Wesel: Ärzte raten, sich gegen Grippe impfen zu lassen

Ärzte im Kreis Wesel raten zum Schutz vor Viren : Jetzt gegen die Grippe impfen lassen

Experten raten vor allem Risikogruppen, sich zu schützen – dieses Mal mit einer Vierfachimpfung.

Die vergangene Grippesaison hatte es in sich. Zwischen Anfang Oktober 2017 und Mitte Mai 2018 verzeichnete das Landeszentrum Gesundheit (LZG) NRW 807 Influenza-Fälle im Kreis Wesel, in der Saison des Vorjahres waren es nur 261. Allerdings seien damit nie alle Fälle erfasst, da laut LZG nicht alle Erkrankten auch den Arzt aufsuchen. Um sich auch in diesem Jahr zu schützen, wird vor allem Risikogruppen seit Ende September geraten, sich zu schützen. Dieses Mal mit der so genannten Vierfachimpfung.

Im vergangenen Winter hatte die Dreifachimpfung einen besonders stark auftretenden Virenstamm nicht abgedeckt. Es gebe Erfahrungen, auf deren Basis der Impfstoff vorab entwickelt werde, sagt Christoph Gödde, stellvertretender Leiter Fachdienst Gesundheitswesen im Kreis Wesel. Wie stark die diesjährige Grippesaison verlaufen werde, sei schwierig zu prognostizieren: „Es hängt von den Viren ab, wie stark diese sich in ihren Informationen zusammensetzen und auch wie das Wetter ist.“

Idealer Zeitpunkt für eine Impfung ist im Oktober und November, „bevor es mit Erkältungskrankheiten und Infekten stärker wird“, sagt Gödde. Sonst bestehe das Problem, dass der Körper neben einem Infekt zusätzlich mit der Impfung beschäftigt ist und der Impfstoff dann möglicherweise seine Wirkung nicht entfalten kann. Wer außerdem einmal angeschlagen sei, schiebe den Impftermin dann vielleicht zu lange auf.

Aktuell werde etliche Male am Tag geimpft, kann der Allgemeinmediziner und Vorsitzende der kassenärztlichen Vereinigung im Kreis Wesel, Michael Weyer, aus seiner Praxis in Dinslaken berichten. Ob die starke Grippesaison im vergangenen Winter mehr Menschen zu einer Impfung veranlasst, könne aber noch nicht abgeschätzt werden. „Das war schon heftig“, erinnert sich der Allgemeinmediziner und Vorsitzende der kassenärztlichen Vereinigung, Michael Weyer, an den vergangenen Winter. Denn neben der Grippe hat es auch viele Erkrankte mit grippalen Infekten gegeben. Wo der Unterschied liegt? „Die Grippe zeichnet sich durch den hoch akuten Beginn aus. Morgens geht man gesund aus dem Haus und kommt mittags völlig krank zurück“, sagt der Arzt aus Dinslaken. Bei der Grippe fühle man sich schlagartig sehr krank, habe oft hohes Fieber und starke Kopfschmerzen.

Die Experten raten Menschen ab 60 Jahren, Personen, die chronisch erkrankt sind (beispielsweise an einer Erkrankung der Atemwege oder des Herz-Kreislaufsystems leiden), Schwangeren sowie Menschen, die hohem Publikumsverkehr ausgesetzt sind oder im medizinischen Bereich arbeiten zu einer Impfung. Wichtig sei auch, dass im Pflegebereich vorgesorgt werde, da werde oft zu wenig geimpft, so Weyer. „Generell gibt es einige Menschen, die Angst haben, dass eine Impfung einen Infekt auslöst“, sagt der Allgemeinmediziner, doch das sei ein Irrtum.

Es dauere zwei bis drei Wochen, bis eine Impfung ihren Schutz entfalte, sagt Christoph Gödde. Einen hundertprozentigen Schutz garantiere die Grippeimpfung nicht, einen Unterschied mache es, wenn sich jemand bereits in den Vorjahren habe impfen lassen. Dann sei die Wahrscheinlichkeit größer, dass der Körper Informationen über einen Virenstamm schon einmal verarbeitet hat.

(acf)
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