Wesel: Baustopp: Ludger Hovest schreibt an Minister Hendrik Wüst

Wesel : Baustopp: Hovest schreibt an Minister

Wann kann an der Südumgehung weiter gebaut werden? Stocken die Arbeiten auch wegen fehlender Kiesvorräte? Der Weseler SPD-Fraktionschef schreibt an Hendrik Wüst, CDU-Verkehrsminister von Nordrhein-Westfalen.

Wegen der stockenden Arbeiten an der Südumgehung in Wesel hat SPD-Fraktionschef Ludger Hovest nun einen Brief an NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst geschickt. Hovest kritisiert darin, dass es wegen einer alten Müllkippe im Bereich der geplanten Umgehungsstraße, die von der Rheinbrücke aus südlich an Wesel vorbei in Richtung Autobahn 3 führen soll, neuerliche Verzögerungen gibt. Wie exklusiv berichtet, hat die Bezirksregierung Düsseldorf einen Baustopp verhängt. Bei Kanalerweiterungsarbeiten unterhalb des Gewerbegebietes Am Lippeglacis war Methangas entdeckt worden, das sich im Bereich einer alten Deponie gebildet hat – wegen der Risiken für die Mitarbeiter der bauausführenden Firma.

Ungeachtet der stockenden Bauarbeiten gibt es an anderer Stelle Fortschritt: Ein Kran stand am Freitag im Bereich der Lippemündung, um ein Brückenbauteil zu befördern. Im Bereich der Niederrheinbrücke zweigt die Südumgehung ab. SPD-Fraktionschef Hovest kritisiert jetzt, dass die Nutzung als Deponie die Behörden offenbar überraschte. Wörtlich schreibt Hovest an Wüst: „Seit Kriegsende ist bekannt, dass zwischen der Rheinbrücke und der B 8 am Rand der Lippe alte Schutt- und Hausmülldeponien sind. Warum hat man sich damit nicht beschäftigt und bei der Planung berücksichtigt?“ Wenn die Behörden nun von den auftretenden Methangasen überrascht würden, dann sei dies verwunderlich, weil in den vergangenen Jahrzehnten Entgasungsrohre installiert gewesen seien.

Hovest hatte bei einem Ortstermin im Mai in den Lippewiesen erst die stockenden Arbeiten an der Südumgehung kritisiert. „Es kann nicht sein, dass ich diese Straße erst im Alter von 100 Jahren eröffne“, sagte er da. Ein Vertreter von Straßen NRW kam danach in den städtischen Ausschuss und berichtete vom Projekt. Von den austretenden Gasen war da noch nicht die Rede. Nun fragt Hovest, ob der Zeitplan eingehalten werden kann. Auf Anfrage hatte Straßen NRW zuletzt im Mai mitgeteilt, dass noch in diesem Jahr mit dem Verfüllen der Kiesschicht begonnen werden solle. Anlässlich der Rohstoffknappheit – die Bauindustrie hatte zuletzt über Kiesmangel berichtet – zweifelt Hovest nun auch öffentlich an, ob Straßen NRW überhaupt die benötigte Menge an Kies vorrätig habe, um dort aufzuschütten. An Wüst schreibt er: „Es wird darüber diskutiert, dass Straßen NRW bis heute die benötigte Menge an Material zum Aufschütten des Dammes auf diesem Bauabschnitt nicht besitzt.“ Er fragt Wüst, ob dies ein Gerücht sei oder den Tatsachen entspreche. „Wir bitten Sie um eine klare Aussage, ob das Material abrufbereit zur Verfügung steht.“

Straßen NRW und das Ministerium waren für eine Stellungnahme am Freitag nicht erreichbar.

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