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Wesel: Bahnhof immer noch nicht fertig

Wesel : Bahn will Mängel am Bahnhof beheben

Eigentlich wurde die Sanierung des Bahnhofes schon 2017 abgeschlossen. Doch noch immer gibt es Provisorien, an den Wänden im Fußgängertunnel gibt es Probleme mit Feuchtigkeit. Die Bahn verspricht, sich zu kümmern.

Obwohl die Modernisierungsarbeiten an dem für viele Millionen Euro sanierten und aufgehübschten Weseler Bahnhof eigentlich schon im vergangenen Jahr abgeschlossen wurden, ist noch immer nicht alles fertig. Zwar funktionieren mittlerweile die Uhren auf dem Bahnsteig an Gleis 3, doch noch immer sind Hinweisschilder an simplen Holzbalken befestigt, lässt der Rückbau der provisorischen Leuchten auf sich warten. Obwohl die Pressestelle der Bahn schon vor Monaten verkündet hatte, dass alles bis März beziehungsweise Juni fertig würde.

Unsere Redaktion hat sich gestern mit Bahn-Pressesprecher Dirk Pohlmann vor Ort getroffen, um mit ihm über die Mängel zu sprechen. Weil Dirk Pohlmann viele Jahre nicht in Wesel war, ist er zunächst einmal angenehm überrascht über den Zustand des Bahnhofs. „Er wirkt jedenfalls hell und freundlich.“ Dass beispielsweise an der Treppe zum Fußgängertunnel an mittlerweile vier Stellen der Putz abgeplatzt ist, obwohl alles erst im vergangenen Jahr erneuert wurde, kann auch er nicht recht verstehen. „Das sieht so aus, als sei Feuchtigkeit in die Wand eingedrungen.“ Auf die Frage, warum die Wand nicht schon längst wieder neu verputzt und angestrichen wurde, hat er keine schlüssige Antwort. „Das werde ich mir aufschreiben und an die zuständigen Kollegen weiterleiten.“

 An mehreren Stellen im Fußgängertunnel platzt der Putz von den Wänden. Feuchtigkeit ist die Ursache.
An mehreren Stellen im Fußgängertunnel platzt der Putz von den Wänden. Feuchtigkeit ist die Ursache. Foto: Klaus Nikolei
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Die Treppen hinauf zu Gleis 3 sind auch nicht gerade eine Augenweide. An mehreren Stellen sind sie ausgebessert beziehungsweise weisen leichte Schäden auf. „An diesem Zustand wird sich auch nichts ändern“, sagt der Bahn-Sprecher, der sich oben an den Gleisen wundert über die lieblos befestigten Holzbalken, an denen Infoschilder befestigt sind.

 Dirk Pohlmann ist Pressesprecher der Bahn. Er will die Mängel den zuständigen Stellen melden.
Dirk Pohlmann ist Pressesprecher der Bahn. Er will die Mängel den zuständigen Stellen melden. Foto: Klaus Nikolei

„Das sieht wirklich nicht schön aus. Ich weiß auch nicht, warum das alles noch so aussieht“, sagt der Pressesprecher. Auch die provisorisch angebrachte Beleuchtung gibt ihm Rästel auf. Er werde alles notieren und an die zuständigen Stellen weitergeben, verspricht Dirk Pohlmann.

 Mehrere Hinweisschilder sind lieblos an einfachen Holzbalken befestigt.
Mehrere Hinweisschilder sind lieblos an einfachen Holzbalken befestigt. Foto: Klaus Nikolei

Immer noch völlig unklar ist, ob und wann es im Bahnhof eine Eröffnungsfeier geben wird. Wobei eine solche Veranstaltung ohnehin nur einen temporären Zustand würdigen würde. Denn schon in den nächsten Jahren steht am Bahnhof erneut ein Großprojekt auf dem Programm – mit umfangreichen Bauarbeiten. Die Zugangsrampe für Rollstuhlfahrer und Radler direkt am Bahnhofsgebäude auf der Stadtseite, die im Jahr 2009 ihrer Bestimmung übergeben wurde, wird einem zusätzlichen Schienenstrang weichen müssen. Das zusätzliche Betuwe-Gleis sollte ursprünglich auf der Fusternberger Seite gebaut werden. Doch dann wurde alles umgeplant.

Was wann genau passieren soll und wer was bezahlen muss, steht allerdings noch nicht fest. Klar ist bislang nur, dass die Rampe ersetzt werden muss und dafür sehr viel weniger Platz zur Verfügung stehen wird. Vom noch großzügigen Weg mit Gabionen und Bepflanzungen wird nicht viel übrig bleiben.

In den Umbau des Weseler Bahnhofs und seines Umfeldes sind in den vergangenen Jahren mehrere Millionen Euro investiert worden. Allein der Tunneldurchstich, der Bau der Rampen und der Aufzüge hat 4,6 Millionen Euro gekostet. 3,8 Millionen schlagen für die Sanierung des Bahnhofes und der Bahnsteige zu Buche.

Eigentlich sollten sämtliche Arbeiten bereits im Jahr 2015 abgeschlossen sein. Unter anderem durch die Insolvenz einer Baufirma hatten sich die Arbeiten in die Länge gezogen.