Wesel: 53-Jähriger hat Leukämie und sucht nun Knochenmarkspender

Axel Münnich (53) hat Leukämie : Weseler sucht Stammzellenspender

Der aus Wesel stammende und in München lebende Axel Münnich (53) hat erfahren, dass er an Knochenkrebs leidet. Seine Familie sucht nach einem Stammzellenspender und bittet, dass sich auch Niederrheiner typisieren lassen.

Jeden Tag erhalten in Deutschland rund 100 Menschen die Diagnose Blutkrebs. Die von Leukämie betroffenen Patienten kann teilweise nur eine Stammzellenspende retten. Dass es irgendwo in Deutschland, vielleicht auch weltweit, einen passenden Spender gibt, darauf hoffen der aus Wesel stammende Axel Münnich und seine Familie, die seit 2012 in München lebt. In den sozialen Medien und mit Hilfe eines Flyers bitten die Angehörigen des 53-jährigen Vaters von drei Kindern darum, dass sich möglichst viele Menschen bei der DKMS (Deutsche Knochenmarkspenderdatei) kostenlos registrieren lassen (siehe Infobox). Und zwar unter dem Motto „Drei Minuten deiner Zeit zur Rettung unserer Familie.“

Natürlich wünscht sich Axel Münnich nichts sehnsüchtiger, als einen passenden Spender. Die Hoffnung, dass sein Bruder als Spender in Frage kommt, hat sich leider zerschlagen, da die Übereinstimmung der Gewebemerkmale zu gering ist. „Aber wenn sich jemand registrieren lässt, um mir zu helfen, er aber als Spender nicht in Frage kommt, kann er vielleicht einem anderen Menschen das Leben retten.“ Der Aufruf von Axel Münnichs Familie hat übrigens dazu geführt, dass bei der DKMS die Zahl der Menschen spürbar gestiegen ist, die sich typisieren lassen. Dass gerade jemand vom Niederrhein ein geeigneter Spender sein könnte, ist gar nicht so unwahrscheinlich. Denn Forschungen, sagt Axel Münnich, hätten ergeben, dass Leute, die aus einer ähnlichen Region stammen, oft besser passen würden.

Seit dem 20. Mai liegt Axel Münnich, der einst in Flüren zur Grundschule ging, am Konrad-Duden-Gymnasium 1984 sein Abitur gemacht und Betriebswirtschaft studiert hat, in einer Münchener Klinik. Seine Hausärztin hatte ihm am Morgen desselben Tages Blut abgenommen. „Ich war schon seit Wochen angeschlagen, hatte eine fiebrige Bronchitis und am rechten Hals eine Entzündung. Und auch danach war ich irgendwie nicht mehr leistungsfähig“, erzählt er. Das Ergebnis der Blutuntersuchung: Verdacht auf akute Leukämie. „Die Blutbildung im Körper läuft völlig falsch ab“, erklärt er. Insgesamt elf Wochen lang wird ihm eine Chemo intravenös und parallel dazu auch in Tablettenform verabreicht. „Mal geht es mir besser, an anderen Tagen treten Nebenwirkungen wie Übelkeit, Erbrechen und Appetitlosigkeit auf.“ Die Planung sieht so aus, dass er nach der fast dreimonatigen ersten Phase für ein oder zwei Wochen nach Hause kommt und anschließend die Stammzelltransplantation beginnt.

Alle 18- bis 55-Jährigen, die sich bei der DKMS registrieren lassen, erhalten per Post ein Stäbchen zur Typisierung. „Damit streicht man einmal durch den Mund und schickt es ein. Das tut nicht weh, das kostet auch nichts.“ Allerdings bittet die DKMS um eine Geldspende für die Typisierung. Sollte man als Spender in Frage kommen, erhält man ein Schreiben der DKMS. „Wer dann sein Versprechen zu spenden einlöst, bekommt fünf Tage hintereinander spezielle Tabletten, die eine Überproduktion an Stammzellen bewirken. Diese werden durch eine Blutabnahme herausgezogen und dem Patienten zugeführt“, erklärt Axel Münnich. Nur in wenigen Ausnahmefällen müsse bei Spendern auch Knochenmark entnommen werden.

Axel Münnich und seiner Familie bleibt jetzt die Hoffnung, dass sich möglichst viele Leute einen Ruck geben und sich registrieren lassen. „Denn morgen könnte es auch deine Familie treffen“, heißt es in dem Flyer.

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