1. NRW
  2. Städte
  3. Wesel

Wesel: A-capella-Band Rock 4 spielen fantastisch

Rock 4 in Wesel : A-cappella-Band gelingt Ersatzkonzert fantastisch

Das im April abgebrochene Konzert des niederländischen Quartetts wurde jetzt im Bühnenhaus wiederholt. Die vier Jungs waren so fantastisch aufgelegt, dass sie mit Ovationen bedacht wurden.

Beim Konzert der A-cappella-Band Rock 4 im April im Bühnenhaus wollte kurz vor Schluss Bass Miklós Némeths Stimme nicht mehr, und die vier Sänger aus Maas­tricht mussten die Vorstellung abbrechen. Doch sie versprachen, das Verständnis der Zuschauer mit einem Ersatzkonzert zu belohnen. Und das gelang ihnen am Sonntag.

Leadsänger Luc Devens verkündete gleich zu Beginn, dass sie sich nun alle bester Gesundheit erfreuten, und das war ihnen anzumerken. Bass Miklós Németh, der einzige Ungar im Team, trat diesmal nicht bloß als „Hintergrundmusiker“ auf, der ploppte, zischte oder schnalzte und mal wie eine Gitarre, eine Trompete oder ein Schlagzeug klang. Er zeigte, dass er sehr wohl „normal“ singen kann, so in „Maxwell’s Silver Hammer“. Der zweite Tenor, Luc Blommers, und Bariton Luc Nelissen beeindruckten ebenfalls nicht nur, wenn sie hauchend, prustend oder lalala singend ein Orchester imitierten, sondern auch, wenn sie Leadsänger Devens ablösten.

Da es sich um ein Wiederholungskonzert handelte, präsentierten Rock 4 zunächst die damals abgebrochene letzte Beatles-Langspielplatte „Abbey Road“ in voller Länge. Und selbst diejenigen, die schon im April dabei waren, genossen es. Denn die Gruppe legte noch zu. Bei „Oh Darling“ zeigte Devens, dass er nicht nur ein guter Tenor ist, sondern auch klingen kann wie ein Jazzsänger aus einer verrauchten Kneipe. Ein begnadeter Moderator mit komischen Talenten ist er allemal.

Natürlich nahm er den Sieg der niederländischen Fußballnationalmannschaft über die deutsche Equipe zum Anlass für allerhand Späße. Als sie verschiedene „eigentlich unsingbare“ Songs der B-Seite von „Abbey Road“ („die Leute unter 30 wissen wahrscheinlich nicht, was ein B-Seite ist“) zu einem 14-minütigen Medley zusammenfassten, ulkte er: „Wer 90 Minuten gegen Holland schafft, hält auch das durch.“

Auch über Wesel machte Luc Devens seine Witze: „Maastricht ist wie Wesel, aber 20 Mal.“ Bürgermeisterin Ulrike Westkamp, die im Publikum saß, nahm es gelassen mit Applaus.

Nach der Pause trat Rock 4 dann einen Streifzug durch das Repertoire aus 15 Jahren an. Den Anfang machte Brenda Lees uralter Song „A cappella sounds good to me“. Ein Song von Queen durfte nicht fehlen, und diesmal zeigte Luc Devens anhand von „Killer Queen“, dass seine stimmlichen Qualitäten von denen eines Freddie Mercury nicht weit entfernt sind. Nach einem Medley von Sting und The Police, Beyoncés „Crazy in Love“ und schließlich dem Eagles-Welthit „Hotel California“ standen die Zuschauer teilweise tanzend in den Reihen.

(evka)