Wesel: Am 2. Dezember letztes Sonntagskonzert von Pro Musica in Bislich

Besucherschwund und weniger Sponsoren : Letztes Sonntagskonzert von Pro Musica

Nach 26 Jahren endet die Reihe in der Bislicher Kirche St. Johannes. Bei der letzten Veranstaltung am 2. Dezember soll der Projektchor Modus Novus noch einmal für ein gut gefülltes Gotteshaus sorgen.

Renate Droste, die Sprecherin des Arbeitskreises Pro Musica, ist traurig. Denn das vorweihnachtliche Konzert am Sonntag, 2. Dezember, 17 Uhr, wird das Letzte in der Reihe der Bislicher Konzertsonntage sein. „Schweren Herzens“, sagt sie, sei im Sommer die Entscheidung gefallen. Die Gründe sind vielfältig. In erster Linie geht es – so wie fast immer – ums Geld. „Die Kassenbestand ist so gering, dass wir es nicht riskieren konnten, für 2019 ein neues Programm auf die Beine zu stellen“, so Droste. Denn nicht nur die Zahl der Besucher sei in den letzten Jahren gesunken, auch hätten sich immer mehr Sponsoren zurückgezogen. „Alleine durch die Eintrittsgelder können die Kosten nicht gedeckt werden.“

Dass immer weniger der vielen treuen Besucher den Weg nach Bislich finden, hängt vor allem mit dem Alter der Zuhörer zusammen. „Es sind meist ältere Kulturfreunde, die einfach nicht mehr können oder verstorben sind. Und jüngere Leute interessieren sich immer weniger für klassische Musik.“ Zudem müsse man sehen, dass das Angebot an Konzerten immer weiter steige, die Leute aber ihr Geld immer nur einmal ausgeben könnten. Andersherum gebe es einen Trend, dass ungewöhnliche Veranstaltungsorte attraktiver seien als Kirchen. „Würden unsere Konzerte in Baumärkten, Bäckereien oder in einer Tiefgarage stattfinden, wären sie wahrscheinlich ausverkauft. Aus allem muss heute einfach ein Event gemacht werden“, bedauert Droste. Gleichwohl ist sie überzeugt, dass es am Sonntag zum Abschluss in der Bislicher Kirche noch einmal richtig voll wird. Denn auf Einladung von Pro Musica kommt der Projektchor Modus Novus nach Bislich und wird unter dem Motto „Du höchstes Licht“ unter anderem Werke von John Rutter, Karl-Josef Müller, Zoltán Kodály, Franz Biebl, Max Reger, Josef Rheinberger, Benjamin Britten und Andreas Hammerschmidt zur Aufführung bringen.

Der 1988 von Professor Fritz ter Wey (bis 2009 Professor an der Musikschule in Detmold) gemeinsam mit ambitionierten Sängerinnen und Sängern gegründete Projektchor mit Mitgliedern aus ganz Deutschland hat sich hauptsächlich Werke der Chormusik des 20. und 21. Jahrhunderts erarbeitet.

Zu den ersten Projekten zählte die Aufführung des Oratoriums Die Erschöpfung der Welt von Mauricio Kagel in der Kölner Philharmonie. Alle bisher eingespielten CDs widmen sich der Chormusik dieser Zeit. Aber auch Literatur früherer Epochen gehören zum Repertoire des Chores, wobei ein weiterer Schwerpunkt auf der romantischen Chormusik liegt. Neben zahlreichen Werken von Johannes Brahms, Hugo Wolf und Max Reger erarbeitete Modus Novus ein Komponisten-Programm, das sich durch selten zu hörende Stücke von Lili Boulanger, Fanny Hensel, Clara Schumann und Jaqueline Fontyn auszeichnet.

Die erfolgreiche Teilnahme an großen Wettbewerben begann 1992 mit dem Sieg in der Kategorie gemischte Chöre beim Internationalen Chorwettbewerb in Tours. 1994 ging Modus Novus aus dem vierten Deutschen Chorwettbewerb in Fulda als Sieger in der Sonderkategorie gemischter Chöre hervor. Als Titelträger gab der Chor auf Einladung des Deutschen Musikrates beim fünften Deutschen Chorwettbewerb 1998 in Regensburg ein viel beachtetes Sonderkonzert. In dem wegen des hohen Leistungsniveaus der teilnehmenden Chöre berühmten Wettbewerb in Marktoberdorf erhielt Modus Novus im Mai 1997 den zweiten Preis. Beim weltweit besetzten Chorwettbewerb in Tolosa bekam das Ensemble den dritten Preis und wurde damit bester teilnehmender europäischer Chor.

Karten kosten für Erwachsene 15, für Schüler bis zwölf Jahre sechs Euro.

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