Wesel: Wer rückt Unkraut zu Leibe?

Wesel: Wer rückt Unkraut zu Leibe?

Dass Wesels Ortseingänge gerade im Jubiläumsjahr so ungepflegt sind, ist ärgerlich. Politiker wollen sich um Lösungen bemühen.

Wesel feiert 775-jähriges Bestehen. Anlass genug, um die Stadt herauszuputzen. Für die Bürger und vor allem auch für Gäste. Zwar befinden sich die meisten Beete, Grünanlagen, Plätze und vor allem auch die Fußgängerzone in einem gepflegten Zustand, doch gerade der Zustand der Ortseinfahrten ist aktuell indiskutabel.

Auch alle Verkehrsinseln auf der Kreuzung unweit des Preußen-Musuems (r.) präsentieren sich in einem miserablen Zustand. Foto: Malz, Ekkehart (ema)

Bestes Beispiel: Die große Kreuzung Schillstraße (B 58)/Südring/Oberndorfstraße (B 8). Aus den Verkehrsinseln, Grünflächen und Rinnen sprießt selbst in den Wintermonaten das Unkraut. Überall liegt Müll. Nicht besser sieht es aus an der Schermbecker Landstraße zwischen Friedrich-Ebert-Brücke und Kurt-Kräcker-Straße. Doch wer ist zuständig?

"Wir jedenfalls nicht. Das ist Aufgabe des Landesbetriebs Straßen NRW, weil es sich hier um Bundesstraßen handelt", erklärt ASG-Chef Ulrich Streich auf Anfrage der RP. Wobei er den Kollegen keinen Vorwurf machen will. Denn dem Landesbetrieb stünden immer weniger Gelder und entsprechend weniger Personal zur Verfügung.

Verantwortlich für die Instandhaltung von Bundesstraßen in der Region ist Ewald Kronenberg, seines Zeichens Mastermeisterleiter in Geldern und zuständig für die Straßenmeistereien in Geldern, Kleve und Voerde. Er kennt besagte Großkreuzung unweit der Zitadelle und deren Zustand ganz genau.

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Doch ändern, so sagt er, könne er nichts. Und das begründet der 63-Jährige so: "Im Rahmen unserer Möglichkeiten unterhalten wir die Kreuzung. Wir richten uns nach dem Bundesleistungskatalog, der uns die Anzahl der Tätigkeiten vorgibt." Und das heißt in der Praxis: Zweimal im Jahr rückt ein Trupp der Straßenmeisterei Voerde aus, um den Bereich zu mähen und zu säubern.

Außerdem kommt die Kehrmaschine zum Einsatz. Damit wird zwar das Grün abgeschabt, doch die Wurzeln der Unkräuter, die tief unter den Rinnsteinen liegen, werden dadurch nicht zerstört. Und Unkrautvernichtungsmittel dürfen nicht eingesetzt werden. Gibt es denn keine Alternative? Ewald Kronenberg atmet tief durch, bevor er antwortet. Dann sagt er: "Ich als Unterhalter habe da keine Möglichkeiten. Aber wenn die Stadt darüber hinaus etwas tun möchte, damit alles besser aussieht, müsste sie etwas machen."

Wie fast immer sind auch hier fehlende Finanzmittel das Problem, die eigentlich das Land dem Straßenbetrieb zur Verfügung stellen müsste. Von der RP auf das Problem angesprochen, erklärt der Weseler SPD-Landtagsabgeordnete Norbert Meesters: "Ich werde mich an Verkehrsminister Michael Groschek wenden und ihn bitten, sich mit dem Landesbetrieb in Verbindung zu setzen. Es kann nicht sein, dass wir im Stadtjubiläumjahr ein so schlechtes Entree haben. Die Pflegearbeiten müssen gemacht werden, wenn sie nötig sind, und nicht nur, wenn sie im Kalender stehen."

(RP)