Wesel: Ärger über Vandalismus am Schilldenkmal auf dem Fusternberg

Thema im Weseler Kulturausschuss : Vandalismus am Schilldenkmal

Die Politik fordert mehr Kontrollen von Polizei und Stadtwacht.

Das Schilldenkmal in den Lippewiesen auf dem Fusternberg ist ein beliebter Treffpunkt. Aber nicht in erster Linie für historisch interessierte Ausflügler. Sondern vormittags für Hundebesitzer, die ihre Vierbeiner unter dem Motto „Leinen los“ auf den Wiesen herumtollen lassen. Und in den Abendstunden nicht selten für jüngere Menschen, die sich gelegentlich berauschenden Getränken hingeben und dabei auch schon mal über die Stränge schlagen. Ein Indiz dafür sind zerschlagene Wodkaflaschen im Umfeld der Anlage. Fakt ist auch, dass bereits zweimal die große Informationstafel neben den beiden Ruhebänken von Unbekannten zerstört wurde. Obwohl die neue Tafel noch unbeschädigt ist, hat SPD-Ratsmitglied Marco Cerener angeregt, das Schild mehr in Richtung Denkmal zu versetzen, um es so womöglich vor Vandalismusschäden zu bewahren.

Im jüngsten Ausschuss für Kultur und Stadtmarketing wurde Cereners Antrag diskutiert und schließlich einstimmig abgelehnt. Der Denkmalschutz möchte nämlich den Standort so belassen, wie er ist. Durch ein Umsetzen des Schildes könnte der Gesamteindruck der Gedenkstätte, zu der auch ein halbkreisförmiger Baumkranz aus elf Eichen gehört, gestört werden. Es sollten, so formuliert es die Verwaltung, auch künftig Fotos der Gesamtanlage ohne Tafel möglich sein.

Dieser Argumentation konnte auch Cerener folgen. Trotzdem will er sich noch nicht geschlagen geben und demnächst einen neuen Antrag stellen, wie er im Gespräch mit unserer Redaktion ankündigt hat.

Was neben ihm auch andere Aussschussmitglieder beklagen, sind Schäden durch Vandalismus und wilder Müll. Dagmar Ewert-Kruse, Sachkundige Bürgerin der FDP, sagte, dass rund ums Denkmal „hunderte Flaschen“ liegen würden. Nur durch mehr polizeiliche Kontrollen könne das Problem gelöst werden. Dieser Meinung schloss sich auch Wolfgang Lingk (CDU) an: „Da fehlt die soziale Kontrolle“. Und Cerener meinte, dass die personell aufgestockte Stadtwacht dort öfter als bislang vorbeischauen sollte: „Man muss da was tun.“ Eine Garantie, dass dort nichts mehr passiere, sei das aber auch nicht. Und auch Patrick Tenhaeff (Wir für Wesel) gibt sich keinen Illusionen hin: „Das Problem kriegen wir nicht in den Griff. Das Versetzen des Schildes würde keine Verbesserung bringen.“

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