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Kreis Wesel: Wesel als Comic-Schauplatz

Kreis Wesel : Wesel als Comic-Schauplatz

Tobias Dahmen (40) ist in Wesel groß geworden. Seit 2007 verbildlicht er seine Erlebnisse in einem autobiografischen Comic – und seine "Hassliebe" zu seiner Heimatstadt. Jetzt ist er Finalist eines Comic-Preises.

Tobias Dahmen (40) ist in Wesel groß geworden. Seit 2007 verbildlicht er seine Erlebnisse in einem autobiografischen Comic — und seine "Hassliebe" zu seiner Heimatstadt. Jetzt ist er Finalist eines Comic-Preises.

Die Ähnlichkeit zwischen dem Comic-"Held" des Comics "Fahrradmod" und seinem Erschaffer Tobias Dahmen ist unverkennbar. Kein Wunder: Zeichnet er darin sich und das Leben mit seinen Freunden in Wesel detailgetreu nach. Seit 2007 arbeitet der mittlerweile in Utrecht lebende 40-Jährige nun schon an einem ganz speziellen Werk: einem autobiografischen Comic.

Darin spielt Wesel eine der Hauptrollen, denn hier ist der in Frankfurt geborene Dahmen groß geworden. Nun verarbeitet er seine prägenden Jahre in seiner Heimat Wesel, mit der ihn eine "Hassliebe" verbindet in einem echten Comic-Mammutwerk.

400 Seiten starke Reise

400 Seiten soll die Reise in seine Vergangenheit vom Jahre 1985 bis heute, umfassen. "Ich bin ganz gut im Flow, Ende 2012 will ich fertig sein", erklärt der 40-Jährige. 200 Seiten fehlen noch, das heißt, rund die Hälfte ist geschafft. Wie es vorangeht und was die Hauptfigur erlebt, das können Fans und Interessierte ständig aktuell auf seiner Internetseite nachlesen. Hier werden die Seiten in regelmäßigen Abständen veröffentlicht, 2013 wird es eine Buchversion geben.

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Weseler werden hier Schauplätze wiedererkennen. Zum Beispiel das Vesalius-Gymnasium, an dem Dahmen 1990 das Abitur machte, die Fußgängerzone, die Tiergartenstraße oder die "Alte Post", in der man früher gemeinsam feierte. "Wesel war eine besondere Stadt, hier gab es immer viel Szene, und jedes Wochenende war wer weiß was los", erinnert sich Dahmen. Dieser Zeit und seiner Heimatstadt setzt er nun ein Denkmal — und das stößt auf großen Anklang. Er ist einer der drei Finalisten im Rennen um den Sondermann-Preis, der im Oktober auf der Frankfurter Buchmesse verliehen wird.

Sein Comic ist jedoch weit mehr als "nur" autobiografisch. "Ich porträtiere dabei auch die Mod-Szene mit", erklärt Dahmen. Er selbst war damals Teil dieser ursprünglich aus den 60er Jahren stammenden Bewegung, die nach dem Motto "neu gleich interessant" lebte. "Ich bin damals mit einem Secondhand-Anzug in die Schule gegangen, war aber weiß Gott kein smarter Dandy, sondern eher ein Abziehbildchen", erinnert er sich. Deshalb hat er auch "Fahrradmod" als Titel für seinen Comic gewählt.

"Zu Mod gehört eigentlich ein Roller, dafür hatten wir aber kein Geld", erklärt er. Freude am Zeichnen hatte er eigentlich schon immer. Später visualisierte er selbst kleine Witze und Szenen aus der Schule. "Ich habe schnell gemerkt, dass man damit Leute erreichen kann", erklärt er rückblickend. Nach dem Abitur ging er nach Düsseldorf und studierte Visuelle Kommunikation.

Seit 1997 arbeitet er als freier Illustrator und Comiczeichner für Agenturen und Verlage. Da kann es schon mal passieren, dass er im Supermarkt auf eines seiner Werke trifft — so wie "Swirly", die Sympathiefigur von "Swirl", auch Überraschungsei-Figuren hat er bereits entworfen. "Ein harter Beruf, aber für mich lief es immer gut", erklärt der 40-Jährige, der früher auch für die RP gezeichnet hat.

(isa)