,Weiße Frau’ lockt zum Schloss in Ringenberg

Tag des Denkmals : ,Weiße Frau’ lockt zum Schloss in Ringenberg

Das Schloss Ringenberg öffnet seine Türen am Tag des Denkmals. Das Programm rückt das historische Gebäude als kulturelle Wohnstube Hamminkelns in den Mittelpunkt. Es geht auch um einen besonderen Stein.

Am kommenden Sonntag, 8. September, findet bundesweit der „Tag des Denkmals“ statt. Ringenberg mit seinem alten Schloss müsste dabei doch eigentlich Dauereinlader gewesen sein, sollte man meinen. Doch so war es viele Jahre nicht. Das hat sich mit neuem Konzept und neuen Verantwortlichkeiten geändert. „Erstmals seit über 20 Jahren beteiligt sich auch das Schloss Ringenberg mit großer ehrenamtlicher Hilfe und einigen Spezial-Veranstaltungen am Tag des Denkmals“, sagt Wolfgang Kostujak, neuer Vorsitzender der Derik-Baegert-Gesellschaft, die das Schloss bespielt. Die Beteiligung stehe unmittelbar im Zusammenhang mit der Nominierung zum „Dritten Ort“ ausgerufenen Einbeziehung der Menschen aus der unmittelbaren Umgebung in die Aktivitäten auf dem Schloss. „Dem Vorstand ist daran gelegen, möglichst viele Menschen aus Hamminkeln, dem Kreis Wesel und der Region für einen Besuch zu begeistern“, betont er.

Im Juni war das Schloss Ringenberg offiziell in die erste Phase des NRW-Landesprogrammes „Dritte Orte – Häuser für Kultur und Begegnung“ aufgenommen worden. Es soll zur „kulturellen Wohnstube“ von Hamminkeln werden – und damit Impulsgeber für die kulturelle Infrastruktur vor Ort sein. Bis zu 50.000 Euro gibt es, um zunächst ein Jahr lang Möglichkeiten für Begegnungen auf breiter Basis und mit verstärkt lokaler und regionaler Anbindung auszuloten. Damit das künstlerisch in der Vergangenheit doch recht abgehobene Kunst- und Atelierzentrum näher an den Bürger heranrückt, holt sich die Baegert-Gesellschaft die Hilfe einer Ringenberger Sagengestalt – der „Weißen Frau“. Die Geschichte ist erfunden. Wolfgang Kostujak schreibt in seiner Ankündigung davon, dass die Spur der Weißen Frau von Ringenberg verschollen gewesen sei. Vor einigen Monaten sei nun erstmals ein Fundstück aufgetaucht, das einen Lichtstrahl in die Geschichte der tragischen Legendengestalt aus dem örtlichen Schloss wirft.

Bei Umbruch- und Erdarbeiten im Bereich der Zingelstraße stießen Architekt Ludger Ebbert und Grundstückseigentümer Olaf Ostendorf völlig überraschend auf einen Stein. Sie erkannten darin einen weiblichen Torso. Der steht jetzt im Zentrum des Denkmaltags in Ringenberg. Foto: SR

Auf Nachfrage erläuterte Kostujak die wahren Hintergründe des Fundes. „Das Fundstück aus dem Bereich der Zingelstraße wurde uns von unserem Vorstandsmitglied Ludger Ebbert vermittelt, der als Architekt ein Bauvorhaben geleitet hat, in dessen Rahmen es ans Tageslicht getreten ist.“ Ob es sich dabei tatsächlich um einen Fund von Denkmalwert handelt oder um einen Sandstein, der allein zufällig anthropomorphe Züge trägt, ist bislang nicht klar. Die Verbindung zwischen der Ringenberger Legendengestalt der Weißen Frau und dem jetzt aufgetauchten Stein – also die Bezugnahme zwischen fiktionalem Stoff und realem Stein – sei eine freundlich augenzwinkernde Einladung an die Menschen vor Ort, solche Bezüge selbst herzustellen. Mit dieser Geschichte soll auch der Denkmaltag spannend gemacht werden.

Ein mittelalterlicher Backofen im Kellergewölbe von Schloss Ringenberg. Am Sonntag ist er zu sehen. Foto: Schloss Ringenberg

 Natürlich ist der Zufallsfund von Ringenberg nicht der eigentliche Grund für den Tag des großen Denkmaltag. Unter dem Motto „Umbrüche in Kunst und Architektur“ präsentiert ein Team aus ehrenamtlichen und professionellen Mitarbeitern die unterschiedlichen Teile des Herrensitzes, der im Jahr 1129 als Bollwerk des Bischofs von Münster gegen das Erzbistum Köln gegründet worden ist und nun seit mehreren Jahrzehnten als Austragungsort für grenzüberschreitende Kunstprojekte genutzt wird.

Schloss Ringenberg öffnet seine Türen am Tag des Denkmals. Foto: Schloss Ringenberg

Und der ominöse Stein, die Ringenberger „Weiße Frau“? „Natürlich werden nach einer rituellen Rückführung ins Schloss ab 11.30 Uhr auch ihre Überreste zu sehen sein“, kündigt Wolfgang Kostujak eine Performance an.

(thh)