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Weniger Covid-19-Patienten im EVK in Wesel in Behandlung

Evangelisches Krankenhaus Wesel zieht Bilanz : EVK: Weniger Covid-19-Patienten

Aktuell werden auf der Intensivstation des Evangelischen Krankenhaus Wesel zwei Corona-Patienten beatmet, auf der Isolierstation drei positiv getestete Männer und Frauen gepflegt. Im November sah das noch ganz anders aus.

Den November 2020 möchten die Verantwortlichen des Evangelischen Krankenhauses Wesel (EVK) so schnell wie möglich aus ihrem Gedächtnis streichen. Denn damals mussten zeitgleich bis zu fünf positiv getestete Covid-19-Patienten auf der Intensivstation beatmet werden. Und auf der Isolierstation wurden sogar 16 Patienten gepflegt, die ebenfalls positiv getestet, aber nicht ganz so schwer erkrankt waren. Nicht auszudenken was passiert wäre, wenn die Zahl der Covid-19-Patienten weiter gestiegen wäre.

Stand jetzt, gut fünf Wochen später, hat sich die Lage etwas entspannt. Auf Anfrage unserer Redaktion erklärte Malte Mazuch, der Ärztliche Direktor des EVK, dass auf der Intensivstation aktuell zwei positiv getestete Corona-Patienten beatmet werden, auf der Isolierstation drei ebenfalls positiv getestete Frauen und Männer mit einem leichteren Krankheitsverlauf liegen. Einen Grund dafür konnte der Chefarzt der Abteilung Orthopädie und Unfallchirurgie nicht nennen: „Dafür gibt es derzeit keine Erklärung.“ Aber natürlich sei man froh über die aktuell entspannte Situation (Stand Mittwochnachmittag).

Froh sind er, Geschäftsführer Heino ten Brink und Pflegedirektor Jörg Rebhun auch darüber, dass in der kommenden Woche in den drei zum Krankenhaus gehörenden Pflegeheimen – Kiek in den Busch, Willibrordi (beide Wesel) und Christophorus (Hamminkeln) – die Impfungen der Bewohner durch ein mobiles Impfteam beginnen sollen. Und ab dem 18. Januar sind dann die ersten Pflegekräfte an der Reihe, die auf der Intensivstation beziehungsweise auf der Isolierstation ihren Dienst tun.

„Ich denke, das wird für diese Mitarbeiter, die täglich mit positiv getesteten Patienten zu tun haben, eine echte Erleichterung sein“, sagt Heino ten Brink. Die Impfaktion wird von eigenen Ärzten durchgeführt. Und zwar in einem seit Dezember mit Spezialkühlschränken ausgestatteten EVK-Impfzentrum. Bis zum Frühsommer hofft man, dass alle 1300 EVK-Mitarbeiter, die es möchten, auch geimpft sein werden. Übrigens: Die Zahl der Pflegekräfte und Ärzte, die im vergangenen Jahr positiv auf das Coronavirus getestet wurden beziehungsweise direkten Kontakt mit Erkrankten hatten, lag nach Angaben von Malte Mazuch bei „vielleicht gerade mal 20. Und keiner davon war wirklich schwer erkrankt. Ich hatte nämlich große Sorgen, dass der eine oder andere am Ende vielleicht nicht wiederkommen kann.“ Und Heino ten Brink ergänzt: „Wir haben ja auch viel dafür getan, dass es gut wird.“

Auch wenn im Corona-Jahr 2020 die Zahl der stationär behandelten Patienten im EVK im Vergleich zum Vorjahr um 1700 auf 13.500 gesunken ist, so konnte die Evangelische Krankenhaus Wesel GmbH am Ende des Jahres auf ein ausgeglichenes Ergebnis verweisen. Möglich wurde das zum einen durch die Gewährung von Ausgleichszahlungen. Zum anderen wurden Mitarbeiter des Therapiezentrums Vesalis in Kurzarbeit geschickt, manche Stellen nicht besetzt und einige nicht notwendige Eingriffe nicht durchgeführt. Malte Mazuch stellt in diesem Zusammenhang klar, „dass aber jeder, der eine dringende Operation benötigt, keine Not hat, diese zu verschieben.“

Auch wenn 2021 sicherlich noch durch die Pandemie geprägt sein wird, hofft man im EVK, dass alle geplanten Projekte in Angriff genommen beziehungsweise abgeschlossen werden können. So sollen die Grundsteine für einen Pflegeheim-Neubau und das stationäre Hospiz auf dem Krankenhausgelände gelegt werden. Im Frühjahr soll dann auch das Zentrum für Frauengesundheit an den Start gehen. Die dafür nötigen Umbauarbeiten auf der Gynäkologie-Station laufen auf Hochtouren.

 Apropos Gynäkologie: Das ausgelagerte Medizinische Versorgungszentrum (MVZ) Gynäkologie wird aus den wenig ansprechenden Räumen an der Dinslakener Landstraße ausziehen. In den nächsten Tagen eröffnet es neu im Weseler Ärztehaus am Kaiserring 23. Eine weitere frauenärztliche Praxis soll im zweiten Quartal das MVZ stärken.