Wesel: Alle Viertklässler bekommen Platz an ihrer Wunschschule

Stadt Wesel legt Anmeldezahlen vor : Alle Viertklässler bekommen Platz an Wunschschule

Die neue Ida-Noddack-Gesamtschule wird mit vier fünften Klassen starten. Mehr als 100 Eltern haben dort ihre Kinder angemeldet. Auch alle anderen weiterführenden Schulen können alle Bewerber aufnehmen.

Das wird die Eltern der Viertklässler in Wesel freuen: Denn alle Kinder können nach Angaben der Stadt Ende August die weiterführende Schule besuchen, die sie sich gewünscht haben. Das war im vergangenen Jahr ganz anders, als mehr als 20 Kinder, die meisten mit einer Empfehlung für die Hauptschule, von der Lauerhaas-Gesamtschule abgelehnt werden mussten und schließlich von der Duden-Realschule aufgenommen wurden. Dort ist ein spezieller Hauptschulzweig eingerichtet worden, so dass die Kinder dort auch einen Hauptschulabschluss ablegen können.

Die neue Ida-Noddack-Gesamtschule, deren Gründung  Ende November im Rahmen des „Weseler Schulkompromisses“ von einer  deutlichen Mehrheit vom Rat beschlossen worden war und die in den Räumen der Realschule Mitte starten wird, hat auf Anhieb so viele Anmeldungen erhalten, dass sie voraussichtlich vier Eingangsklassen bilden kann. Genau 104 Anmeldungen (zwei davon aus benachbarten Kommunen) liegen derzeit vor.

Die Anmeldezahlen der anderen weiterführenden Schulen im Überblick: Gesamtschule Am Lauerhaas: 130 Anmeldungen (drei davon aus benachbarten Kommunen); Konrad-Duden-Realschule: 93 Anmeldungen (zwölf aus benachbarten Kommunen); Andreas-Vesalius-Gymnasium: 102 Anmeldungen (21 aus benachbarten Kommunen); Konrad-Duden-Gymnasium: 133 Anmeldungen (30 aus benachbarten Kommunen).

Weil die neue Gesamtschule mehr als die erforderlichen 100 Anmeldungen hatte, um vierzügig starten zu können, war nach Angaben der Stadt eine Koordinierung zwischen den beiden Gesamtschulen nicht erforderlich. Innerhalb der nächsten 14 Tage werden die Bescheide der weiterführenden Schulen an alle Eltern versendet.

„Die Prognosen für Wesels Schullandschaft haben sich bestätigt“, sagt Peter Frödrich, der zuständige Regionalkoordinator der Bezirksregierung Düsseldorf. Gleich beim ersten Anmeldeverfahren habe die neue Schule den erforderlichen Zuspruch erhalten, um starten zu können. Bürgermeisterin Ulrike Westkamp sieht in der Entwicklung ein gutes Fundament für die Zukunft. „Die Anmeldezahlen zeigen deutlich, dass dem Elternwillen Rechnung getragen wird“, so Westkamp.

Für Wesels Schuldezernenten Rainer Benien war die gute Zusammenarbeit mit den Schulleitern, der Bezirksregierung und dem Vorbereitungsteam der Ida-Noddack-Gesamtschule der Schlüssel zum Erfolg. „Wir hatten ein gesetztes Ziel in einem engen Zeitkorridor zu bewältigen, das wir gemeinsam erreicht haben“, betont Benien.

Äüßerst zufrieden ist auch SPD-Fraktionschef Ludger Hovest, der lange für die zweite Geamtschule gekämpft hatte. „Unsere Vorstellung, beste Bildung für unsere Kinder, ist zu 100 Prozent aufgegangen.“ Es freue ihn, dass die beiden Gymnasien und die Duden-Realschule stabil geblieben seien und wohl auf viele Jahre hin Bestand haben werden. „Es war richtig, dass wir uns nicht von der idiologisch geführten Diskussion haben leiten lassen“, betonte Hovest und übte damit Kritik am Schulelternrat. Dieser müsse sich überlegen, ob künftig nicht eine andere Diskussionskultur nötig sei. Der Schulelternrat hatte sich unter anderem besonders für den Erhalt der Gymnasien ins Zeug gelegt.

Auch CDU-Fraktionschef Jürgen Linz meldete sich zu Wort. Es freue ihn, dass alle Schüler an den gewünschten Schulen aufgenommen werden können. Der „Weseler Schulkompromiss“ bestätige schon im ersten Anlauf, wie richtig es gewesen sei, auf den Elternwillen zu reagieren.