1. NRW
  2. Städte
  3. Wesel

Wesel/Hamminkeln: Weich, ehrlich und klar: Weseler Koch macht Gin

Wesel/Hamminkeln : Weich, ehrlich und klar: Weseler Koch macht Gin

Fabian Kracht (26) hat mit drei Freunden einen Wacholderschnaps kreiert, der bei Bovenkerk in Ringenberg veredelt und abgefüllt wird.

Man muss kein Freund von Gin sein, diesem hochprozentigen Trend-Getränk. Und man muss auch noch nie einen Schluck dieses klaren Wacholderschnapses probiert haben, um begeistert zu sein von dem Produkt, das Fabian Kracht aus Wesel da in Händen hält und voller Stolz betrachtet. Diese stilvolle Apothekerflasche mit dem edlen schwarzen Etikett, auf dem das Wort Gin in Lautschrift zu lesen ist — das hat was. Und der 26-jährige Küchenchef ist einer der Erfinder.

Wir sind zu Gast in der traditionsreichen Ringenberger Spirituosen-Brennerei Bovenkerk, wo Vertriebsleiter Stefan Giesen die ersten frisch abgefüllten Gin-Flaschen präsentiert. "Die sehen wahnsinnig gut aus", sagt Fabian Kracht und streicht vorsichtig über ein Etikett. Die weißen Buchstaben stehen ein wenig hervor - fühlt sich gut an. "Vom Design und vor allem auch vom Geschmack ist das ein wirklich tolles Produkt", lobt Stefan Giesen.

Wie aber ist es dazu gekommen, dass ein junger Mann vom Niederrhein seinen eigenen Gin kreiert? Fabian Kracht, der mit seinem gepflegten roten Bart problemlos von der isländischen Fußballnationalelf adoptiert werden könnte, lächelt. Und dann erzählt er von seinen Freunden Lars Kathage (Bocholt) und Marco d'Andrea (Top-Patissier in Hamburg), die im Urlaub die Idee hatten, einen eigenen Gin herzustellen. Sozusagen einen Gin von Gin-Fans für Gin-Fans - klar, weich und ehrlich. "Als sie mich gefragt haben, ob wir das nicht zusammen machen wollen, war ich sofort dabei." Ebenfalls mit ins Boot genommen hat das Trio Christian Nießing, der in Bocholt eine Werbeagentur betreibt. Gemeinsam haben sie die "Genau mein Gin GbR" gegründet (www.genaumeingin.de).

  • Ludwig Müller (l.) bekam zu seinem
    Einen Tag nach seinem 90. Geburstag : Läufer-Legende Ludwig „Lud“ Müller ist gestorben
  • Ein Abstrichstäbchen wird in einer ambulanten
    Corona-Pandemie im Kreis Wesel : 1069 neue Fälle – Inzidenzwert steigt auf 1119,8
  • Die Polizei bittet um Hinweise von
    Bewaffneter Täter noch nicht gefasst : Mann raubt Tankstelle in Hamminkeln aus

Die Frage, wo man den Gin produzieren lässt, war schnell geklärt: in der Region bei Bovenkerk. Von der Idee bis zur ersten Flasche ist mehr als ein Jahr vergangen. In der Zwischenzeit gab es zahlreiche Treffen, bei denen an der richtigen Rezeptur sowie am Marketing- und Vertriebskonzept gefeilt wurde. "Uns war klar, dass wir mit unserem Gin zurück zu den Wurzeln wollten. Also eine auf Wacholder basierende Spirituose, die keine unnötige Kirmes im Kopf und auf der Zunge veranstaltet", sagt Fabian Kracht.

Der 46-prozentige Klare wird mit teils jungen, teils reifen Wacholderbeeren sowie Kaffir-Limetten aromatisiert. Die Aufgabe von Bovenkerk ist es, die Destillate entsprechend zu veredeln. Wie immer, so kommt's auch hier auf die richtige Mischung an.

Für die ersten jetzt abgefüllten Flaschen gibt es bereits zahlreiche Vorbestellungen. Die ersten Exemplare werden ab dem 19. Dezember verschickt und auch bei Edeka Komp in Lackhausen sowie bei Rewe Schmied in Hamminkeln zu bekommen sein. Und natürlich wird der Gin auch im Restaurant Mussumer Krug in Bocholt angeboten, in dem Fabian Kracht zusammen mit Lars Kathage, dem Juniorchef des Hauses, als 2. Küchenchef arbeitet.

Und wie trinkt Kracht, der als Zwölfjähriger bei den Weseler Europa-Miniköchen die Liebe zur Gastronomie entdeckte, anschließend eine Kochlehre absolvierte und unter anderem im noblen Hamburger Hotel Atlantic Erfahrungen gesammelt hat, seinen Gin? "Am liebsten zimmerwarm pur oder auf Eis. Manchmal auch mit Tonic von Thomas Henry als Longdrink. Der Vorteil unseres Gins ist, dass man auf einer Party sechs, sieben 4 cl-Gläser trinken kann und am nächsten Morgen topfit ist." Man ist geneigt, ihm das zu glauben.

(RP)