, genial, ja geradezu faszinierend. Zudem ist sie obendrein brillant geschrieben. Natürlich wurde an diesem Eröffnungsabend aus dem Buch vorgelesen.

Der Bestseller von Koch wurde bereits mehr als drei Millionen mal verkauft und ist in 37 Sprachen übersetzt worden. Am Eröffnungsabend wurden jede Menge Bücher verkauft (Taschenbuch-Ausgabe 9,99 Euro, gebundene Ausgabe 19,95 Euro). Bibliothek-Chef Wolfgang Berg verriet aber auch, dass der Roman natürlich auch ausgeliehen werden könne.

Neben vielen Plaudereien, einem kleinen Buffet und Getränken gab es auch ein wenig Musik, was schließlich auch zur Kultur zählt. Das Klassik-Quartett des Andreas-Vesalius-Gymnasium unterhielt mit einigen Stücken und machte den Eröffnungsabend zu einer schönen Feierstunde.

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