Wesel: Ausbildung bei Innungsobermeister Borgmann

RP-Serie Die Ausbildungsinitiative Kreis Wesel – Präsentiert von Altana (Folge 14) : „Der Ernst des Lebens kann Spaß machen“

Trotz holpriger Schulkarriere hat Drew Heikamp (20) vor acht Wochen eine Lehrstelle gefunden. Ihm gefällt es.

Dass der sprichwörtliche „Ernst des Lebens“, der spätestens mit dem Eintritt ins Berufsleben beginnt, so viel Spaß machen könnte, das hat Drew Heikamp nicht vermutet. Seit Anfang August ist er nun beim stellvertretenden Kreishandwerksmeister Norbert Borgmann in Wesel als Lehrling im Bereich Heizung, Sanitär, Klima tätig.

Auch wenn er morgens schon um 7.20 Uhr auf der Matte stehen muss, weil er wenig später mit einem oder auch zwei Monteuren zu Baustellen in der Region fährt, und ihm abends auch schon mal der Rücken wehtut, zieht er nach acht Wochen eine rundum positive Bilanz. „Mir macht die Lehre super viel Freude. Ich merke, dass ich hier richtig bin und viel lernen kann“, sagt der 20-Jährige, der nach einer eher durchwachsenen Schulkarriere am Ende doch noch die Kurve bekommen hat. Nicht zuletzt durch Berufsbegleitende Bildungsmaßnahmen beim CJD (Christliches Jugenddorfwerk Deutschlands). Über Umwege kam er zur Firma Borgmann, die händeringend gute Leute sucht. Allein in den nächsten fünf Jahren, sagt Firmenchef Norbert Borgmann, „gehen fünf unserer Monteure in den Ruhestand“. Und da der Arbeitsmarkt so gut wie leergefegt ist, muss er sich seine Leute halt selbst heranzüchten.

Drew Heikamp soll innerhalb von insgesamt dreieinhalb Jahren alles das lernen, weil ein guter Geselle können muss. Mit der Schlagbohrmaschine kann er schon gut umgehen. Auch das Pressen von Rohren klappt bereits. Das Waschen der Firmenautos gehört übrigens auch dazu. Mit den bislang gezeigten Leistungen ist sein Chef, nach einem etwas holprigen Start, sehr zufrieden. „Jedenfalls bringt er die Fingerfertigkeit mit, die man für unseren schönen Beruf benötigt“, sagt Norbert Borgmann. Mit schön meint er, dass man so vielen Menschen helfen kann. Zum Beispiel, wenn die Heizung ausgefallen oder ein Wasserrohr undicht ist.

Drew Heikamp muss grinsen. „Ich habe auch so etwas erlebt.“ Und er erzählt von einer älteren Dame, bei dem das Borgmann-Team eine neue Dusche eingebaut hat. „Ihre alte hat nämlich nicht mehr funktioniert. Die Kundin war so dankbar und hat mir auch ein Trinkgeld geben. Das war schon ein schönes Gefühl.“

Apropos Geld: Borgmann erzählt nur zu gerne, dass es in seiner Branche jede Menge zu tun gibt und seine Leute gutes Geld verdienen. „Und überhaupt erlebt das Handwerk, so wie ich das mitbekomme, einen Imagewandel zum Positiven.“ Es hat sich mittlerweile herumgesprochen, dass ein guter Handwerksmeister auch sehr gut verdienen kann. Und nur zu gerne erzählt er in diesem Zusammenhang die Geschichte eines 17-Jährigen, der durch einen Kumpel auf die Idee gebracht wurde, bei Borgmann ein Praktikum zu beginnen. Und weil ihm die praktische Arbeit so gut gefallen hat, lässt er die Schule sausen und fängt nun beim Vize-Kreishandwerksmeister eine Ausbildung an.

Wobei die Borgmann-Lehrlinge natürlich noch zur Schule gehen müssen – zum Dinslakener Berufskolleg. Dem Unterricht zu folgen, ist für Drew Heikamp bislang kein großes Problem. Und wenn es dann vielleicht doch mal schwerer werden sollte, weiß er, dass er im Betrieb die nötige Unterstützung bekommen würde. „Denn wir sind auf unsere jungen Mitarbeiter angewiesen, die wir ja für uns ausbilden“, sagt der Chef. Tatsächlich kann sich Drew Heikamp gut vorstellen, dauer­haft bei Borgmann zu bleiben.

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