1. NRW
  2. Städte
  3. Wesel

Wesel: Ärger mit Entsorgungsunternehmen Schönmackers

Bürgermonitor : Kritik an Gelben Säcken reißt nicht ab

Leser ärgern sich über ein Schreiben der Entsorgungsfirma Schönmackers. Auf Anfrage der RP reagiert das Unternehmen auf die Kritik.

Seit der Berichterstattung über die Probleme in Wesel mit den Gelben Säcken (Hotline-Warteschleife bei Entsorger Schönmackers, fehlerhafte Homepage) vergeht kein Tag, an dem sich nicht verärgerte Leser an die Redaktion wenden und von ihren Schwierigkeiten mit Schönmackers sprechen. Übereinstimmend berichten Rudolf Kysilka und Klaus Lelgemann (Wesel) davon, dass sie beide die Firma Schönmackers angerufen beziehungsweise angeschrieben und am 9. Januar die schriftliche Nachricht erhalten haben, dass sie bei Vorlage des Briefes bei den bekannten Ausgabestellen zwei Rollen mit jeweils 13 Säcken erhalten. „Im Wertstoffkalender des ASG steht, dass man eine Servicekarte erhält. Heißt das, dass wir jedes Mal einen neuen Antrag bei Schönmackers stellen müssen? Das ist doch irre“, meint Rudolf Kysilka. Und Klaus Lelgemann sagt: „Da ich noch zwei Rollen Tüten besitze, gehe ich noch nicht zu der Ausgabestelle, da ich befürchte, dass man mir dort den Brief abnimmt und ich den ganzen Zirkus erneut veranstalten kann.“

In die Schar der Kritiker reiht sich auch Thomas Dickmann ein. Den erinnert die ganze Prozedur an den Hit von Reinhard Mey „Antrag auf Erteilung eines Antragformulars“. Dickmann fragt sich: „Warum quält man die Bürger mit so einem sinnlosen Anforderungsprozess? Wie viele Millionen Säcke kann man eigentlich für die Kosten produzieren, die das Schalten einer Telefonhotline und die Bearbeitung der ganzen Mails verursacht?“ Aus seiner Sicht spricht nichts dagegen, dass weiterhin jeder seine Gelben Säcke ohne Karte an den bekannten Ausgabestellen abholen kann. „Oder“, so fragt er sich, „will man die Bürger absichtlich so sehr nerven, dass sie eine Gelbe Tonne bestellen, für die angesichts der vielen anderen Tonnen kein Platz ist?“ Sein Fazit lautet: „Eigentlich sollte man den Müll vors Rathaus kippen. Unsere französischen Nachbarn würden das garantiert tun.“

Von unserer Redaktion mit den Klagen der Leser konfrontiert, heißt es bei der Firma Schönmackers, dass die Anschreiben (auch Service- oder Abholkarte genannt) nicht beliebig häufig verwendet werden könnten. Die Ausgabestellen müssten die Anschreiben „zwingend einbehalten“. Hierzu habe man erneut mit dem städtischen Betrieb ASG in Wesel Kontakt aufgenommen, da das kommunale Unternehmen die Kommunikation zu den Ausgabestellen halte. Ansonsten teilte das Unternehmen mit, dass es mittlerweile weitere 10.000 Grundstücke in das neue System aufgenommen habe, sodass nun die Anmeldung von Anschreiben für Gelbe Säcke über die Schönmackers-Website www.schoenmackers.de erfolgen könne. Sollten vereinzelt Grundstücke fehlen, so werden die Betroffenen gebeten, eine Mail zu senden (info@schoenmackers.de) oder die Hotline unter 0800 8884373 anzurufen. Anschließend würden die Grundstücke entsprechend nachgetragen.

Kontakt Sie wollen selbst ein Problem melden? Dann schicken Sie uns eine Mail an redaktion.wesel@rheinische-post.de oder rufen uns einfach an: und zwar montags bis freitags in der Zeit von 10 bis 18 Uhr unter 0281 14394.