Wesel: 2100 Tänzer bei westdeutscher Streetdance-Meisterschaft

Westdeutsche Meisterschaften in der Weseler Niederrheinhalle : Streetdance: 2100 Tänzer zeigen ihr Können

Vom kleinen Kind bis hin zum über 30-Jährigen präsentieren sich 126 Formationen bei der Westdeutschen Meisterschaft im Streetdance und lassen die Niederrheinhalle beben

Am Wochenende zeigte Wesel sich von seiner musikalischen Seite: Während im Heubergpark tausende Besucher beim Eselrock feierten, lieferten sich in der Niederrheinhalle zahlreiche talentierte Nachwuchstänzer spannende Wettkämpfe bei der Westdeutschen Meisterschaft im Streetdance. Machte man dort eine gute Figur, konnte man sich für die Deutschen Meisterschaften qualifizieren, die im Herbst in Gütersloh stattfinden.

Volle Konzentration: In Wesel fand am vergangenen Wochenende die Westdeutsche Meisterschaft im Streetdance statt. Foto: Erwin Pottgiesser

Die Westdeutsche Meisterschaft ist ein offenes Turnier, bei dem jeder teilnehmen kann. Vorausgesetzt, er oder sie konnte einen der beliebten Startplätze ergattern, denn in diesem Jahr war der Ansturm so groß wie nie: Mit 2100 Anmeldungen brach der Wettbewerb alle Rekorde und war damit erstmals restlos ausverkauft. Darunter waren allein 126 verschiedene Formationen.

Um allen genug Zeit einzuräumen und zu zeigen, was sie können, lief die Meisterschaft sowohl am Samstag als auch am Sonntag von früh morgens bis spät abends. „Damit ist die Grenze des Machbaren erreicht“, bestätigte Organisator Marc Müller, der die Tanzschule „Street Dance Factory“ in Schepersfeld betreibt. Seitdem die jährlich wiederkehrende Turnierserie 2015 vom ADTV-Tanzhaus Wesel ins Leben gerufen wurde, stiegen die Teilnehmerzahlen kontinuierlich.

Marc Müller erklärte sich den enormen Zuwachs mit zwei Faktoren: „Die Westdeutsche Meisterschaft ist das erste große Turnier im Wettkampfkalender. Außerdem findet sie in einer ungewöhnlichen Location statt. Viele Turniere werden in Sporthallen veranstaltet, da ist die Niederrheinhalle mit ihrer professionellen Licht- und Tontechnik nochmal ein ganz anderes Erlebnis für die Tänzer und Tänzerinnen.“

Doch damit nicht genug: Um die in Szene gesetzte Bühne, die bei Bedarf in zwei Bereiche geteilt wurde, standen Stühle für die vielen Zuschauer und Unterstützer bereit, die die Tänzer und Tänzerinnen lauthals anfeuerten und beklatschten. Genau das schätzte auch Jurymitglied Daniela Lahdo aus Mannheim sehr: „Hier sind alle eine Familie, es gibt keine Verlierer.“

Während sie die intensiven Battles der Altersklassen Kids und Juniors lebhaft kommentierte und für Stimmung sorgte, stellte sie klar: „Das Niveau hier ist so gestiegen in den letzten Jahren, ihr seid alle so professionell.“ Das war selbst für Laien klar ersichtlich. Vom Kleinkind bis hin zum über 30-Jährigen trugen hier alle thematisch abgestimmte, coole Outfits und zeigten zu flotten Rhythmen und intensiven Bässen ihre besten Moves aus Hip-Hop, Videoclip und Dancehall.

Dabei waren auch immer wieder Breakdance-Elemente, roboterartige Bewegungen oder turnerische Komponenten wie Spagat, Radschlag und vieles mehr zu sehen. Ihre Darbietungen wurden dann von wechselnden Mitgliedern der achtköpfigen Jury in den Kategorien „Technischer Ausbildungsstand“, „Künstlerischer Wert“ und „Ausstrahlung“ bewertet.

Die Jury trug in diesem Jahr sogar den Titel „international“, denn ein Mitglied war speziell für die Meisterschaft aus Tallinn, der Hauptstadt Estlands, angereist. Die Veranstaltung war also ein echter Hochkaräter – und den Anmeldezahlen nach zu urteilen zudem ein voller Erfolg.

(MH)
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