Wesel: Deutsche Bahn will Ende 2019 Reisezentrum im Bahnhof schließen

Veränderungen im Bahnhof : Bahn schließt 2019 Reisezentrum Wesel

Weil die Bahn eine Ausschreibung für den Verkauf von Nahverkehrskarten des VRR verloren hat, wird sich 2019 im Weseler Bahnhof einiges ändern. Unklar ist, ob es ab 2020 noch einen Fernkartenverkauf mit Beratung geben wird.

Kunden der Deutschen Bahn (DB) müssen sich in Wesel im nächsten Jahr auf jede Menge Veränderungen einstellen. Denn ab dem Fahrplanwechsel 2019, genauer gesagt ab dem 15. Dezember, plant die DB am Niederrhein und im Ruhrgebiet eine Reihe von Reisezentren zu schließen. Entlassungen soll es aber nicht geben. Während das für Städte wie beispielsweise Dinslaken, Krefeld, Haltern, Herne, Mülheim, Neuss und Mönchengladbach bedeutet, dass man dort spätestens ab Mitte Dezember keine Bahnfahrkarten für den Fernverkehr am Schalter kaufen kann, sieht die Situation in Wesel etwas anders aus. Die wichtigsten Fragen im Überblick:

Warum genau schließt die Bahn mehrere Reisezentren?

Die Bahn hat eine Ausschreibung für den Verkauf von Nahverkehrsfahrkarten des Verkehrsverbundes Rhein-Ruhr (VRR) verloren. Dieser Verkauf wird derzeit noch über die Reisezentren der Bahn abgewickelt. Ohne den VRR-Auftrag aber bricht für die Reisezentren ein zentraler wirtschaftlicher Pfeiler weg.

Wo wird man künftig in Wesel Fahrkarten für den Regional- beziehungsweise für den Fernverkehr kaufen können?

Im zweiten Quartal 2019 wird das Schild „DB-Reisezentrum“ im Bahnhof abmontiert und durch „DB Regio Bus“ ersetzt. Sollte das bisherige DB-Vertrieb-Personal von der DB-Tochter Regio Bus übernommen werden, ändert sich für die Kunden bis zum 15. Dezember gar nichts. Erst danach können Karten für den Nahverkehr nur noch an den drei neu aufgestellten Automaten der Transdev Vetrieb GmbH gezogen werden. Transdev hatte die Ausschreibung gewonnen. Der Verkauf der Karten für den Bahn-Fernverkehr läuft bei DB Regio Bus weiter.

Bleibt DB Regio Bus dauerhaft erhalten?

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Darauf gibt es derzeit noch keine klare Antwort. Wie Bahnsprecher Dirk Pohlmann auf Anfrage erklärte, werde man schauen, wie groß die Nachfrage der Kunden sei. „Ob das Beratungsangebot bestehen bleibt, hängt damit zusammen, ob es genügend Leute gibt, die diesen Service nutzten.“ Deren Zahl wird künftig wohl weiter sinken. Denn für die Bahn wird der Internet-Verkauf immer wichtiger. Allein zwischen Januar und Oktober 2017 seien rund 22 Millionen Handytickets verkauft worden, heißt es bei der Bahn. Über die App DB Navigator könnten auch weiterhin Nahverkehrskarten gekauft werden.

Wird man künftig auf Wunsch auch beim Kauf von Karten für den Regionalverkehr beraten?

Ja. Aber noch ist nicht klar, wo genau. Sabine Tkatzik, Sprecherin des VRR, bestätigt auf Anfrage der Redaktion, „dass es in Wesel eine Transdev-Verkaufsstelle mit Beratung entweder direkt im Bahnhof oder ganz in der Nähe geben wird“. Dort könne man alle VRR- und NRW-Tickets erwerben.

Wo kann man Fahrkarten für den Fernverkehr erhalten, falls am Ende DB Regio Bus seine Beratung im Bahnhof einstellen sollte?

In den DB-Reisezentren Oberhausen oder Duisburg. Ansonsten eben über die DB-App, im Internet oder ab dem 16. Dezember 2019 an den neuen Transdev-Automaten im Bahnhof. „Die sind auch für ältere Leute leicht zu bedienen“, versichert VRR-Sprecherin Sabine Tkatzik.

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